Vinzenz de Pay (* 17. Februar 1813 in Riedlingen; † nach 1887) war ein deutscher Architekt und Baubeamter.

Leben Vinzenz de Pay war ein Sohn des Stadtrats Joseph Fidel de Pay. Er erhielt in den Jahren 1830 bis 1835 eine Ausbildung in den Schulen der Bauräte Gaab und Bühler und betätigte sich später vor allem im Eisenbahnbau. 1842 wurde er Stadtbaumeister in Cannstatt. In dieser Eigenschaft baute er ein Mineralbadehaus am SulzerrainPetra Simon, Margrit Behrens: Badekur und Kurbad. Bauten in deutschen Bädern 1780-1920. Diederichs, München 1988, ISBN 3-424-00958-X, S. 225. und leitete 1847 die Restaurierung der Kirche in Markgröningen.Württembergische Jahrbücher für vaterländische Geschichte, Geographie, Statistik und Topographie. 1847, 1. Heft, S. 15 (Digitalisat) 1850 war er am Bau des Enzviadukts in Bietigheim beteiligt. Zwei Jahre später war er Baumeister in Rottweil, wo er u. a. die am 24. Oktober 1858 eingeweihte evangelische Pfarrkirche für Schönbronn (Schramberg) entwarf.Schwäbischer Merkur, Schwäbische Kronik, Nr. 239, 02.11.1858, S. 1981 Ab 1862 war er Baumeister in Esslingen.

mini|hochkant|Ev. Kirche in Schönbronn (Schramberg), von Norden mini|hochkant|St. Nikolaus in Gutenberg Der Aufriss der St.-Nikolaus-Kirche in Gutenberg, die in den Jahren 1865/1866 errichtet wurde, stammte von de Pay.Christa Reichle: Im Jahr 1868 wurde de Pay zum Baurat ernannt, er arbeitete ab 1869 als Bausachverständiger der Hofdomänenkammer. 1887 ging er in den Ruhestand.

Familie Aus der 1844 geschlossenen Ehe mit Jeanette von Mögling ging unter anderem der Sohn JohannesJohannes de Pay †. In: Deutsche Bauzeitung. 33. Jahrgang, 1899, Nr. 81 (vom 11. Oktober 1899), S. 507–509. (Nrn. 79–86 online als PDF-Dokument mit 25,2 MB) hervor.

Ein weiterer Nachkomme dürfte ein königlich württembergischer Eisenbahnbauinspektor namens V. de Pay gewesen sein, der 1911 in den Ruhestand versetzt wurde.Zentralblatt der Bauverwaltung. 31. Jahrgang, 1911, S. 545 (Ausschnitt) Dieser de Pay legte 1903 eine Kurvenpalette vor, mit deren Hilfe Eisenbahn- und Straßenzüge ohne Zirkel oder andere Instrumente in Karten eingetragen werden konnten. Das Instrument, das im Zentralblatt der Bauverwaltung als „durchsichtig und widerstandsfähig“ bezeichnet wurde, wurde bei L. Jennewein in Stuttgart verkauft.Zentralblatt der Bauverwaltung. 23. Jahrgang, 1903, Nr. 31 (vom 18. April 1903), S. 194.

Literatur Rudolf Bütterlin: Die Künstlerfamilie de Pay aus Riedlingen. In: Schwäbische Heimat. 1, 1986, S. 24–33.

Weblinks Verzeichnis der württembergischen Hofbediensteten auf archiv-altshausen.de

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Baden-Württemberg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1813 Kategorie:Gestorben im 19. oder 20. Jahrhundert Kategorie:Mann