Der Aberdeen-Skandal war eine Affäre im Jahr 1996, die sich nach dem Bekanntwerden von Vergewaltigung und sexueller Belästigung von Rekrutinnen durch männliche Ausbilder auf dem Aberdeen Proving Ground entwickelte, einer Ausbildungseinrichtung der United States Army im Bundesstaat Maryland.Martin Grundmann, Hartwig Hummel, Michael Berndt u. a. (Hrsg.): Militär und Politik: Ende der Eindeutigkeiten? Zum Wandel institutionalisierter Gewalt. Nomos Verlag, Baden-Baden 1998, ISBN 3-7890-5671-5, S. 135.
Nachdem eine Rekrutin im September 1996 einen Fall sexueller Belästigung in der Trainingsbasis des Aberdeen Proving Ground gemeldet hatte, leitete die US-Army eine Untersuchung ein.Bradley Graham: Army Trainers Face Sex Abuse, Rape Charges. In: Washington Post, 8. November 1996. Am 7. November 1996 gab der damalige Chief of Staff of the Army Dennis Reimer bekannt, dass fünf Ausbilder wegen verschiedenen Formen sexueller Belästigung von Soldatinnen unter ihrer Aufsicht angeklagt wurden.Anne W. Chapman: Mixed-gender basic training: the U.S. Army experience, 1973-2004. U.S. Army Training and Doctrine Command, Fort Monroe 2008, ISBN 978-0-16-079420-9, S. 110 ff. Der Offizier Derrick Robertson und der Staff Sergeant Delmar Simpson wurden unter anderem wegen Vergewaltigung und Strafvereitelung vor das Militärgericht gestellt. Gegen den Staff Sergeant Nathanael Beech wurde der Vorwurf der ungebührlichen Beziehung mit Untergebenen erhoben.Art Pine: Army Reacts Quickly to Sex Harassment Charges. In: Los Angeles Times, 8. November 1996.Terry Atlas: . In: Chicago Tribune, 9. November 1996. Mit zwei anderen Ausbildern wurde außergerichtlich verfahren, sie wurden des ungebührlichen Verhaltens beschuldigt. 15 weitere Ausbilder des Aberdeen Proving Ground wurden vom Dienst suspendiert.Alex Dominguez: Army sex scandal hot line drawing calls from all four military branches. In: The Associated Press, 12. November 1996.. In: The Baltimore Sun, 14. Dezember 1996.
Robertson, der ranghöchste der angeklagten Soldaten, wurde im März 1997 zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt und vom Militär entlassen, nachdem er sich unter anderem der „Sodomie“ und des Ehebruchs als schuldig bekannt hatte. Als Gegenleistung für das Schuldeingeständnis ließen die Militärstaatsanwälte die Anklage wegen Vergewaltigung fallen.Terri S. Nelson: For love of country: confronting rape and sexual harassment in the U.S. military. Haworth Maltreatment and Trauma Press, New York 2002, ISBN 0-7890-1221-9, S. 88.Greg E. Norman: Army Sex Scandal Figure Pleads Guilty. In: Los Angeles Times, 21. März 1997.
Staff Sergeant Simpson wurde nach einem zweiwöchigen Prozess im April 1997 der 18-fachen Vergewaltigung von sechs Rekrutinnen und 29 anderer Verbrechen überwiegend sexueller Natur im Zeitraum zwischen 1995 und 1996 von einer sechsköpfigen Jury für schuldig befunden. Im Mai 1997 wurde er zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt.https://archive.today/20130910192046/http://business.highbeam.com/4341/article-1G1-19403153/sex-rape-and-us-military . In: Maclean’s, 12. Mai 1997.Gerard J. De Groot und C. M. Peniston-Bird: A soldier and a woman: sexual integration in the military. Pearson Education, New York 2000, ISBN 0-582-41439-3, S. 349.
Siehe auch Tailhook-Skandal
Einzelnachweise
Literatur Robert D. Shadley: The GAMe: unraveling a military sex scandal. Beaver's Pond Press, Edina/Minnesota 2013, ISBN 978-1-59298-996-6. The Secretary of the Army's Senior Review Panel On Sexual Harassment. Untersuchungsbericht aus dem Jahr 1996.
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