Zygmunt Bocheński (* 25. Juli 1935 in Zakopane; † 29. November 2009 in Krakau) war ein polnischer Wirbeltier-Paläontologe und Ornithologe. Speziell befasste er sich mit fossilen (und rezenten) Vögeln.
Leben und Werk Sein Vater Zbigniew Bocheński war Kunsthistoriker. Bocheński studierte an der Jagiellonischen Universität in Krakau mit dem Diplom-Abschluss 1957 und der Promotion 1961. Er habilitierte sich dort 1974 und wurde 1983 Professor. Er war seit 1959 am Institut für Systematik und Evolution der Tiere der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Krakau, war 1979 bis 1981 stellvertretender Leiter des Instituts und 1986/87 Leiter der Wirbeltier-Zoologie. 2006 emeritierte er.
Er veröffentlichte einen Katalog fossiler Vögel aus Polen und über die Vögel des jüngeren Quartärs in Polen.Ptaki młodszego czwartorzędu Polski, Warschau/Krakau 1974 Neben Polen war er auch zu Feldarbeiten in ÄgyptenBird fauna from Bir Tarfawi, in F. Wendorf, R. Schild, A. E. Close (Hrsg.) Egypt during the last interglacial, Plenum Press 1993, 159–185 und Spanien.Bochenski The Middle Pleistocene avifauna from Pinilla del Valle (Spain), Geobios, 40, 2007, 31–37 Er bearbeitete mit Teresa Tomek Vögel aus den Ausgrabungen von El Nabta in Ägypten sowie mit Tomek und seinem Sohn Zbigniew M. Bocheński die Vögel bei den Ausgrabungen der Oblazowa Höhle in den polnischen Karpaten.Fundort des ältesten bekannten Bumerangs mit einem Alter von rund 30.000 Jahren
Er veröffentlichte über das Brutverhalten von RohrsängernBochenski, P. Kusnierczyk Nesting of Acrocephalus warblers. Acta zoologica cracoviensia, 46, 2003, 97–195, Echten DrosselnBochenski, Nesting of the European members of the genus Turdus Linnaeus 1758 (Aves). Acta zoologica cracoviensia, 13, 1968, 349–440 und GrasmückenNesting of the Sylvia Warblers, Acta zoologica cracoviensia, 29, 1985, 241–328 und die Vögel des Nationalpark OjcówBochenski, T. Oles: Ptaki Ojcowskiego Parku Narodowego, Acta zoologica cracoviensia, 22 1977, 319–372 und im Nationalpark Babia Góra.
Er erstbeschrieb unter anderem mit Zbigniew Bocheński einen Kolibri aus dem Eozän Eurotrochilus noniewiczi, dessen Fossilien bei Jasła in den polnischen Karpaten gefunden wurden.Zygmunt und Zbigniew Bochenski An Old World hummingbird from the Oligocene: a new fossil from Polish Carpathians. Journal of Ornithology, 149, 2008, 211–216
1985 bis 2007 war er Herausgeber der Acta Zoologica Cracoviensia. Er war einer der Gründer der ornithologischen Abteilung der polnischen zoologischen Gesellschaft und 1974 bis 1982 Präsident von deren Sektion in Krakau. Er erhielt das Ritterkreuz des Ordens Polonia Restituta.
Sein Sohn Zbigniew M. Bocheński (im Gegensatz zu ihm mit Z. M. Bochenski abgekürzt, er selbst wird Z. Bochenski abgekürzt) ist ebenfalls Paläornithologe.
Schriften Catalogue of fossil and subfossil birds of Poland. Acta zoologica cracoviensia, 36, 1993, 329–460 mit Zbigniew M. Bochenski, Teresa Tomek A history of Polish birds. Institut für Systematik und Evolution der Tiere, Polnische Akademie der Wissenschaften, Krakau 2012
Literatur Andrzej Elżanowski Zygmunt Bocheński (1935–2009), Acta Palaeontologica Polonica, 55, 2010, S. 56
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Paläontologe Kategorie:Ornithologe Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Ritter) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2009 Kategorie:Mann