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Andrej Ajdič (* 12. Juli 1937 in Laško, Königreich Jugoslawien; † vor oder am 22. Dezember 2022Umrl je umetnik Andrej Ajdič, avtor šestmetrske skulpture Vstajenje v Medžugorju. In: rtvslo.si, 22. Dezember 2022, abgerufen am 28. Dezember 2022 (slowenisch).) war ein slowenischer Maler, Grafiker und Bildhauer.J.Gurks: ‚Der lesende Affe‘ oder die Macht der Medien. In: Tageszeitung Neues Deutschland, 6. November 1991, S. 1. Zur Ausstellung Plastiken von Ajdič im Künstlerhaus Wien.Personen. In: Die Welt. 16. März 1991, S. 7

Leben Ajdič war das älteste von fünf Geschwistern. Die Familie lebte einige Jahre in Graz, Österreich, sodass Ajdič zweisprachig aufwuchs. Im Alter von elf Jahren wurde er zum Vollwaisen und lebte daraufhin bei der Familie einer Tante in Celje, wo er eine höhere Schulausbildung und eine Goldschmiedelehre absolvierte. Von 1956 bis 1958 folgte ein Studium der angewandten Kunst in Ljubljana und der Akademie für angewandte Kunst in Wien bei Kurt Schwarz und Franz Herberth, wo er 1961 sein Diplom erhielt.

Ajdič heiratete 1965, seine beiden Töchter wurden 1967 und 1968 geboren. Nach einer kurzen Beschäftigung in der Industrie und einem Aufenthalt in der Schweiz widmete er sich wieder seiner Arbeit als freier Künstler.Ana Siler: Die Kunst aus Ex-Jugoslawien in drei Wiener Sammlungen: Albertina, MUMOK und Sammlung Erste Bank. 2005, S. 86, 87, 143, 144. Er erwarb ein Domizil in Poljane im oberen Savinjska-Tal, wo er bis zuletzt lebte.Andrej Ajdič : monograph. Selbstverlag, 2005, ISBN 961-236-795-7. S. 4–7.

Die erste große Einzelausstellung fand 1976 in der Galerie Pierre Koller in Lausanne statt. Es folgten Ausstellungen im In- und Ausland. Zu den Kennern seiner Arbeiten zählen Persönlichkeiten wie der UNESCO-Generaldirektor Federico Mayor, dem, anlässlich des internationalen Zeitungskongresses 1993 in Berlin, der FIEJ-Preis, eine Ajdič-Bronze, überreicht wurde.Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger. In: BDZV Intern, 25. Mai 1993, S. 5, Kongress der Federation Internationale des Editeurs de Journeau et Publications.„Kunst mit der MZ, Preis fuer Pressefreiheit“, Mitteldeutsche Zeitung vom 26. Mai 1993, S. 1 Federico Mayor, Bill Clinton und Johannes Rau gehören zu Sammlern von Ajdič-Skulpturen.

Arbeiten von Andrej Ajdič befinden sich in zahlreichen privaten Sammlungen, im Besitz von Galerien in den USA und in verschiedenen Ländern Europas sowie in der Albertina in Wien, im Kultusministerium, Wien, in der Nationalbibliothek Civita, Mailand, im Sekretariat für Kultur, Ljubljana und der Nationalbibliothek, Washington, sowie der Akademie für angewandte Kunst, Wien. Ausstellungen, die sich ausschließlich seinem Werk widmeten, fanden u. a. in Italien, der Schweiz, Deutschland und in den USA statt.

Im Oktober 2019 erhob Ajdič Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der Verwendung der von ihm gefertigten, nach seinen Angaben als Dauerleihgabe überlassenen Christusstatue vor der Pfarrkirche in Međugorje gegen die dortige Pfarrgemeinde. Diese bestritt Ajdičs Ansprüche, laut Zollerklärung sei die Statue ein Geschenk gewesen.Martin Sander: Jesus – made in China. Deutschlandfunk Kultur vom 27. Oktober 2019

Ajdič war Mitglied des Künstlerhaus Wien.. Abgerufen am 31. Oktober 2023.

Werk Der Kunstkritiker Winfried Konnertz beschrieb Ajdičs Werk:„Anfang der 1960er Jahre beginnt Ajdič mit narrativ-figurativen Bildern anekdotischen Charakters, die sein reales Umfeld widerspiegeln. Die Bilder zeigen eine neue Figürlichkeit, als Ablehnung des Informel, wie sie auch im Westen entstand: gewöhnliche, banale Sujets oder Werbung, wie sie auch die Pop Art nutzt. Aber Ajdičs Adaption banaler Dinge ist nicht banal. In seinen Bildern vereint er westliche Tendenzen, wie Op-Art und geometrische Systeme mit narrativem Material, um den ‚grotesken Bestand‘Mirko Juteršek: Andrej Ajdič. In: Deutsche Parlamentarische Gesellschaft, Bonn 1991, S. 10,12,13 – also die opponenten intellektuellen und künstlerischen Programme westlicher Kunstproduktionen – aufheben und ihm durch seine Bildfindung eine rätselhafte Dimension verleihen“.Winfried Konnertz: In: monograph Andrej Ajdič, 2005, ISBN 961-236-795-7, S. 1.„Ajdičs Arbeiten zeigen beides: formalkompositorische Meisterschaft und farbintensive Strukturierung fantasiestarker Sujets. Geometrisches wird mit Realem verbunden, oft zu reduzierten s. Irritierende Szenen bilden Bildflächen – häufig auf schwarzem Grund – in die Realitätszitate und farbige Geometrieformen eingebunden sind. Wie durch Fensterrahmen blickt man in den Hintergrund, der floral und biomorph mit technischen Objekten kombiniert, unerwartete Assoziationen hervorruft“.1975 begann Ajdič sein skulpturales Werk. Die Skulpturen nutzten durchweg in Bronze reliefiert wiedergegebene Zeitungsseiten. Sie wurden zunächst eingesetzt, um alltägliche Objekte darzustellen. Äpfel, Schuhe, Brot, Tiere oder anatomische Details, dann aber auch später für die großen Skulpturen Lesender Affe 1990 oder Aufsteigen-Hommage I. M. 1991. Die Zeitungsseiten in geformter Bronze, Abgüsse der Matrix einer Druckseite für Rotationsdruckmaschinen, schaffen – gleichsam ummantelnd – die Skulpturen und bilden sie zu anthropomorph-mythischen Gebilden.

Ausstellungen (Auswahl)

1974: Andrej Ajdič: tapiserija, slikarstvo, grafika, Städtische Galerie, Ljubljana 1991: Andrej Ajdič, Deutsche Parlamentarische Gesellschaft, Bonn; Villa Clementine, Wiesbaden; Galerie am Brühl, Chemnitz; Künstlerhaus, Wien 1993: Andrej Ajdic. Gegossene Zeit: Bronze-Skulpturen und Grafik. Bank Austria, Wien

Literatur

Andrej Ajdič: Autobiografie. Koščak, Ljubljana 2006, ISBN 961-91592-6-8.

Weblinks

Einzelnachweise

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