Antike Vorrömische Zeit

Funde in Köln-Lindenthal lassen auf eine frühe feste Besiedlung um 4500 v. Chr. schließen. Spätestens in der Zeit der Kelten sind zumindest an anderen Orten, z. B. im süddeutschen Manching, die Anlage Oppidum von Manching, starke befestigte Ansiedlungen mit Waffenfunden nachgewiesen. Da Waffen teuer und selten waren und ihr Gebrauch Übung erfordert, sind für Schutzaufgaben und die keltische Kriegsführung ausgebildete Gruppen wahrscheinlich, so auch möglicherweise in Köln. Andererseits sind für Köln keine Funde einer Ansammlung von keltischen oder anderer vorrömischer Waffen oder Rüstungen bekannt.

Römer, 55 v. Chr. bis ca. 454 n. Chr.

Römische Truppen unter Gaius Iulius Caesar hatten im gallischen Krieg bis 55 v. Chr. die linksrheinischen Gebiete Galliens erobert. Das genaue Datum der Gründung einer römischen Siedlung in Köln ist nicht erwiesen, allgemein wird meist das Jahr 38 v. Chr. angenommen. Bis heute (2013) gibt es keine Nachweise über militärisch genutzte Unterkünfte in Köln. Der Fund frührömischer Militaria am Breslauer Platz im Rahmen des Baus neuer U-Bahn-Strecken in Köln könnte Hinweise geben. Ausstellung „ZeitTunnel. 2000 Jahre Köln im Spiegel der U-Bahn-Archäologie“ Römisch-Germanisches Museum, abgerufen am 22. Februar 2016 Allerdings lag dieses Gebiet außerhalb der römischen Stadtmauer. Am Ende der augusteischen Zeit (nach der Varusschlacht) sollen die 1., 5., 10. und 21. Legion im Sommerlager am Rheinufer gelegen haben,Tacitus, Ann. I,31,3f. aber wo diese Lager waren, ist nicht bekannt. Die 1. und 20. Legion sollen in einem Lager zusammen auf dem Civitasgebiet der Ubier gelegen haben.

Das Lager Divitia/Deutz ist erstmals für 310 nachgewiesen.

Köln (Zentrum) Römisches Lager, Sammel-Unterbringung zunächst in Zelten, dann in festen Bauten, u. a. Legio I Germanica von 9 n. Chr. bis 16 n. Chr., Colonia Claudia Ara Agrippinensium, Unterbringung wahrscheinlich in festen Bauten, u. a. Legio I Germanica von 9 n. Chr. bis 16 n. Chr., Legio XX Valeria Victrix (20. Valerianische Legion mit dem Beinamen „Die Siegreiche“)

Divitia / Deutz, Sammelunterbringung zunächst in Zelten, dann in festen Bauten, u. a. Legio I Germanica von 9 n. Chr. bis 16 n. Chr., Legio XX Valeria Victrix (20. Valerianische Legion mit dem Beinamen „Die Siegreiche“) Flottenkastell Alteburg, Raderthal

Die Bezeichnungen der nachfolgenden Einheiten – Legionen, Kohorten, Alen, Flotte, Numeri, Gardeeinheiten – entstammen römischen Steininschriften aus Köln. Somit ist dies kein sicherer Beweis, dass die Einheit tatsächlich in Köln lag – der Tote bzw. die erwähnte Person hatte aber in jedem Fall eine Beziehung zu dieser Einheit, vom Urlauber bis hin zum Veteranen ortsfremder Einheiten ist alles möglich.P. Motsch, Köln, private Tabelle römischer Steininschriften nach Galsterer bzw. Schmitz rechts|100x100px

Einheiten Datierung der Inschrift Einrichtung/Kaserne Baujahr Umbenennung/en Umbau/ten Stadtteil Straße Bild/er Zustand Legio I Minervia 10–20 Legio I Minervia 1. Jh. n. Chr. (vielleicht schon kurz vor 89) Legio I Minervia 160 / 170 Legio I Minervia 1. bis 2. Hälfte des 3. Jh. Legio I Minervia pia fidelis 2. Jh. n. Chr. Legio I Minervia pia fidelis Ende des 2. – Anfang des 3. Jh. Legio I Minervia pia fidelis 1. Hälfte des 3. Jh. Legio II Parthica 213–214 od. 234–235 Legio III Augusta Mitte des 3. Jh. n. Chr. Legio V Alaudae 1. Hälfte des 1. Jh. Legio VI Victrix pia fidelis zwischen 89 und 122 Legio VII Gemina (Pia Fidelis) 2. Hälfte des 2. – 1. Hälfte des 3. Jh. n. Chr. Legio X Gemina 70 – 85 Legio XIIII Gemina 1. Hälfte des 1. Jh. Legio XV Primigenia zwischen 39 und 69 Legio XV Primigenia 60 – 70 Legio XVI 2. Drittel des 1. Jh. n. Chr. Legio XX Valeria Victrix 1. Drittel des 1. Jh. n. Chr. Legio XXI Rapax letztes Viertel bzw. Drittel des 1. Jh. n. Chr. Legio XXII Primigenia bald nach 315 n. Chr. Legio XXII Primigenia 80er Jahre des 1. Jh. n. Chr. Legio XXII Primigenia 160–170 Legio XXII Primigenia nach 310 Legio XXII (Primigenia / Deiotariana) 2. Hälfte des 1. Jh. Legio XXX Ulpia Victrix 2. bis 3. Jh. Legio XXX Ulpia Victrix 2. Hälfte des 3. Jh. n. Chr. Legio XXX Ulpia Victrix 1. Hälfte des 2. Jh. Legio XXX Ulpia Victrix 164. Legio XXX Ulpia Victrix Pia Fidelis 211 Legio XXX Ulpia Victrix Ende des 2.–3. Jh. n. Chr. Legio XXX Ulpia Victrix 230 / 240 Legio XXX um 180 n. Chr. Ala Afrorum Ende 1. / Anfang des 2. Jh. Ala I Asturum Ende des 2. bis 1. Hälfte des 3. Jh. Ala Afrorum; turma des Flavus spätdomitianische Zeit Ala Afrorum; turma des Percius Capito domitianische Zeit Ala Afrorum, turma des Firmanus flavische Zeit Ala Classiana frühestens 2. Hälfte des 2. Jh. Ala Fida Vindex 1. Hälfte 3. Jh. Ala Indiana (turma des Barbius) domitianische Zeit Ala felix Moesicae? Ende des 1. Jh. n. Chr. Ala I Noricorum, turma des Fabius Pudens flavische Zeit Ala I Noricorum, turma des Paterculus spätdomitianische Zeit Ala Praetoria (?) vorflavische Zeit Ala Sulpicia, turma des Nepos domitianische Zeit Ala Sulpicia spätdomitianische Zeit Ala Sulpicia 187 Ala Moesica felix ? domitianische Zeit Ala I Thracum 2. Jh. n. Chr. Cohors Alpina 1. Hälfte des 1. Jh. Cohors II Asturum equitata pia fidelis 2. Viertel des 2. Jh. Cohors IV Breucorum, centuria des Gaius Indutius Repertus Ende des 1. Jh. Cohors VIII Breucorum 2. Drittel des 1. Jh. Cohors I Classica pia fidelis, centuria des Ingenuus frühflavische Zeit Cohors I Classica pia fidelis 2. Jh. Cohors III Delmatarum 2. Hälfte des 1. Jh. Cohors I Flavia 2.–3. Jh. Cohors / Ala ? 3. Jh. Cohors II Varcianarum (Equitata) Anfang des 2. Jh. Cohors VI Ingenuorum civium Romanorum domitianische Zeit Cohors VI ingenuorum civium Romanorum Ende 1. – Anfang 2. Jh. Cohors I Latabicorum et Varcianorum spätestens frühflavische Zeit Cohors Lusitanorum domitianische Zeit Cohors ---„nova“; erstes Drittel des 3. Jh. Cohors I Raetorum 1. Hälfte des 1. Jh. Cohors I Thracum Germanica Civium Romanorum domitianische Zeit Cohors II Varcianorum Equitata 2.–3. Jh. Cohors Vindelicorum frühflavische Zeit (70–89) Classis (?) pia fidelis nach 89 / spätes 1.–2. Köln Alteburg Classis Germanica pia fidelis, aus der Mannschaft des Nauarchen Euhodius Ende des 1. Jh. / Anfang des 2. Jh. Classis Germanica pia fidelis nach 89 Classis Germania erste Hälfte des 1. Jh. Numerus exploratorum Germanicianorum Divitensium 3. Jh. n. Chr. Numerus Gentilium letztes Drittel des 4. Jh. n. Chr. Numerus Promotorum (equites promoti) letztes Drittel des 4. Jh. Numerus Britonum 3. Jahrhundert Numerus Brittonum Antoninianus, Legio I Minervia 211–222 numerus exploratorum Batavorum 239 Cohors I Flavia Hispanorum pia fidelis / equites e pedites singlares 100 comites domesticorum (Gardetruppe) 392–393 Gardereiter 3. Jh.

Franken rechts|100x100px

Die Franken waren ab dem 3. Jahrhundert mit Beginn der Völkerwanderung jahrhundertelang kriegerisch aktiv. Möglicherweise besaßen auch sie Lager mit festen Einheiten.

Mittelalter 6. bis 15. Jahrhundert rechts|100x100px rechts|100x100px

Die Stadtmauer mit Toren, Türmen und Kasematten? wurde von Wachmannschaften bewacht, die vermutlich zeittypisch in Friedenszeiten in ihren Privatquartieren übernachteten. Nachdem die mittelalterliche Kölner Stadtmauer etwa 1200 fertiggestellt war, wurden anschließend die Torburgen errichtet.www.koelner-festungsbauten.de: Festungsstadt Köln, Mittelalterlicher Festungsring in Verbindung mit Preußischem Festungsbau Vermutlich hatten die Kölner Erzbischöfe eine ständige „Leibwache“; möglicherweise hatten sie eine spezielle Unterkunft.

1096 entstand in Köln ein Sammelplatz für Kreuzritter aus dem niederrheinischen Raum. In Köln plünderten und brandschatzten sie das Judenviertel, bevor sie zum 1. Kreuzzug nach Jerusalem aufbrachen.

Neuzeit Gemäß den Beschlüssen der Reichstage 1422 zu Nürnberg und 1521 zu Worms wurde ein Reichsheer aufgestellt. Inwieweit Einheiten davon vor den Roten Funken in Köln existierten, ist nicht bekannt.

Stadtsoldaten / Rote Funken, 1681 bis 1794

Unterbringung unbekannt, wahrscheinlich zeittypisch in Privatquartieren, insbesondere bei Verstärkungen in Kriegszeiten, Dienstorte aufgeteilt in Torburgen, Rathaus und Neumarkt

Übersicht nach Postenzettel 10. Juni 1770übertragen und zitiert aus:

Einheiten Stationierungs-zeitraum Einrichtung/Kaserne Baujahr Umbenennung/en Umbau/ten Stadtteil Straße Bild/er Zustand34 Personen 1770 Platz Altstadt Rathausplatz 100x100px 11 Personen 1770 Markmanns- u. Hafengaß Altstadt 7 Personen 1770 Rheingaß Altstadt abgerissen 4 Personen 1770 Holz-Pfort. Altstadt 4 Personen 1770 Reckels Kauhl. Altstadt 7 Personen 1770 Bayen unden Altstadt 4 Personen 1770 B. Bollwerk. Inv. Altstadt 9 Personen 1770 Severini Altstadt 8 Personen 1770 Weyer-Pfort. Altstadt abgerissen 4 Personen 1770 Schaafen-Pfort. Altstadt 10 Personen 1770 Hahnen-Pfort. Altstadt 100x100px 6 Personen 1770 Ehren-Pfort. Altstadt 4 Personen 1770 Friesen-Pfort. Altstadt 9 Personen 1770 Eigelstein Altstadt 6 Personen 1770 Cunibertz Altstadt 8 Personen 1770 Tranckgaß Altstadt 4 Personen 1770 Neugaß Altstadt 5 Personen 1770 Müllengaß Altstadt 5 Personen 1770 Fisch-Pfort. Altstadt 6 Personen 1770 An St. Paulus Altstadt 18 Personen 1770 Neumarck. Altstadt abgerissen7 Personen 1770 Zeughauß. Altstadt 100x100px 34 Personen 1770 Markmanns- u. Hafengaß Altstadt 34 Personen 1770 Markmanns- u. Hafengaß Altstadt

Französische Besetzung, 1794 bis 1814 rechts|100x100px

1794 wurde das linke Rheinufer von französischen Revolutionstruppen besetzt. Damit begann die Franzosenzeit; sie endete am 14. Januar 1814.

Unterbringung in Privatquartieren, danach in ehemaligen KlösternRheinische Industriekultur, Objekte Koeln, Heeresproviantamt abgerufen am 19. Dez. 2012 (1802 fand eine Verstaatlichung kirchlicher Besitztümer statt)

Einheiten Stationierungs-zeitraum Kaserne Baujahr Umbenennung/en Umbau/ten Stadtteil Straße Bild/er Zustand Dominikanerkloster, umgebaut zur Dominikanerkaserne Neustadt 100x100px 1889 abgerissen Kartäuserkloster, umgebaut zur KartäuserkaserneKanton Köln Gesellschaftliches Bild, Militär bzw. LazarettAuflösung der Kartause, abgerufen am 22. Februar 2016 Altstadt 100x100px Reste erhalten

Preußische Zeit, 1815 bis 1918 rechts|100x100px

1815 wird Köln Preußen zugeschlagen, das den Ausbau der Stadt zur Festung anordnet.

Militär-Wesen 1863

wörtlich zitiert aus: Der Wanderer durch Köln, Eine geschichtliche Beschreibung der Stadt und ihrer sämtlicher Merkwürdigkeiten

Die Militär-Bevölkerung Kölns beträgt durchschnittlich über 6.800 Personen, in welcher Zahl die Besatzung von Deutz, welches überhaupt in militärischer Hinsicht mit Köln ein Ganzes bildet, mit einbegriffen ist. Von höhern Militär-Behörden enthält Köln den Stab der 15. Division, der 29. und 30. Infanterie- und der 15. Kavallerie-Brigade. Außerdem hat Köln eine Kommandantur, (Apostelnkloster 3) eine Festungs-Inspektion (Glockengasse 15), ein Proviant-Amt (Severinstraße 176), eine Garnison-Verwaltung (Neumarkt 2), und ein Garnison-Lazarett. Letzteres (Carthäusergasse 17) enthält 400 Betten…. Die Besatzung von Köln und Deutz besteht gegenwärtig aus dem 1., 2. und 3. Bataillon des rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 25, dem 1. und 2. Bataillon Nr. 65, dem 3. Bataillon des ostpreußischen Füsilier-Regiments Nr. 33, dem rheinischen Kürassier-Regiment Nr. 8, der westfälischen Artillerie-Brigade Nr. 7. und dem westfälischen Pionier-Bataillon Nr. 7. — Von dem 1. Bataillon des 2. rheinischen Landwehr-Regiments Nr. 28, bildet die Stadt mit drei Compagnien und der Landkreis mit einer das 1. Bataillon, und befindet sich der Stamm desselben in Köln. Außerdem garnisonieren noch hier unter einem Major stehend zwei berittene und vierzehn Fuß-Gendarmen der 8. Gendarmerie-Brigade, die zu polizeilicher Beihilfe über die ganze Provinz sich verteilt.