mini|hochkant|Ein Butler in der Pantry des Weißen Hauses, 2002 mini|hochkant|Butler (stehend, Mitte links) und die übrige Dienerschaft von Stonehouse Hill in Massachusetts des Industriellen Frederick Lothrop Ames (1914) mini|hochkant|Tragetablett (Butler’s Tray)
Ein Butler (von anglonormannisch buteler, abgeleitet von altfranzösisch boteillier ‚Kellermeister‘Eintrag butler auf etymonline.com. Abgerufen am 18. November 2013.) ist ein Diener mit einer Führungsfunktion. Er verwaltet traditionell das Esszimmer, den Weinkeller sowie die Speisekammer (engl. pantry) in großbürgerlichen oder adeligen Haushalten wie auch bei Amtssitzen und Residenzen hoher Würdenträger. Der Butler serviert bei den Mahlzeiten, empfängt Gäste und organisiert den Tagesablauf der zugeordneten Diener wie auch Feste und Empfänge, Reisen und Veranstaltungen seiner Herrschaft bis hin zu Einkauf, Personalführung und Buchhaltung des Haushalts. Ein Butler ist traditionell männlich und steht den männlichen Bediensteten vor,Butler auf butlersguild.com, abgerufen am 6. September 2013 (englisch). während eine Haushälterin oder Hausdame, soweit vorhanden, die weibliche Dienerschaft anleitet. Gleichzeitig hat der Butler als Majordomus den höchsten Status der Dienerschaft. Im Gegensatz zum Kammerdiener oder der Zofe ist er nicht einer einzelnen Person zugeordnet.
Der Beruf des Butlers war in den 1980er Jahren zunächst nur noch wenig verbreitet. Mit der Globalisierung in den 1980er Jahren stieg der Bedarf an Butlern nach dem europäischen Modell wieder an.
Hintergrund Der Nachname Butler hat eine ähnliche Entwicklung, auch im britischen Adel, wie der Schen(c)k im deutschen Umfeld. Ursprünglich waren die Schenken in England in der Hierarchie der Dienerschaft niedriger angesiedelt. Diesen Butlern standen ursprünglich die Stewarts (auch Steward, für Hausmeier oder Truchsess)Lord Montague’s Book of Rules and Orders, 1595. vor. Erst im 17. und 18. Jahrhundert übernahmen Butler deren Leitungsfunktion. Nur bei sehr großen Haushaltungen mit mehreren Standorten oder sehr umfangreichen Gebäudekomplexen sind dem Butler weitere Diener, wie die Stewards, zugeordnet.
Traditionell trugen Butler eine Uniform, die sich von der Livree minderer Lakaien unterschied. Gegenwärtig tragen Butler typischerweise einen Herrenanzug oder Business casual und nur selten eine Uniform.
Entwicklung des Amtes in Großbritannien bis zur Viktorianischen Ära Mit der Industrialisierung wuchs im Laufe des 19. Jahrhunderts die Anzahl der Haushalte mit Butler wie die ihnen unterstellte Dienerschaft erheblich an. Um die Wende zum 20. Jahrhundert arbeiteten allein in Großbritannien über 2 Millionen Frauen als Dienstmädchen und Dienerinnen und etwa 150.000 Männer als Diener und Butler.
Mrs Beetons Book of Household Management, ein 1861 veröffentlichtes Handbuch der Haushaltsführung, nannte beispielsweise Kämmerer (Chamberlain), Lakaien (Footman), Kammerdiener, Kutscher und Stallknechte, die dem Butler unterstanden, während bescheidenere Haushalte mit einem männlichen Faktotum und Dienstmädchen auskamen.
Die Hierarchie der Dienerschaft drückte sich unter anderem so aus, dass der Butler Gäste empfing und versorgte, die Öffnung der Türen wie die Versorgung von Garderobe und Gepäck in großen Haushaltungen jedoch durch untergeordnete Diener geschah. Dessen ungeachtet versahen Butler bei Personalmangel oder bei weniger förmlich empfangenem Besuch auch solche Dienste.Carolyn Steedman, „The servant’s labour: the business of life, England, 1760–1820“, Social History, Vol. 29 No. 1, (Februar 2004). Butler wurden von den Arbeitgebern und deren Familie und persönlichen Gästen mit dem Nachnamen angesprochen, während die Dienerschaft und Lieferanten den Butler mit Mr. und Nachnamen anzureden hatte.
Als Silverman oder Silver Butler wurde ein Butler bezeichnet, dem zusätzlich die Aufsicht über das Silberbesteck und entsprechend wertvolles Geschirr oblag. Die Butler waren früher zumeist im unteren Geschoss untergebracht, teilweise auch um nachts entsprechende Wertsachen zu sichern, während die weiblichen Dienstboten häufig in Dachmansarden schliefen.
Die Butler wurden typischerweise vom Hausherrn angestellt, unterstanden aber der Dame des Hauses. Beeton empfahl 1861 25–50 GBP (2.675–5.350 USD) Jahresgehalt, zusätzlich kamen Dienstkleidung, Unterbringung und Verpflegung sowie gelegentliche Trinkgelder hinzu.D. Marshall, „The Domestic Servants of the Eighteenth Century“, Economica, No. 25, (Apr., 1929), S. 15–40. Mit Abonnement online verfügbar. Nur wenige Butler waren verheiratet, sie waren angehalten, ihre Familie getrennt vom Haushalt der Herrschaft unterzubringen, wenn nicht eigene Bedienstetenwohnungen zur Verfügung standen. Die Diener im britischen Weltreich waren teilweise in Form der Indentur, einer spezifisch britischen Form der Schuldknechtschaft, vertraglich und zeitlich an ihre Herrschaft gebunden. Die Butler rekrutierten sich aus der Dienerschaft und waren daher teilweise ein Leben lang mit einer bestimmten Familie oder Institution engst vertraut.
Butler in den Vereinigten Staaten Mit dem Aufkommen der Sklaverei in den USA ab dem 17. Jahrhundert wurden schwarze Sklaven auch als Hausangestellte eingesetzt. Sie hatten einen deutlich höheren Status als die Landarbeiter; der Butler führte entsprechend in der Hierarchie. Gary Puckrein konstatiert den schwarzen Hausangestellten auch die Übernahme von Statusbewusstsein und Habitus der entsprechenden Herrschaft, der gegenüber Sklaven anderer Häuser entsprechend zur Geltung gebracht wurde. Eines der ersten kommerziell erfolgreichen Bücher eines schwarzen US-Amerikaners war das 1827 von Robert Roberts, einem Butler, veröffentlichte The House Servant’s Directoryhttp://digital.lib.msu.edu/projects/cookbooks/html/books/book_05.cfm, welches 1827 bis 1843 mehrmals aufgelegt wurde.
Butler seit 1900 mini|hochkant|Butler ca. 1922 Nach dem Ersten Weltkrieg verringerte sich die Zahl der Hausangestellten in Europa radikal. In Großbritannien gab es um den Zweiten Weltkrieg noch etwa 30.000 Butler, Mitte der 1980er Jahre nur noch wenige Hundert. Der Historiker Barry Higman nimmt eine direkte Korrelation zwischen wirtschaftlicher Ungleichheit und der Anzahl der Dienerschaft an. Die Gesamtzahl von als Diener Beschäftigten nahm von knapp 2 Millionen um 1931 auf 750.000 um 1951 bis auf weniger als 200.000 um 1961 ab.Working Bodies: Interactive Service Employment and Workplace Identities Linda McDowell, John Wiley & Sons, 22. Juli 2011.
Mit der Globalisierung in den 1980er Jahren stieg der Bedarf an Butlern nach dem europäischen Modell wieder deutlich an. Charles MacPherson, Vorstandsmitglied der International Guild of Professional Butlers, macht dafür eine Zunahme der Millionäre und Milliardäre insbesondere in Asien verantwortlich. Also see Sheelah Kolhatka, (PDF; 1,4 MB). The Atlantic, Sept 2006, 97-101. Neben China, Taiwan und Hongkong sind Butler ebenso in Indien und im Nahen Osten gefragt.See for example Chadha, Monica. „Royal tips for Indian butlers“, BBC News, 17 Feb 2003. Available online.„Butlers: A Jeeves of my very own“, The Daily Telegraph, 15 Nov 2007. Available online.
Der Butler und Autor Steven M. Ferry sieht die moderne Rolle des Butlers weniger in Servierfunktionen, sondern in unterschiedlichen Aufgaben auch technischer Natur bis hin zur persönlichen Assistenz, Haushälteraufgaben einschließlich Reinigungs- und Putzdiensten. Nur in sehr vermögenden Haushalten bleibt die traditionelle Rolle des Vorstands der Dienerschaft erhalten.
Butler sind darüber hinaus auch in Großfirmen, Botschaften und auf Kreuzfahrtschiffen und Yachten im Einsatz oder bieten zeitweise Butlerdienste im Stile eines „Rent-a-Butler“-Modells an.Jones, Harvey. „More money than time? Rent a butler“. The Independent (UK), 15 Dec 2001. Available online. Also see https://www.rentabutler.de/ and http://www.rentabutler.nl/.
Bis 2007 stieg die Anzahl der Butler in Großbritannien auf etwa 5000 Personen an.Sapstead, David. „Shortage of Butlers Has World’s Wealthy Facing a Crisis“, New York Sun, 30 May 2007. Available online.
Ausbildung und Karriere Butler wurden klassischerweise angelernt, sie begannen ihre Laufbahn als Hallboy und stiegen je nach Bewährung in der Hierarchie auf.The Authenticity of Gosford Park, Documentary featurette in Gosford Park Collector’s Edition DVD, Universal Studios, 2002. Die Position des Butlers ermöglicht nach wie vor einen sozialen Aufstieg. Spitzenverdienste liegen bei bis zu 200.000 $ p. a.
Moderne Butler sind oft Quereinsteiger aus Hotellerie, Gastronomie oder der Touristikbranche,Enttäuschte Diener Katja Heuser, Soziologin an der Uni Frankfurt am Main, erforscht in ihrer Doktorarbeit den Beruf des Butlers. Ein Kurzinterview Von Hadija Harun 4. Oktober 2007. gelegentlich auch aus dem Militär oder Sicherheitsbereich. Katja Lehwalder sieht bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Akademisierung hauswirtschaftlicher Berufe wie Professionalisierung des (Be-)Dienens aufkommen.Dienen als Beruf: zur professionstheoretischen Analyse des Butler-Berufs, von Katja Lehwalder, 2011, Hamburg: Kovac 2011, Serientitel: Studien zur Berufs- und Professionsforschung, Bd. 8, ISBN 978-3-8300-5648-5. Der am traditionellen Rollenbild orientierte Butler wird zunehmend zur Visitenkarte eines gehobenen Haushalts, zum Statussymbol und Prestigeobjekt. Gleichzeitig schwindet aber der distinguierte Nährboden wie die jahrelange Heranführung an genau diese Rolle. Butler wachsen nicht mehr in seit Generationen mit Dienerschaft vertrauten bürgerlichen Haushalten on-the-job in die Position hinein. Im Gegenteil sind es oft im Rahmen der Dotcom-Blase wie dem industriellen Aufstieg Asiens eher neureiche Parvenues beziehungsweise Self-made-men und Aufsteiger, die sich entsprechende Dienerschaft als Statussymbol zulegen. Diese neuen Herrschaften sind dabei selbst den Anforderungen eines Haushalts mit umfangreichem Personalbestand und Immobilienbestand nicht oder nur teilweise gewachsen. Die Abgrenzung des klassischen Butlers von den persönlich zugeordneten Dienern und Assistenten wie auch etwa Sicherheitspersonal schwindet dabei zunehmend, die Anforderung an Flexibilität, Verfügbarkeit und technische Kenntnisse steigen aber.
Die Ausbildung erfolgt in mehrwöchigen, von den Absolventen zu bezahlenden Kursen bei typischerweise privaten Schulen. Topabsolventen erhalten Einstiegsgehälter um 50.000–60.000 US$ (25.350–30.400 £).Simon (10. Februar 2007). Spitzenhotels wie auch Hotelfachschulen bieten entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten.
Eine erste Butlerin wurde bereits 1892 von Horace Smith beschrieben.Smith, Horace; Joel Lehtonen (translator) (1892). Interludes being Two Essays, a Story, and Some Verses. MacMillan & Co. ISBN 1-4069-1965-9. Available online (full text).
Weibliche Butler haben in der arabischen Welt,See „Unique Rosewood Ladies Floor could start trend in Saudi, Middle East Hotels“, 12 Oct 2007. Available online. Also, for interesting background see Elizabeth Warnock Fernea, Guests of the Sheik: An Ethnography of an Iraqi Village. Anchor, 1995. ISBN 0-385-01485-6. sowie bei weiblichen Prominenten eine Marktlücke, bleiben aber selten. 2004 begann das englische Königshaus im Buckingham Palace vermehrt weibliche Butler einzustellen.Milne, Meg. „The Royal butlerettes“, The Financial Mail, 31 Oct 2004. Available online.
Bedeutende Butler mini|hochkant|Alonzo Fields