Andreas Marneros (* 22. Oktober 1946 in Germasoja, Zypern) ist ein deutscher Psychiater zyprischer Herkunft und emeritierter Professor für das Fach Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Er war zuletzt bis 2012 knapp zwanzig Jahre lang Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Leben Andreas Marneros legte das Abitur 1964 in Limassol auf Zypern ab. Im Anschluss studierte er bis 1972 Medizin an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, Griechenland, und erlangte dort 1972 seinen Abschluss.

Anschließend ging Andreas Marneros nach Deutschland, wo er von 1973 bis 1979 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Neuro-Psychiatrischen Klinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) tätig war. Dort promovierte er 1977 zum Thema Psychopathologie der beginnenden Hirnatrophie.

1978 erfolgte seine Facharztanerkennung als Nervenarzt, der 1994 in Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie umgewandelt wurde. 1984 erhielt Andreas Marneros den Zusatztitel „Psychotherapie“ und 2006 den Zusatztitel „Forensische Psychiatrie“.

Andreas Marneros habilitierte sich 1980 an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln mit dem Thema Struktur und Dynamik der Hirnorganischen Melancholie und bekam die Lehrbefugnis für die Fächer Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie.

Von 1980 bis 1983 fungierte Andreas Marneros als Privatdozent (PD) an der Psychiatrischen Klinik der Universität zu Köln, und von 1983 bis 1985 als Professor für Klinische Psychiatrie an derselben Universität.

1985 bis 1992 war er Professor für Medizinische Psychologie und Allgemeine Psychopathologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Andreas Marneros war schließlich von Sommer 1992 bis Januar 2012 Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Andreas Marneros agierte, auch über die Grenzen von Sachsen-Anhalt hinaus, lange als Gerichtsgutachter.

Seit seiner Emeritierung publiziert er Bücher, die sich im Grenzgebiet zwischen Griechischer Mythologie und Psychiatrie / Psychologie bewegen.

Forschungsschwerpunkte Andreas Marneros' Forschungsschwerpunkte sind anhaltende wahnhafte Störungen, akute vorübergehende psychotische Störungen sowie schizophrene, schizoaffektive und affektive Störungen. Die Arbeiten auf den beiden letztgenannten Gebieten wurden jeweils mit einem Forschungspreis ausgezeichnet. Ein weiterer Forschungs- und Publikationsschwerpunkt ist die Forensische Psychiatrie.

Andreas Marneros hat im Laufe der Zeit ca. 600 Publikationen veröffentlicht, darunter 46 Bücher.

Auszeichnungen Andreas Marneros hat verschiedene Auszeichnungen erhalten, u. a.: 1998: „Richard von Krafft-Ebing Forschungspreis für originelle Forschung in der Forensik“ (zusammen mit den anderen Teammitgliedern Simone Ullrich und Dieter Rössner) 2002: „Emil Kraepelin Forschungspreis für herausragende Forschungsarbeiten im Bereich der psychotischen Störungen, insbesondere der akuten vorübergehenden psychotischen Störungen“, außerdem Kraepelin-Alzheimer-Ehrenplakette 2002: Ehrenplakette der Cyprus Society of Psychiatrists 2003: Ehrendoktor der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen 2009: Ehrendoktor der Aristoteles-Universität Thessaloniki 2011: Ehrenprofessur der Katholischen Universität Córdoba, Argentinien

2022: Bundesverdienstkreuz am Bandehttps://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/Bekanntgabe-Ordensverleihung/2205-Verleihungen.html

Schriften (Auswahl) Die List. Mythen und Psychologie. Schattauer, 2020, ISBN 978-3-608-40034-2 Warum Ödipus keinen Ödipus-Komplex und Adonis keinen Schönheitswahn hatte – Psychoanalyse und griechische Mythologie – eine Beziehungsklärung. Springer, 2018, ISBN 978-3-662-56730-2 Homers Odyssee psychologisch erzählt. Der Seele erste Irrfahrt. Springer, 2016. ISBN 978-3-658-13847-9

Intimizid. Die Tötung des Intimpartners. Ursachen, Tatsituationen und forensische Beurteilung. Schattauer, 2008, ISBN 978-3-7945-2414-3 Affekttaten und Impulstaten. Forensische Beurteilung von Affektdelikten. Schattauer, 2007, ISBN 978-3-7945-2517-1 Das Neue Handbuch der Bipolaren und Depressiven Erkrankungen. Thieme, 2004. ISBN 978-3-13-109092-8

Weblinks

Vollständige Bücher-/ Literaturliste

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Psychiater Kategorie:Psychosomatiker Kategorie:Hochschullehrer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) Kategorie:Ehrendoktor der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen Kategorie:Ehrendoktor der Aristoteles-Universität Thessaloniki Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann