Sanski Most () ist eine Stadt und der Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde (općina) im Kanton Una-Sana im Nordwesten von Bosnien und Herzegowina.
Geografie Die Stadt befindet sich am Mittellauf der Sana in der Föderation Bosnien und Herzegowina. Da Sanski Most außerdem an den Sana-Zuflüssen Sanica, Dabar, Bliha, Japra, Zdena, Majdanska Rijeka, Sasinka und Kozica liegt, wird sie auch „Stadt an neun Flüssen“ (grad na devet rijeka) genannt. Die Gemeinde befindet sich in der Region Bosanska Krajina. Sanski Most grenzt im Westen an die Großgemeinden Bosanska Krupa, Bosanski Petrovac, im Süden an Ključ, sowie im Norden und Osten an die Općina Oštra Luka, welche früher auch zum Territorium der Großgemeinde Sanski Most gehörte, aber durch den Vertrag von Dayton nach dem Bosnienkrieg zur Republika Srpska kam.
Westlich und südwestlich von Sanski Most liegt die Gebirgskette Grmeč, östlich befinden sich die Berge Mulež und Behramaginica.
Verkehr Sanski Most hatte bis 1975 einen Bahnhof der schmalspurigen Steinbeisbahn von Prijedor nach Lička Kaldrma und Jajce.
Sehenswürdigkeiten Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde sind die Moschee in der Innenstadt und die alte Brücke über die Sana, die der Stadt ihren Namen gab.
In den an Sanski Most angrenzenden kleinen Dörfern (Pobrijezje, Novo Naselje, Hrustovo, Tomina, Vrhpolje, Kamengrad, Kruhari) und der näheren Umgebung befinden sich weitere Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise die Hrustovačka-Höhle, die Sanica-Quelle oder die Wasserfälle von Bliha. Am Ufer der Sana befinden sich viele Cafés und Restaurants.
Zweiter Weltkrieg Während des Zweiten Weltkriegs gehörte die Region zum Unabhängigen Staat Kroatien (NDH). Während dieser Periode kam es zum Massaker von Sanski Most, indem 1941 bis zu 5.500 Serben und 40 bis 50 Juden ermordet wurden. Das Massaker wurde überwiegend von den kroatisch-faschistischen Ustascha, aber auch von bosnisch-muslimischen Milizen verübt.
Nichtregierungsorganisationen Seit 1998 ist die Hilfsorganisation Krajiška Suza, ursprünglich als Frauenselbsthilfegruppe nach dem Jugoslawienkrieg 1996 gegründet, in Sanski Most und Umgebung in der medizinischen Pflege und der Sozialarbeit mit einkommensschwachen Personen tätig.Internetpräsenz von Krajiška Suza (bosnisch und englisch)
Das Center for Peacebuilding CIM bemüht sich, die einst verfeindeten Bevölkerungsgruppen mit Hilfe von lokalen Veranstaltungen, Jugendcamps und internationalen Begegnungen zu versöhnen.Internetpräsenz des Center for Peacebuilding CIM
Galerie
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Abdulah Šarčević (1929–2021), Philosoph Mara Torti (* 1944), Handballspielerin Kemal Malovčić (* 1946), Turbo-Folk Sänger Stevan Tontić (1946–2022), Schriftsteller und Übersetzer Edin Šarčević (* 1958), bosnischer Jurist Nikola Milinković (* 1968), Fußballspieler, Vater von Sergej und Vanja Milinković-Savić Rasema Handanović (* 1972), verurteilte Kriegsverbrecherin Vukašin Brajić (* 1984), Pop-/Rockmusiker
Weblinks
Internetpräsenz der Općina Sanski Most (bosnisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Una-Sana Kategorie:Gemeinde in Bosnien und Herzegowina