mini|hochkant=2.3| Der Hammerwurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2012 in London wurde am 8. und 10. August 2012 im Olympiastadion London ausgetragen. 37 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde die Polin Anita Włodarczyk, die vor der Deutschen Betty Heidler und der Chinesin Zhang Wenxiu gewann.

Für Deutschland nahm neben der Medaillengewinnerin Heidler Kathrin Klaas teil, die ebenfalls das Finale erreichte und Vierte wurde. Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht am Start.

Beim olympischen Hammerwurfwettbewerb kamen erstmals funkgesteuerte Modellautos der Marke Mini Cooper zum Einsatz, die das Sportgerät wieder zurück zum Abwurfkreis brachten.Why was no one watching the Olympic hammer throw, javelin and discus? Remote control MINI Coopers, thenextweb.com (englisch), abgerufen am 21. April 2022

Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin Yipsi Moreno () 75,20 m Peking 2008 Weltmeisterin Tatjana Lyssenko () 77,13 m Daegu 2011 Europameisterin Anita Włodarczyk () 74,29 m Helsinki 2012 Zentralamerika und Karibik-Meisterin Johana Moreno () 67,97 m Mayagüez 2011 Südamerika-Meisterin Jennifer Dahlgren () 72,70 m Buenos Aires 2011 Asienmeisterin Masumi Aya () 67,19 m Kōbe 2011 Afrikameisterin Amy Sène () 65,55 m Porto-Novo 2012 Ozeanienmeisterin Rebecca Hodgson () 47,78 m Cairns 2012

Rekorde Bestehende Rekorde WeltrekordBetty Heidler ()79,42 mHalle an der Saale, Deutschland21. Mai 2011Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Hammer throw - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 21. April 2022Olympischer RekordYipsi Moreno ()75,20 mFinale OS Peking, Volksrepublik China20. August 2008 Rekordverbesserungen Der bestehende olympische Rekord wurde insgesamt viermal verbessert. Außerdem wurde ein neuer Landesrekord aufgestellt. Olympische Rekorde: 75,68 m – Anita Włodarczyk (Polen), Qualifikation am 8. August, Gruppe A, erster Versuch 76,34 m – Zhang Wenxiu (Volksrepublik China), Finale am 10. August, zweiter Versuch 77,12 m – Betty Heidler (Deutschland), Finale am 10. August, fünfter Versuch 75,68 m – Anita Włodarczyk (Polen), Finale am 10. August, sechster Versuch Landesrekord: 71,98 m – Sophie Hitchon (Großbritannien), Qualifikation am 8. August, Gruppe A, dritter Versuch

Doping und die Folgen Der Hammerwurf gehörte mit gleich sieben Dopingfällen zu den am meisten belasteten Wettbewerben dieser Londoner Spiele. Vier Finalistinnen wurden ihre Medaillen beziehungsweise Platzierungen aberkannt: Im Oktober 2016 wurde bei Nachuntersuchungen in der Dopingprobe der ursprünglichen Goldmedaillengewinnerin Tatjana Lyssenko aus Russland Dehydrochlormethyltestosteron nachgewiesen. Die Russin wurde disqualifiziert, ihr Olympiasieg aberkannt.Schmerzhaftes Silber für Betty Heidler. In: Der Tagesspiegel 24. Dezember 2018, tagesspiegel.de, abgerufen am 21. April 2022 Damit war nun die Polin Anita Włodarczyk Olympiasiegerin, die Deutsche Betty Heidler rückte auf Platz zwei vor, die Chinesin Zhang Wenxiu auf Platz drei und alle weiteren Athletinnen verbesserten sich um einen Rang nach vorne. Die zunächst sechstplatzierte Belarussin Aksana Mjankowa wurde wegen Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen wie schon bei den Spielen 2008 disqualifiziert.IOC sanctions seven athletes for failing anti-doping tests at Beijing 2008 and London 2012, olympics.com 25. November 2016, abgerufen am 21. April 2022 Zalina Petrivskaya aus der Republik Moldau – zunächst Siebte – wurde ihre Platzierung wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.All-time women's hammer throw. performances annulled due to doping offense (Nr. 30), alltime-athletics.com, 27. Mai 2018, abgerufen am 21. April 2022 Im März 2017 wurde eine weitere Russin, Marija Bespalowa, zunächst auf Platz zehn, wegen Dopingmissbrauchs disqualifiziert.Fünf Athleten wegen Dopings suspendiert - WADA-Report. In: Münstersche Zeitung 5. November 2015, muensterschezeitung.de, abgerufen am 21. April 2022 In allen Fällen verbesserten sich die Platzierungen aller anderen Werferinnen entsprechend. Die Dopingfälle fünf und sechs betrafen Sportlerinnen die in der Qualifikation ausgeschieden waren: Das Ergebnis der Russin Gulfija Chanafejewa von den Spielen in London wurde nach einer positiven Dopingprobe annulliert.IOC disqualifiziert vier russische Athleten, tz.de 30. März 2017, abgerufen am 21. April 2022 Die Belarussin Alena Matoschka wurde im Dezember 2019 nach einem positiven Befund eines Nachtests disqualifiziert. Sie hatte mit Oxandrolon, einem anabolen Steroid gedopt.IOC disqualifiziert drei Sportler nachträglich wegen Dopings. In: Der Tagesspiegel 29. März 2019, tagesspiegel.de, abgerufen am 21. April 2022 Der siebte Dopingfall war bereits vor dem Wettkampf in London aufgetreten: Marina Marghieva aus der Republik Moldau, Zalina Petrivskayas Schwester, wurde nach einer positiven Dopingprobe aus ihrem Olympiateam gestrichen.Nach positivem Doping-Test: Marghieva raus. spox.com 4. August 2012, abgerufen am 21. April 2022 Leidtragende waren in erster Linie folgende Athletinnen, deren Medaillen und Platzierungen erst mit zum Teil nachgereicht bzw. korrigiert wurden, die Hammerwerferinnen, denen in der Qualifikation ein Weiterkommen verwehrt wurde. Betroffene Werferinnen im Medaillenbereich: Anita Włodarczyk, Polen – erst mit mehreren Jahren Verspätung zur Olympiasiegerin erklärt Anita Włodarczyk, Polen – kam erst mit mehreren Jahren Verspätung zu ihrer Bronzemedaille und konnte nicht an der Siegerehrung teilnehmen Drei Athletinnen wurden um die ihnen zustehenden drei zusätzlichen Würfe der besten acht Finalistinnen gebracht: Stéphanie Falzon, Frankreich – mit 73,06 m in der bereinigten Endwertung auf Platz sechs Joanna Fiodorow, Polen – mit 72,37 m in der bereinigten Endwertung auf Platz sieben Sophie Hitchon, Großbritannien – mit 69,33 m in der bereinigten Endwertung auf Platz acht Aufgrund ihrer Weiten aus dem Qualifikationswettbewerb wären folgende vier Sportlerinnen im Finale startberechtigt gewesen: Amber Campbell, USA – 69,93 m, Qualifikationsgruppe A Jessica Cosby, USA – 69,65 m, Qualifikationsgruppe A Kıvılcım Kaya, Türkei – 69,50 m, Qualifikationsgruppe A Éva Orbán, Ungarn – 68,64 m, Qualifikationsgruppe B

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig Anmerkungen: Alle Zeiten in diesem Beitrag sind nach Ortszeit London (UTC±0) angegeben. Alle Weitenangaben sind in Metern (m) notiert.

Qualifikation Acht Athletinnen (hellblau unterlegt) – darunter drei Dopingbetrügerinnen – übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 71,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht und das Finalfeld wurde mit den vier nächstbesten Starterinnen beider Gruppen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Wettbewerberinnen aufgefüllt. So mussten schließlich 70,48 m für die Finalteilnahme erbracht werden. Zu den fünf über ihre Platzierung für das Finale qualifizierten Werferinnen gehörten auch eine weitere Dopingbetrügerin, sodass schließlich nur acht Athletinnen in die Finalwertung kamen.

Gruppe A mini|hochkant=0.8| 8. August 2012, 11:40 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Anita Włodarczyk 75,68 OR – – 75,68 OR 2 Betty Heidler 72,63 74,44 – 74,44 3 Yipsi Moreno 73,95 – – 73,95 4 Sophie Hitchon 67,21 x 71,98 NR 71,98 NR 5 Amber Campbell x 69,93 67,30 69,93 eigentlich fürdas Finale qualifiziert 6 Jessica Cosby 67,36 69,65 68,97 69,65 7 Kıvılcım Kaya 69,50 68,45 67,84 69,50 8 Johana Moreno 68,53 x 68,12 68,53 9 Hanna Skydan 68,50 66,68 57,69 68,50 10 Martina Hrašnová 67,69 68,41 67,75 68,41 11 Bianca Perie x 68,34 x 68,34 12 Ariannis Vichy x 67,48 64,25 67,48 13 Sultana Frizell 66,07 67,45 x 67,45 14 Rosa Rodríguez 66,66 x 67,34 67,34 15 Amy Sène 65,49 65,43 x 65,49 16 Silvia Salis x 10,84 x 10,84 DOP Tatjana Lyssenko 74,43 – – 74,43 für das Finale zugelassen DOP Alena Matoschka 66,85 67,03 65,22 67,03 Weitere in Qualifikationsgruppe A ausgeschiedene Hammerwerferinnen:

Gruppe B mini|hochkant=1.2| 8. August 2012, 20:35 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Zhang Wenxiu 74,53 – – 74,53 2 Kathrin Klaas 74,14 – – 74,14 6 Stéphanie Falzon 70,69 71,67 69,55 71,67 7 Joanna Fiodorow 70,48 68,48 69,89 70,48 9 Éva Orbán x 68,64 63,08 68,64 eigentlich für das Finale qualifiziert 10 Berta Castells 67,74 68,41 65,26 68,41 11 Arasay Thondike 67,93 65,81 x 67,93 12 Tuğçe Şahutoğlu 67,58 64,11 66,56 67,58 13 Amanda Bingson 65,96 66,32 67,29 67,29 14 Barbara Špiler 65,69 62,83 67,21 67,21 15 Kateřina Šafránková 66,16 x 65,25 66,16 16 Iryna Nowoschylowa 65,35 63,98 64,29 65,35 17 Heather Steacy 62,99 61,79 63,40 63,40 18 Vânia Silva 62,81 62,18 x 62,81 Jennifer Dahlgren x x x ogV DOP Marija Bespalowa 72,83 73,56 – 73,56 für das Finale zugelassen Aksana Mjankowa 69,04 x 73,10 73,10 für das Finale zugelassen Zalina Petrivskaya 71,89 72,19 x 72,19 für das Finale zugelassen DOP Gulfija Chanafejewa 68,20 69,43 69,19 69,43 Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Hammerwerferinnen:

Finale 10. August 2012, 19:35 Uhr mini|hochkant=1.7| Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Weite Anmerkung 1 Anita Włodarczyk 75,01 76,02 75,72 x 77,10 77,60 OR 77,60 OR 2 Betty Heidler 73,90 71,52 72,77 x 77,12 OR 72,77 77,13 3 Zhang Wenxiu 72,96 76,34 OR 73,81 68,20 75,56 x 76,34 4 Kathrin Klaas x 72,79 76,05 74,66 72,88 x 76,05 5 Yipsi Moreno 74,60 x x x 71,97 x 74,60 6 Stéphanie Falzon 73,06 69,29 71,10 eigentlich zu drei weiterenWürfen berechtigt 73,06 7 Joanna Fiodorow 62,34 72,37 x 72,37 8 Sophie Hitchon 69,33 65,75 x 69,33 DOP Tatjana Lyssenko 77,56 75,86 74,39 77,12 78,18 77,28 78,18 Aksana Mjankowa 69,50 x 74,40 72,06 x x 74,40 Zalina Petrivskaya 73,77 74,06 72,32 72,91 72,34 70,72 74,06 Marija Bespalowa 71,13 x 68,15 nicht im Finale der besten acht Werferinnen 71,13 Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, acht von ihnen über die Qualifikationsweite, vier weitere über ihre Platzierungen. Allerdings wurden die Resultate von vier Athletinnen wegen Dopingbetrugs nachträglich annulliert. So waren im Finale je zwei Polinnen und Deutsche sowie je eine Teilnehmerin aus China, Frankreich, Großbritannien und Kuba vertreten. Hinzu kamen die vier Dopingsünderinnen, zwei von ihnen aus Russland, sowie je eine aus Moldawien und Weißrussland.

Als Favoritinnen galten in erster Linie die Weltmeisterin von 2009 Anita Wlodarczyk aus Polen und die Deutsche Weltrekordlerin Betty Heidler. Mit guten Medaillenchancen ging auch die chinesische WM-Dritte von 2011 Zhang Wenxiu und die gedopte russische Weltmeisterin von 2011 Tatjana Lyssenko an den Start. Die zweite deutsche Werferin Kathrin Klaas und die Kubanerin Yipsi Moreno, Olympiasiegerin von 2008 gehörten zu den Kandidatinnen mit guten Aussichten auf vordere Platzierungen.

Lyssenko übernahm im ersten Versuch mit 77,56 m die Führung. Włodarczyk war Zweite mit 75,01 m. Dahinter ging es eng zu. Auf Platz drei folgte Moreno mit 74,60 m, dahinter Heidler mit 73,90 m, die gedopte Moldawierin Zalina Petrivskaya folgte mit 73,77 m vor der Französin Stéphanie Falzon mit 73,06 m und Zhang mit 72,96 m. Im zweiten Durchgang verbesserte sich Włodarczyk weiter auf 76,02 m, fiel dennoch auf Platz drei zurück, da Zhang 76,34 m gelangen, das war nach Lyssenkos späterer Disqualifikation olympischen Rekord. In Runde drei verdrängte Klaas die Polin mit 76,05 m von Platz drei.