mini|hochkant=2.3| Der Speerwurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2012 in London wurde am 7. und 9. August 2012 im Olympiastadion London ausgetragen. 41 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde die Tschechin Barbora Špotáková, die vor den beiden Deutschen Christina Obergföll und Linda Stahl gewann.

Neben den Medaillengewinnerinnen nahm Katharina Molitor für Deutschland teil, die ebenfalls das Finale erreichte. Sie wurde Sechste. Die Österreicherin Elisabeth Eberl schied in der Qualifikation aus. Athletinnen aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin Barbora Špotáková () 71,42 m Peking 2008 Weltmeisterin Marija Abakumowa () 71,99 m Daegu 2011 Europameisterin Wera Rebrik () 74,29 m Helsinki 2012 Zentralamerika und Karibik-Meisterin Fresa Núñez () 54,29 m Mayagüez 2011 Südamerika-Meisterin María Lucelly Murillo () 55,85 m Buenos Aires 2011 Asienmeisterin Liu Chunhua () 58,05 m Kōbe 2011 Afrikameisterin Margaret Simpson () 54,62 m Porto-Novo 2012 Ozeanienmeisterin Tori Peeters () 42,21 m Cairns 2012

Rekorde Bestehende Rekorde WeltrekordBarbora Špotáková ()72,28 mStuttgart, Deutschland13. September 2008Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Javelin throw - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 22. April 2022Olympischer RekordOsleidys Menéndez ()71,53 mFinale OS Athen, Griechenland27. August 2004 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Die tschechische Olympiasiegerin Barbora Špotáková verfehlte diesen Rekord mit ihren 69,55 m nur um 1,98 m. Zum Weltrekord fehlten ihr 2,83 m. Rekordverbesserung Es wurde ein neuer Landesrekord aufgestellt: 62,77 m – Ásdís Hjálmsdóttir (Island), Qualifikation am 7. August, erster Versuch

Doping In diesem Wettbewerb gab es zwei nachträglich festgestellte Dopingfälle: Der zunächst siebtplatzierten Slowenin Martina Ratej wurde bei einem Nachtest früherer Dopingproben der Einsatz der verbotenen Substanz Clostebol, ein anaboles Steroid, nachgewiesen. Am 16. Juli 2020 wurde ihr unter anderem ihr Resultat von den Londoner Spielen aberkannt. Darüber hinaus erhielt sie eine zweijährige Wettkampfsperre.Slovenian javelin star accepts two year ban. sportsintegrityinitiative.com 24. November 2021, abgerufen am 22. April 2022 Die ursprünglich zehntplatzierte Russin Marija Abakumowa wurde positiv auf das verbotene Mittel Turinabol getestet. Alle ihre Resultate, die sie von den Olympischen Spielen 2008 bis zu den Spielen 2012 erzielt hatte, wurden annulliert.Maria Abakumova has been stripped of worlds title 2011 for doping. throwshub.com 7. September 2018, abgerufen am 22. April 2022

Benachteiligt wurden vor allem die drei folgenden Athletinnen: Kathryn Mitchell, Australien – Ihr hätten im Finale auf ihrem achten Platz drei zusätzliche Würfe zugestanden. Līna Mūze, Lettland – Sie lag mit ihren 59,91 m nach der Qualifikation auf dem elften Gesamtrang und wäre somit im Finale startberechtigt gewesen. Jarmila Klimešová, Tschechien – Sie hatte nach der Qualifikation mit 59,90 m Platz zwölf belegt und hätte somit im Finale starten dürfen.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig Anmerkungen: Alle Zeiten in diesem Beitrag sind nach Ortszeit London (UTC±0) angegeben. Alle Weitenangaben sind in Metern (m) notiert.

Qualifikation Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Neun Athletinnen (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 61,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht und das Finalfeld wurde mit den drei nächstbesten Starterinnen beider Gruppen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Wettbewerberinnen aufgefüllt. So mussten schließlich 60,11 m für die Finalteilnahme erbracht werden. Zu den acht direkt für das Finale qualifizierten Werferinnen gehörten auch zwei Dopingbetrügerinnen, sodass schließlich nur zehn Athletinnen in die Finalwertung kamen.

Gruppe A

7. August 2012, 10:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Barbora Špotáková 66,19 – – 66,19 2 Christina Obergföll 66,14 – – 66,14 3 Linda Stahl 64,78 – – 64,78 4 Madara Palameika 60,62 60,50 57,91 60,62 5 Elizabeth Gleadle x 59,73 60,26 60,26 6 Līna Mūze 51,15 59,48 59,91 59,91 eigentlich für das Finale qualifiziert 7 Brittany Borman 54,31 56,50 59,27 59,27 8 Kimberley Mickle 59,23 57,77 x 59,23 9 Laila Ferrer de Silva 51,66 52,61 58,39 58,39 10 Zhang Li 57,17 58,35 x 58,35 11 Nora Aída Bicet 54,08 54,56 57,77 57,77 12 Tatjana Jelača 52,58 x 57,09 57,09 13 Marharyta Doroschon 56,74 55,18 50,60 56,74 14 Kara Patterson 56,23 x x 56,23 15 Flor Ruíz x 54,34 52,37 54,34 16 Elisabeth Eberl x x 49,66 49,66 17 Kristine Harutjunjan 47,65 x x 47,65 Yanet Cruz x x x ogV Goldie Sayers x x x DOP Martina Ratej x 63,20 – 63,20 für das Finale zugelassen DNS Yusbelys Parra Weitere in Qualifikationsgruppe A ausgeschiedene Speerwerferinnen:

Gruppe B

7. August 2012, 11:35 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Sunette Viljoen 65,92 – – 65,92 2 Lü Huihui 64,45 – – 64,45 3 Ásdís Hjálmsdóttir 62,77 – – 62,77 NR 4 Katharina Molitor 58,06 55,30 62,05 62,05 5 Kathryn Mitchell 60,11 57,80 59,84 60,11 6 Jarmila Klimešová 56,76 59,90 x 59,90 eigentlich für das Finale qualifiziert 7 Yuki Ebihara 59,25 58,03 54,17 59,25 8 Indrė Jakubaitytė 54,05 56,63 59,05 59,05 9 Wira Rebryk x 58,97 x 58,97 10 Sinta Ozoliņa-Kovala x 58,86 51,35 58,86 11 Hanna Hazko 58,37 56,02 55,94 58,37 12 Rachel Yurkovich 54,20 x 57,92 57,92 13 Savva Lika 56,36 57,06 x 57,06 14 Yainelis Ribeaux 53,70 56,55 x 56,55 15 Li Lingwei 55,28 x 56,50 56,50 16 Maryna Nowik 51,93 50,77 54,31 54,31 17 Leryn Franco 51,45 x 49,72 51,45 18 Anastasiya Svechnikova 50,56 51,27 x 51,27 19 Vanda Juhász 49,90 50,01 x 50,01 Sanni Utriainen x x x ogV DOP Marija Abakumowa 63,25 – – 63,25 für das Finale zugelassen Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Speerwerferinnen:

Finale mini|hochkant=1.1| 9. August 2012, 21:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Weite Anmerkung 1 Barbora Špotáková 66,90 66,88 66,24 69,55 x x 69,55 2 Christina Obergföll 65,16 x x x x x 65,16 3 Linda Stahl 59,49 63,24 62,67 64,91 x x 64,91 4 Sunette Viljoen 64,53 62,71 57,30 57,05 60,93 62,61 64,53 5 Lü Huihui 59,97 63,28 58,58 61,26 63,70 62,19 63,70 6 Katharina Molitor 62,89 58,15 58,51 x x x 62,89 7 Madara Palameika 56,47 60,73 x 59,32 x 59,22 60,73 8 Kathryn Mitchell 58,31 59,46 58,45 eigentlich zu drei weiteren Würfen berechtigt 59,46 9 Ásdís Hjálmsdóttir 59,08 57,35 x nicht im Finale derbesten acht Werferinnen 59,08 10 Elizabeth Gleadle 57,10 x 58,78 58,78 DOP Martina Ratej x 58,89 61,62 x 60,11 56,90 61,62 Marija Abakumowa x 59,34 58,70 nicht im Finale der besten acht Werferinnen 59,34 Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, neun von ihnen über die Qualifikationsweite, drei weitere über ihre Platzierungen. Drei Deutsche kämpften zusammen mit je einer Teilnehmerin aus Australien, China, Island, Kanada, Lettland, Russland, Slowenien, Südafrika und Tschechien um die Medaillen. Zwei von ihnen stellten sich lange Zeit später als gedopt heraus und wurden disqualifiziert (siehe Abschnitt "Doping" oben).

Als Topfavoritin galt die tschechische Olympiasiegerin von 2008 und Weltrekordlerin Barbora Špotáková. Ihre stärksten Gegnerinnen waren vor allem die gedopte Russin Marija Abakumowa als amtierende Weltmeisterin, die deutsche Olympiazweite von 2008 Christina Obergföll sowie die südafrikanische WM-Dritte Sunette Viljoen.

Špotáková setzte sich gleich in der ersten Runde mit 66,90 m an die Spitze, gefolgt von Obergföll, die 65,16 m erzielt hatte. Viljoen lag dahinter mit 64,53 m auf Platz drei. Nach drei Durchgängen hatte sich nichts geändert. Abakumowa hatte es nicht geschafft, sich für drei weitere Versuche in der Runde der besten Acht zu qualifizieren. Sie schied als Zehnte aus.

Im vierten Durchgang steigerte sich Špotáková auf 69,55 m, während sich die Deutsche Linda Stahl mit 64,91 m auf Platz drei verbesserte. In den letzten beiden Runden gab es keine Veränderungen mehr an der Spitze.

Barbora Špotáková war nach Ruth Fuchs aus der DDR – 1972 und 1976 – erst die zweite Speerwerferin, die ihren Olympiasieg wiederholen konnte. Jeder der vier weiteren gültigen Versuche Špotákovás hätte für die Goldmedaille gereicht.

Videolinks 2012 London Olympics, Liz Gleadle in Women's Javelin Qualifying Round, youtube.com, abgerufen am 22. April 2022 OG 2012 JAVELIN Women Final, youtube.com, abgerufen am 22. April 2022 Barbora Spotakova (CZE) Wins Women's Javelin Gold - London 2012 Olympics, youtube.com, abgerufen am 22. April 2022

Weblinks Official results book, XXX Olympic Games London 2012, Athletics, Women's Javelin Throw, stillmed.olympic.org (englisch/französisch), S. 350–354 (PDF; 55.483 KB), abgerufen am 22. April 2022 OLYMPIC GAMES LONDON (OLYMPIC STADIUM) 27 JUL - 12 AUG 2012, women's Javelin Throw, Weltleichtathletikverband World Athletics (englisch), worldathletics.org, abgerufen am 22. April 2022 Athletics at the 2012 Summer Olympics, Javelin Throw, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 22. April 2022 London 2012, javelin throw women Results, olympics.com, abgerufen am 22. April 2022 Athletics at the 2012 London Summer Games: Women's javelin throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 22. April 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2012 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb Kategorie:Sportveranstaltung im London Borough of Newham