Orange Is the New Black (oft abgekürzt mit OITNB) ist eine US-amerikanische Dramedyserie von Jenji Kohan, die ab Juli 2013 in den USA von Netflix per Streaming veröffentlicht wurde. Die Serie basiert auf dem Buch Orange Is the New Black: Mein Jahr im Frauenknast von Piper Kerman. In Deutschland ist die Serie seit dem 16. September 2014 ebenfalls über Netflix abrufbar. Ab April 2017 lief die Serie auf ZDFneo.
Anfang Februar 2016 wurde die Serie um drei weitere Staffeln verlängert. Im Oktober 2018 gab Netflix bekannt, dass die Serie 2019 nach der siebten Staffel endet.
Handlung Piper Chapman stammt aus Connecticut und lebt in New York. Sie betreibt eine erfolgreiche Kosmetiklinie, ist bisexuell und glücklich mit Larry Bloom verlobt. Eines Tages wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt und wegen einer zehn Jahre zurückliegenden Drogengeldwäsche, die sie auf dem College mit ihrer Geliebten Alex begangen hat, zu 15 Monaten Haft verurteilt. Im Gefängnis trifft sie auf Frauen aus allen sozialen Schichten und unerwartet auch auf ihre ehemalige Freundin Alex. Im Laufe der Haft kommt sie wieder mit ihrer Ex zusammen. Pipers Verlobter fängt währenddessen etwas mit ihrer besten Freundin an.
In der Serie wird die aktuelle Handlung immer wieder durch Rückblenden in die Vergangenheit der einzelnen Figuren unterbrochen und so nach und nach die gesamte Vorgeschichte bis zum Haftantritt erzählt.
Figuren Piper Chapman mini|hochkant|Taylor Schilling spielt Piper Chapman Piper ist eine 32-jährige Managerin, die zu 15 Monaten Gefängnishaft verurteilt wurde, weil sie zehn Jahre zuvor für ihre Geliebte Alex einen Koffer mit Drogengeldern transportiert hatte. Sie ist eine typische Frau aus der Mittelschicht in den USA und muss im Gefängnis den Umgang mit den anderen Gefangenen von Grund auf erlernen. Sie macht sich schon in ihrer ersten Woche Feinde und muss auch mit Mobbing umgehen, denn als Weiße gehört sie nicht nur zu der Minderheit im Gefängnis, sondern ist mit ihrem sozialen Stand auch eine Einzelgängerin. Ihre einzige Verbindung ist die mit Alex, die sie im Gefängnis wiedertrifft. Sie arbeitet zunächst in der Elektrowerkstatt des Gefängnisses. Nach einem unbegründeten Aufenthalt in der Isolationshaft beginnt sie erneut eine Affäre mit Alex. Daraufhin trennt sich ihr Verlobter Larry von Piper. Nach dem Ende der Affäre mit Alex (weil diese sie zehn Jahre zuvor verraten hat und so der Grund für ihren Gefängnisaufenthalt ist) gerät sie an einen sozialen und mentalen Tiefpunkt, landet erneut in Isolationshaft und muss einige Wochen im Gefängnis von Chicago verbringen. Nach einem weiteren Verrat von Alex gelangt sie ins Litchfield-Gefängnis zurück. Nach einiger Zeit dort bekommt sie Hafturlaub und beginnt, den Kontakt zu Alex wieder aufzubauen. Nach deren Wiederinhaftierung beginnen beide erneut eine Beziehung.
Piper baut in der dritten Staffel ein illegales „Höschen-Geschäft“ auf, in dem sie getragene Unterwäsche von Gefängnisinsassinnen via Internet verkauft. Die Unterwäsche wurde von einem Unternehmen gestohlen, welches seine Produkte im Gefängnis von Häftlingen herstellen lässt. Da Alex in der dritten Staffel nicht die starke Persönlichkeit zu sein schien, in die sich Piper verliebte, hatte sie eine Romanze mit Stella Carlin, einem aus Australien stammenden Neuzugang in Litchfield. Diese tätowiert Piper den Spruch trust no bitch in den Arm. Als Carlin erfährt, dass sie bald entlassen wird, stiehlt sie die Einnahmen aus Pipers Geschäft. Piper erfährt davon und kann in einer Intrige gegen Carlin erreichen, dass diese, statt entlassen zu werden, in den Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses verlegt wird, wo sie mit Nichols einsitzt.
In der vierten Staffel versucht sie, ihren neuen Status als Alphatier im Gefängnis zu verteidigen. Daran scheitert sie – wegen mangelnder Erfahrung, die aus kaum mehr als Ghetto-Klischees bestand, wegen der Verdoppelung der Gefangenenzahl am Ende der dritten Staffel, die die Mehrheitsverhältnisse zugunsten der Latinas deutlich verändert, und wegen ihrer Unfähigkeit, im kriminellen Milieu des Gefängnisses Kontakte von gegenseitigem Vorteil zu halten, die sie beschützen. Piper gründet so unter falschen Absichten mit der Unterstützung von Oberaufseher Piscatella eine Arbeitsgruppe gegen organisierte Banden im Gefängnis, welche sich aber durch die Zusammensetzung aus weißen Gefangenen schnell zu einem rassistischen Neonazi-Ableger im Gefängnis entwickelt. Ihre neue Mitinsassin Stephanie Hapakuka aus Hawaii ist zunächst Pipers Beschützerin, doch nach Entstehen der weißen Fraktion im Gefängnis ist Piper nicht bereit, auch sie vor dem rassistischen Mob zu beschützen. So verrät sie Piper schließlich an die Latinas, die Pipers Geschäftsidee kopiert haben und die nun, da ihre Position im Gefängnis geschwächt ist, Piper wegen ihrer Verbindungen zur Neonazi-Szene in einem Hinterhalt in der Küche mit einem Hakenkreuz brandmarken. Mit der Hilfe von Red wird die Brandmarke zu einem Fenster umgestaltet. Am Ende der vierten Staffel protestiert Piper halbherzig gegen die weiße Folter von Blanca Flores in der Cafeteria und distanziert sich so von der arischen Schwesternschaft, an deren Entstehen sie unabsichtlich beteiligt war.
Alex Vause 150px|mini|Laura Prepon spielt Alex Vause Alex ist eine verurteilte Drogenschmugglerin, die für Kubra, den Anführer eines Drogenkartells, gearbeitet hat. Zehn Jahre vor der Inhaftierung in Litchfield hatte sie eine Beziehung mit Piper geführt, deren Ende sie nur schwer verkraftete. Sie stammt aus ärmlichen Verhältnissen und wuchs mit einer alleinerziehenden Mutter auf. Ihren Vater, ein Musiker, lernte sie erst spät kennen. Im Gefängnis führt sie die Beziehung mit Piper on-and-off und nach mehrmaligem gegenseitigen Verrat fort. Alex Vause wurde dem Wäschedienst zugeteilt, unter anderem mit der anfänglichen Feindin Pennsatucky. Am Ende der dritten Staffel hat sich ein Auftragsmörder in Litchfield als Wärter eingeschleust, der allerdings zu Beginn der vierten Staffel, beim Versuch Alex im Gewächshaus zu erwürgen, von Alex’ Mitinsassin Lolly Whitehill niedergeschlagen und später von Vause endgültig getötet wird. Dies teilt sie Whitehill allerdings nicht mit, sodass diese sich weiterhin für die Mörderin hält, was der labilen Frau nach der Entdeckung der Leiche zum Verhängnis wird.
Sam Healy 150px|mini|Michael J. Harney spielt Sam Healy Sam Healy ist bis zum Ende der dritten Staffel der Chef der Gefängniswärter mit einer Vergangenheit als Sozialarbeiter. Er ist ein nahezu manischer Lesbengegner und hat trotz all seiner Versuche Schwierigkeiten, längerfristigen Kontakt mit Menschen zu knüpfen. Seine Angebote für die Sozialarbeit scheitern an ihrer simplen Konstruktion. Ihm wird außerdem ein Machtproblem nachgesagt. In einem Rückblick wird gezeigt, dass seine Mutter wegen Engelsvisionen und einer unterstellten Homosexualität in psychiatrischer Behandlung war, die auch eine Elektrokrampftherapie beinhaltete. Als seine Mutter die Behandlung gegen den Willen des Vaters abbrechen wollte, suchte sie Unterstützung bei ihrem Sohn Sam. Dieser aber war von den Geisteszuständen seiner Mutter verängstigt und befürwortete die Behandlung. Daraufhin floh die Mutter aus dem Elternhaus.
Er hat eine verwöhnte, ukrainische „Katalog-Ehefrau“ namens Katya, die russisch und nur begrenzt englisch spricht, was zu Problemen in der Ehe führt. Da die Gefangene Red aus Russland stammt, sucht er oft ihren Rat für seine Beziehung. Letztendlich muss er mithilfe von Red jedoch einsehen, dass dieser Ehe keine Zukunft bestimmt ist, sodass er sich von Katya scheiden lässt. Nach ihrer Scheidung hört er jedoch nicht auf, sie anzurufen.
Im Gefängnis versucht er für die Frauen ein Berater zu sein, wirkt aber auf die meisten Insassinnen unsympathisch und abstoßend. Im Versuch, Gefangene an seine Angebote zu binden, schreckt er auch nicht davor zurück, seine Kollegin Berdie Rogers zu bekämpfen, falsche Auskünfte über die Rechte der Gefangenen zu geben und Medikamente zu verschreiben. In der vierten Staffel wird Healy von Gefängniswärter Piscatella aus dem Justizministerium von seiner Position ins Abseits gedrängt. In einem letzten Anruf an seine geschiedene Ehefrau gesteht er sich ein, in seinem Beruf nicht gut zu sein. Nach einem Suizidversuch, den er wegen eines Anrufs auf seinem Handy abbricht, ist er nun Patient in einer psychiatrischen Anstalt. In der letzten Staffel arbeitet er in der Gastronomie und wird dort von Joe Caputo besucht.
Claudette „Miss Claudette“ Pelage Miss Claudette stammt aus Haiti und ist Pipers erste Zellengenossin in der „Bucht“. Sie ist sehr streng und im Gefängnis gefürchtet. In ihrem Vorleben betrieb sie einen Reinigungsdienst, bei dem sie illegal eingewanderte Kinder beschäftigte. Sie sitzt im Gefängnis, weil sie einen Mann ermordete, der eines ihrer Mädchen vergewaltigt hatte. Nachdem sie Piper zuerst eher verachtet und angefeindet hatte, wird sie ihr gegenüber mit der Zeit zugänglicher. Als ihre Berufung vor Gericht scheitert und die Wärterin Fischer, die im Versuch, den Respekt der Gefangenen zu erlangen, Claudette verwarnen will, greift Miss Claudette Fischer an und wird von dort an für immer in den Hochsicherheitstrakt verlegt.
Galina „Red“ Reznikov 150px|mini|Kate Mulgrew spielt Red Red ist die Küchenchefin und Chefgärtnerin des Gefängnisses. Sie und ihr Mann betrieben ein Restaurant, das er während ihrer Haft schließen musste. Für ihre Mittäterschaft bei der russischen Mafia und mehrfachen Mord wurde sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Red wird von den anderen Insassinnen je nach Loyalität gefürchtet oder respektiert. Mit Vee und Judy King, die beide etwa ihr Alter haben, legt sie sich an, doch zeigte sie Mitgefühl gegenüber den jüngeren Frauen in Notlagen. Sie unterstützt Nicky bei ihren Bemühungen, clean zu werden und Piper, als sie im Bandenkampf mit den Latinas unterliegt und sie die Brandmarkierung loswerden will. Von Poussey bekommt sie in der ersten Staffel ein Buch über den Garten geschenkt, aus welchem sie bei einer Gedenkrunde nach dem Tod Pousseys in der vierten Staffel vorliest. Sie glaubt daran, dass jemand, der emsig ist, zu beschäftigt sei, um in Drogen und Kriminalität verwickelt zu werden. So sollen auch Küche und Garten den Gefangenen helfen, sich aus Schwierigkeiten herauszuhalten. In der vierten Staffel wird der Garten für Bauarbeiten auf Litchfield auf Veranlassung von Gefängniswärter Piscatella zerstört, wobei die Leiche des Attentäters, welche Alex, Whitehill und Frieda dort vergruben, ausgegraben wird. Red wird daraufhin von Piscatella illegal verhört, nachdem er den Schlüssel der getöteten Wache bei ihr findet, weiß er, dass sie etwas damit zu tun hat und hält sie für mehrere Tage wach, um ihren Willen zu brechen. Als Piscatella Red in der Cafeteria herumschubst und betont, an ihr zur Abschreckung ein Exempel zu statuieren, veranlasst diese Maßnahme die Litchfield-Insassen zu einer Protestaktion in der Cafeteria, die von Piscatella schließlich mit Gewalt aufgelöst wird.
Yvonne „Vee“ Parker