Die heutige Verwaltungsgliederung Berlins besteht seit dem 1. Januar 2001, als Berlin durch eine Verwaltungsreform in zwölf Bezirke aufgeteilt wurde, die die Funktion von Verwaltungsbezirken haben und den unteren Teil der zweistufigen öffentlichen Verwaltung bilden.
Gemäß Artikel 66 Absatz 2 der Verfassung von Berlin erfüllen die Bezirke ihre Aufgaben nach den Grundsätzen der Selbstverwaltung. Die Bezirksverwaltungen sind vorrangig für Angelegenheiten vor Ort in den Bezirken zuständig, etwa die Kultur, die Grünflächen oder die Schulen betreffend. Die Bezirke sind in 97 Ortsteile untergliedert.
Allgemeines Die bezirkliche Selbstverwaltung hat Verfassungsrang (Artikel 68–77 der Verfassung von Berlin). Sie ist in zwei Verwaltungsorgane gegliedert, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und das Bezirksamt (BA). Die BVV ist als direkt von den Einwohnern des Bezirks gewählte Vertretung (Volksvertretung) der parlamentarische Teil, das Bezirksamt führt die Verwaltung. Jedes Bezirksamt besteht aus dem Bezirksbürgermeister (hauptamtlich, besoldet nach der Besoldungsgruppe B 6 der Landesbesoldungsordnung) und fünf Bezirksstadträten (besoldet nach der Besoldungsgruppe B 4). Die Bezirke von Berlin sind nur von der Einwohnerzahl in etwa mit Landkreisen zu vergleichen. Da das Land Berlin als Stadtstaat eine Einheitsgemeinde ist, gibt es die Verwaltungsebene des Kreises in Berlin nicht. Die Bezirke sind keine eigenständigen Gebietskörperschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit – sie haben nicht einmal den Status einer Kommune. Vielmehr handelt es sich um „Selbstverwaltungseinheiten Berlins ohne Rechtspersönlichkeit“ (§ 2 Abs. 1 Bezirksverwaltungsgesetz).
Mit dem 8. Gesetz zur Änderung des Bezirksverwaltungsgesetzes vom 22. Oktober 2008, das mit Beginn der 17. Wahlperiode in Kraft trat, erfolgte eine einheitliche Gliederung aller Bezirksämter in gleiche Strukturen der Fachämter. Dabei wurden diverse alte Fachämter zu größeren Organisationseinheiten zusammengefasst; es sollte dann nur noch zehn Fachämter je Bezirksverwaltung geben.
Neben der Einteilung in Ortsteile besteht eine kleinräumige Gliederung der Berliner Bezirke in 195 Statistische Gebiete, die mit dreistelligen Ziffern gekennzeichnet sind. Ein solches Statistisches Gebiet ist zum Beispiel das Bayerische Viertel in Schöneberg, in dem die Straßen vor allem nach Städten in Bayern benannt sind. Die Statistischen Gebiete entsprechen annähernd den Ortslagen oder den Wohngebieten (Kiez). Sie können über Ortsteilgrenzen hinwegreichen; in solchen Fällen ist eine eindeutige Zuordnung eines Statistischen Gebiets zu einem bestimmten Ortsteil nicht möglich. So liegt zum Beispiel das Statistische Gebiet Rudow teilweise im Ortsteil Rudow und teilweise im Ortsteil Gropiusstadt.Einwohnerzahlen nach Ortsteilen und Statistischen Bezirken (PDF; 499 kB) Statistik Berlin Brandenburg mit Erläuterung und Übersichtskarten, Stand: 31. Dezember 2007.
Bezirke Bis zum Jahr 2000 gab es in Berlin 23 Bezirke. Im Zuge der letzten Verwaltungsreform (Bezirksgebietsreform) im Jahr 2001 wurde die Zahl durch Fusion von jeweils zwei oder drei Bezirken auf zwölf reduziert. Von den Bezirksfusionen ausgenommen waren die Bezirke Spandau, Reinickendorf und Neukölln, die bereits über 200.000 Einwohner zählten.
Nr. Bezirk Ortsteile Fläche in km² Einwohner () Einwohner pro km² () Bezirksbürgermeister Karte 1 0101 Mitte 0102 Moabit 0103 Hansaviertel 0104 Tiergarten 0105 Wedding 0106 Gesundbrunnen 39,47 Stefanie Remlinger (Grüne) 90px 2 0201 Friedrichshain 0202 Kreuzberg 20,16 Clara Herrmann (Grüne) 90px 3 0301 Prenzlauer Berg 0302 Weißensee 0303 Blankenburg 0304 Heinersdorf 0305 Karow 0306 Stadtrandsiedlung Malchow 0307 Pankow 0308 Blankenfelde 0309 Buch 0310 Französisch Buchholz 0311 Niederschönhausen 0312 Rosenthal 0313 Wilhelmsruh 103,01 Cordelia Koch (Grüne) 90px 4 0401 Charlottenburg 0402 Wilmersdorf 0403 Schmargendorf 0404 Grunewald 0405 Westend 0406 Charlottenburg-Nord 0407 Halensee 64,72 Kirstin Bauch (Grüne) 90px 5 0501 Spandau 0502 Haselhorst 0503 Siemensstadt 0504 Staaken 0505 Gatow 0506 Kladow 0507 Hakenfelde 0508 Falkenhagener Feld 0509 Wilhelmstadt 91,91 Frank Bewig (CDU) 90px 6 0601 Steglitz 0602 Lichterfelde 0603 Lankwitz 0604 Zehlendorf 0605 Dahlem 0606 Nikolassee 0607 Wannsee 0608 Schlachtensee 102,50 Maren Schellenberg (Grüne) 90px 7 0701 Schöneberg 0702 Friedenau 0703 Tempelhof 0704 Mariendorf 0705 Marienfelde 0706 Lichtenrade 53,09 Jörn Oltmann (Grüne) 90px 8 0801 Neukölln 0802 Britz 0803 Buckow 0804 Rudow 0805 Gropiusstadt 44,93 Martin Hikel (SPD) 90px 9 0901 Alt-Treptow 0902 Plänterwald 0903 Baumschulenweg 0904 Johannisthal 0905 Niederschöneweide 0906 Altglienicke 0907 Adlershof 0908 Bohnsdorf 0909 Oberschöneweide 0910 Köpenick 0911 Friedrichshagen 0912 Rahnsdorf 0913 Grünau 0914 Müggelheim 0915 Schmöckwitz 168,42 Oliver Igel (SPD) 90px 10 1001 Marzahn 1002 Biesdorf 1003 Kaulsdorf 1004 Mahlsdorf 1005 Hellersdorf 61,74 Nadja Zivkovic (CDU) 90px 11 1101 Friedrichsfelde 1102 Karlshorst 1103 Lichtenberg 1104 Falkenberg 1106 Malchow 1107 Wartenberg 1109 Neu-Hohenschönhausen 1110 Alt-Hohenschönhausen 1111 Fennpfuhl 1112 Rummelsburg 52,29 Martin Schaefer (CDU) 90px 12 1201 Reinickendorf 1202 Tegel 1203 Konradshöhe 1204 Heiligensee 1205 Frohnau 1206 Hermsdorf 1207 Waidmannslust 1208 Lübars 1209 Wittenau 1210 Märkisches Viertel 1211 Borsigwalde 89,46 Emine Demirbüken-Wegner (CDU) 90px
Ortsteile Die Untergliederung der Verwaltungsbezirke in Ortsteile beruht auf dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920:Details sind dargestellt im Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) vom 27. April 1920. In: Paul Hirsch: Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin vom 27. April 1920. 1920, S. 21 ff., Digitalisat (Digitale Landesbibliothek Berlin)
Nach diesem Gesetz wurden die vorherigen Land- und Stadtgemeinden zu Ortsteilen. Sofern Altgemeinden durch die neuen Bezirksgrenzen geteilt wurden, entstanden aus den einzelnen Teilen jeweils eigene Ortsteile. Der Bezirk Charlottenburg blieb ohne Untergliederung in Ortsteile, und der Bezirk Friedrichshain setzte sich aus einem Teil der alten Stadt Berlin und der ehemaligen Gemeinde Stralau zusammen. Diese Ortsteile haben jedoch weder eine eigene Verwaltung, noch eine offizielle Vertretung.
Durch die Verfassung von Berlin wurde hieran 1950 die Terminologie geändert: Bezirksverordnetenversammlung (statt ‚Bezirksversammlung‘); Senat (statt ‚Magistrat‘) und Ortsteile (statt Ortsbezirke). Die Berliner Statistik richtet sich in ihren Angaben über Ortsteile nach den Vorgaben der Bezirke.
Im Laufe der Jahre ergaben sich immer wieder Änderungen an den Ortsteilgrenzen, kleinere Ortsteile wurden aufgelöst und neuentstandene Siedlungen aus bestehenden Ortsteilen herausgelöst. Größere Änderungen gab es im Rahmen der Bezirksreform 1938, Anfang der 1950er JahreSiehe dazu die Statistischen Jahrbücher Berlins aus der betreffenden Zeit sowie in Folge der Verwaltungsreform von 2001.
In Ost-Berlin wurden ab 1965 keine Ortsteile mehr ausgewiesen,Statistisches Jahrbuch der DDR, Ausgaben bis 1964 mit Ausgaben ab 1965 bei der Bildung der neuen Stadtbezirke ab 1979 wurde auch keine Rücksicht auf die früheren Ortsteilgrenzen genommen. Erst nach der Wiedervereinigung wurden die alten Ortsteile – angepasst an die geänderten Bezirksgrenzen – wieder eingerichtet. Dabei kam es zu der besonderen Situation, dass es den Ortsteil Malchow zweifach gab – im Bezirk Hohenschönhausen und im Bezirk Weißensee. Letzterer wurde dann 2001 in Stadtrandsiedlung Malchow umbenannt.
In den 1920 festgelegten Ortsteilen spiegelte sich im Wesentlichen die im Mittelalter entstandene Siedlungsstruktur der Dörfer wider. Mehrere der Änderungen seit 2001 reagieren pragmatisch auf den massenhaften Bau neuer Wohnungen im Rahmen von Hochhaussiedlungen zwischen 1961 und 1989. Dies betrifft in West-Berlin neben dem Hansaviertel (1960) die Gropiusstadt und das Märkische Viertel. Die umfangreichere Neubautätigkeit in Ost-Berlin hatte dagegen schon ab den späten 1970er Jahren zu Bezirksneubildungen geführt (Marzahn, Hellersdorf, Hohenschönhausen). Zuletzt wurden Borsigwalde (2012) und Schlachtensee (2020), durch Herauslösung aus Wittenau bzw. Nikolassee und Zehlendorf, zu eigenständigen Berliner Ortsteilen erhoben.
Nr. Ortsteil Bezirk Fläche (km²) Einwohner () Einwohner pro km² 101 Mitte Mitte 10,70 102 Moabit Mitte 7,72 103 Hansaviertel Mitte 0,53 104 Tiergarten Mitte 5,17 105 Wedding Mitte 9,23 106 Gesundbrunnen Mitte 6,13 201 Friedrichshain Friedrichshain-Kreuzberg 9,78 202 Kreuzberg Friedrichshain-Kreuzberg 10,40 301 Prenzlauer Berg Pankow 11,00 302 Weißensee Pankow 7,93 303 Blankenburg Pankow 6,03 304 Heinersdorf Pankow 3,95 305 Karow Pankow 6,65 306 Stadtrandsiedlung Malchow Pankow 5,68 307 Pankow Pankow 5,66 308 Blankenfelde Pankow 13,40 309 Buch Pankow 18,20 310 Französisch Buchholz Pankow 12,00 311 Niederschönhausen Pankow 6,49 312 Rosenthal Pankow 4,90 313 Wilhelmsruh Pankow 1,37 401 Charlottenburg Charlottenburg-Wilmersdorf 10,60 402 Wilmersdorf Charlottenburg-Wilmersdorf 7,16 403 Schmargendorf Charlottenburg-Wilmersdorf 3,59 404 Grunewald Charlottenburg-Wilmersdorf 22,30 405 Westend Charlottenburg-Wilmersdorf 13,50 406 Charlottenburg-Nord Charlottenburg-Wilmersdorf 6,20 407 Halensee Charlottenburg-Wilmersdorf 1,27 501 Spandau Spandau 8,03 502 Haselhorst Spandau 4,73 503 Siemensstadt Spandau 5,66 504 Staaken Spandau 10,90 505 Gatow Spandau 10,10 506 Kladow Spandau 14,80 507 Hakenfelde Spandau 20,40 508 Falkenhagener Feld Spandau 6,88 509 Wilhelmstadt Spandau 10,40 601 Steglitz Steglitz-Zehlendorf 6,79 602 Lichterfelde Steglitz-Zehlendorf 18,20 603 Lankwitz Steglitz-Zehlendorf 6,99 604 Zehlendorf Steglitz-Zehlendorf < 18,80 605 Dahlem Steglitz-Zehlendorf 8,39 606 Nikolassee Steglitz-Zehlendorf < 19,60 607 Wannsee Steglitz-Zehlendorf 23,70 608 Schlachtensee Steglitz-Zehlendorf 4,05 701 Schöneberg Tempelhof-Schöneberg 10,60 702 Friedenau Tempelhof-Schöneberg 1,65 703 Tempelhof Tempelhof-Schöneberg 12,20 704 Mariendorf Tempelhof-Schöneberg 9,38 705 Marienfelde Tempelhof-Schöneberg 9,15 706 Lichtenrade Tempelhof-Schöneberg 10,10 801 Neukölln Neukölln 11,70 802 Britz Neukölln 12,40 803 Buckow Neukölln 6,35 804 Rudow Neukölln 11,80 805 Gropiusstadt Neukölln 2,66 901 Alt-Treptow Treptow-Köpenick 2,31 902 Plänterwald Treptow-Köpenick 3,01 903 Baumschulenweg Treptow-Köpenick 4,82 904 Johannisthal Treptow-Köpenick 6,54 905 Niederschöneweide Treptow-Köpenick 3,49 906 Altglienicke Treptow-Köpenick 7,89 907 Adlershof Treptow-Köpenick 6,11 908 Bohnsdorf Treptow-Köpenick 6,52 909 Oberschöneweide Treptow-Köpenick 6,18 910 Köpenick Treptow-Köpenick 34,90 911 Friedrichshagen Treptow-Köpenick 14,00 912 Rahnsdorf Treptow-Köpenick 21,50 913 Grünau Treptow-Köpenick 9,13 914 Müggelheim Treptow-Köpenick 22,20 915 Schmöckwitz Treptow-Köpenick 17,10 1001 Marzahn Marzahn-Hellersdorf 19,50 1002 Biesdorf Marzahn-Hellersdorf 12,40 1003 Kaulsdorf Marzahn-Hellersdorf 8,81 1004 Mahlsdorf Marzahn-Hellersdorf 12,90 1005 Hellersdorf Marzahn-Hellersdorf 8,10 1101 Friedrichsfelde Lichtenberg 5,55 1102 Karlshorst Lichtenberg 6,60 1103 Lichtenberg Lichtenberg 7,22 1104 Falkenberg Lichtenberg 3,06 1106 Malchow Lichtenberg 1,54 1107 Wartenberg Lichtenberg 6,92 1109 Neu-Hohenschönhausen Lichtenberg 5,16 1110 Alt-Hohenschönhausen Lichtenberg 9,33 1111 Fennpfuhl Lichtenberg 2,12 1112 Rummelsburg Lichtenberg 4,52 1201 Reinickendorf Reinickendorf 10,50 1202 Tegel Reinickendorf 33,70 1203 Konradshöhe Reinickendorf 2,20 1204 Heiligensee Reinickendorf 10,70 1205 Frohnau Reinickendorf 7,80 1206 Hermsdorf Reinickendorf 6,10 1207 Waidmannslust Reinickendorf 2,30 1208 Lübars Reinickendorf 5,00 1209 Wittenau Reinickendorf 5,90 1210 Märkisches Viertel Reinickendorf 3,20 1211 Borsigwalde Reinickendorf 2,00
Geschichte der Stadtgliederung von Berlin mini|Berlin und Kölln auf dem Memhardt-Plan (Nordosten oben)