OpenMediaVault (OMV) ist ein seit 2009 entwickeltes freies Betriebssystem für Network Attached Storage (NAS). Es basiert auf der Linux-Distribution Debian.

Historie Der Entwickler Volker Theile hatte zuvor bereits am FreeBSD-basierten FreeNAS-Projekt mitgewirkt.. Abgerufen am 31. August 2013 Wegen der besseren Soft- und Hardwareunterstützung von Linux im Vergleich zu FreeBSD wurde eine Neuimplementierung von FreeNAS auf Basis der Linux-Distribution Debian durch Volker Theile angekündigt.Jörg Thoma: FreeNAS 0.8 wechselt zu Debian, Golem.de, 2. Dezember 2009 Kurz darauf meldete sich Olivier Cochard-Labbé, der Originalentwickler von FreeNAS, zurück und kündigte den Verbleib bei FreeBSD als Basis für FreeNAS an.Erste Version der NAS-Distribution OpenMediaVault, Pro-Linux, 20. Oktober 2011 Die beiden Entwickler einigten sich schließlich auf coreNAS als neuen Namen für die Debian-basierte Version,SourceForge.net: coreNAS welcher wiederum kurze Zeit später in den heutigen Namen OpenMediaVault geändert wurde. Seitdem werden beide Projekte parallel weiterentwickelt.Jörg Thoma: FreeNAS bleibt bei FreeBSD, Golem.de, 7. Dezember 2009

Technik OpenMediaVault kommt weitestgehend ohne Anpassungen der von Debian bereitgestellten Programmpakete aus. Über eine Webschnittstelle lassen sich Einstellungen anpassen und das System verwalten. Dateibasierte Dienste wie CIFS (Samba) und NFS stellen die Kernfunktion dar. Durch ein Plug-in beherrscht OpenMediaVault auch den Umgang mit blockbasiertem Datenzugriff wie es bei SAN üblich ist und bietet hierfür eine iSCSI-Implementierung. Eine vollständige Liste der unterstützten Dienste und Protokolle findet sich in der Funktionsübersicht.

Über eine Programmierschnittstelle (API)docs.openmediavault.org, Plugin API. Dokumentation der Plugin-Programmierschnittstelle ist es möglich, weitere Funktionen als Plug-in in die Webschnittstelle zu integrieren. Der Entwickler stellt einige Plug-ins zur Verfügung, die sich direkt über die Webschnittstelle nachinstallieren lassen. Weitere Plug-ins werden von unabhängigen Entwicklern bereitgestellt.. Plug-ins

Funktionen Protokolle: CIFS (Samba), FTP, NFS (Version 3 und 4), SSH, rsync, iSCSI, AFP und TFTP Software-RAID mit den RAID-Leveln 0, 1, 4, 5, 6 und 10 sowie JBOD Monitoring: Syslog, Watchdog, S.M.A.R.T., SNMP (v1/2c/3) (nur lesend) Statusberichte per E-Mail Status-Graphen für die CPU-Auslastung, LAN-Transferraten, Festplattenbelegung sowie Arbeitsspeicherbelegung GPT/EFI Partitionierung >2 TByte möglich Dateisysteme: ext2, ext3, ext4, Btrfs, XFS, JFS, NTFS, FAT32, ZFS Quota Benutzer- und Gruppenmanagement Zugriffskontrollen via ACL Link Aggregation, Wake On LAN Plug-in-System

Plug-ins Das Betriebssystem kann mit mehreren Plug-ins konfiguriert werden: ClamAV – Virenschutzprogramm Digital Audio Access Protocol – stellt Audio-Dateien in einem lokalen Netzwerk (auch für iTunes) bereit SAN und iSCSI – blockbasierter Zugriff auf Datenspeicher über das Netzwerk Lightweight Directory Access Protocol – Informationsabfrage und -änderung eines Verzeichnisdienstes Logical Volume Manager – ermöglicht die Erstellung und Verwaltung dynamisch veränderbarer Partitionen Netatalk – Datei-, Zeit- und Druckserver für Apple Macintosh Plug-in zur Unterstützung einer Unterbrechungsfreien Stromversorgung einfache Änderung der Routing-Tabellen Plug-in, das (automatische) Backups auf externe USB-Festplatten ermöglicht OwnCloud – Ermöglicht den Betrieb von Filehosting auf dem eigenen Server

Weitere Plug-ins werden von externen Entwicklern bereitgestellt und gepflegt. Der Großteil der Plug-ins wird von einer Gruppe namens OpenMediaVault Plugin Developers entwickelt.github.com, "OpenMediaVault Plugin Developers" Abgerufen am 3. Oktober 2014 Der Status aller Plug-ins kann online eingesehen werden.omv-extras.org, "Latest updates..." Abgerufen am 3. Oktober 2014 Im Oktober 2014 waren rund 30 Plug-ins verfügbar. Im Juni 2015 stehen bereits über 70 stabile Plug-ins zur Verfügung. Hier ein Auszug aus den Plug-ins der externen Entwickler:

Anacron – Erweiterung des Cron Dienstes um einige Funktionen aufs, mhdfs, greyhole und snapraid – Stellen unterschiedliche Methoden zum Poolen von Festplatten bereit Autoshutdown – Bietet verschiedene Möglichkeiten, den NAS bei Nichtnutzung automatisch herunterzufahren backup, rsnapshot – Ersteres stellt unter anderem Clonezilla und SystemRescueCd bereit, ermöglicht Sicherung der Betriebssysteminstallation. Letzteres ermöglicht inkrementelle Backups der Nutzdaten BitTorrent-Client (Transmission) BitTorrent Sync Calibre – E-Book Datenbank Verwaltung Druckerserver (CUPS) extplorer – Webbasierter Dateimanager Generischer Download-Manager, pyLoad und JDownloader v2 MySQL-Datenbankserver Webserver (nginx) OpenVPN sowie OpenVPN-AS Plex Media Server PXE Roundcube Sickbeard, SABnzbd, Headphones und CouchPotato – Diverse Plug-ins für den Zugriff auf das Usenet Subsonic Video Disk Recorder (VDR) VirtualBox WordPress ZFS

Systemvoraussetzungen Die automatische Betriebssystem-Installation nimmt den gesamten Datenträger in Anspruch, auf dem die Installation erfolgt. Auf diesem können die Benutzer keine eigenen Daten ablegen. Daher sind für die produktive Nutzung von OpenMediaVault mindestens zwei Datenträger erforderlich. Eine Installation auf einem USB-Stick ist möglich, wird aber nicht empfohlen. Man kann aber erst ein Debian auf einer Partition installieren und danach die OpenMediaVault-Pakete nachinstallieren.OpenMediaVault auf Debian/GNU Linux nachinstallieren abgerufen am 17. Oktober 2020 Die anderen Partitionen kann man dann für eigene Daten verwenden.

Hardware-Unterstützung Hardware-RAID-Controller: alle von Debian unterstützten Festplattenschnittstellen: PATA (IDE)/SATA, SCSI, USB Netzwerkkarten: alle von Debian unterstützten WLAN- und Ethernet-Netzwerkkarten CPU-Architekturen: IA-32 (32-Bit), AMD64 (64-Bit), ARM-Architektur

Versionsgeschichte Version Name Datum Basis Bemerkungen Ix 17. Oktober 2011OpenMediaVault 0.2 (Ix) has been released Debian 6 erste öffentlich freigegebene Version Omnius 18. April 2012OpenMediaVault 0.3 BETA available Debian 6 mehrsprachige Webschnittstelle eingeführt, Einführung einer grafischen Benutzerführung für die Rechteverwaltung via ACL Fedaykin 21. September 2012Package repository for 0.4 (Fedaykin) is upNew updates available – OpenMediaVault 0.4.0.1 released Debian 6 generelle Verbesserungen und Anpassungen Sardaukar 25. August 2013OpenMediaVault 0.5 (Sardaukar) released Debian 6 Änderungen in der Programmierschnittstelle, Plug-ins aus der Vorversion nicht kompatibel.OpenMediaVault Blog. Drittentwickler Plug-ins. Abgerufen am 31. August 2013 Im März 2014 wurde ein Feature freeze bekannt gegeben um sich auf die Version 1.0 zu konzentrieren. Bugfixes werden weiterhin durchgeführt.OpenMediaVault Blog. Feature freeze for 0.5.x. Abgerufen am 26. Juli 2014 Kralizec 15. September 2014Final release of OpenMediaVault 1.0 (Kralizec) Debian 7SourceForge – OpenMediaVault – Browse Code. Commit r937. Abgerufen am 26. Juli 2014 Bessere Unterstützung von Einplatinencomputer wie z. B. Raspberry Pi, Wechsel des Webservers für die Webschnittstelle zu nginx, verbesserte Infrastruktur für Plugins uvm.Neuerungen in der Version 1.0. Abgerufen am 16. September 2014 Stone BurnerOMV 2.0 (Stone Burner) will be available soon 29. Juni 2015Release of OpenMediaVault 2.1 (Stone burner) Debian 7forums.openmediavault.org Neues Sencha ExtJS 5.1.1 Framework für die WebGUI, überarbeitetes Netzwerk-Interface Konfiguration mit Unterstützung für Wi-Fi und VLAN uvm. ErasmusOMV 3 (Erasmus) on Debian 8 (Jessie) 12. Juni 2017openmediavault-Blog: Release of openmediavault 3 (Erasmus) Debian 8Erste Info zu OpenMediaVault 3.0 auf Debian 8 (Jessie) Basis 20. März 2018 Arrakis 8. Mai 2018 Debian 9.1 4. März 2020 Usul 16. August 2019 Debian 1014. April 20204. Mai 202025. Mai 202022. Juni 202013. Juli 202026. Dezember 2021 Shaitan8. November 2021https://www.openmediavault.org/?p=3010Debian 11komplett überarbeitete UI26. Dezember 20217. Mai 20222. Dezember 202230. Januar 2023 Sandworm 3. März 2024 Debian 12Synchrony24. Dezember 2025Debian 13 Trixienur für AMD64 und ARM64

Finanzierung OpenMediaVault ist freie Software und kostenlos erhältlich. Es ist möglich, via PayPal für das Projekt zu spenden.

Trivia Jede Version von OpenMediaVault hat neben der Versionsnummer einen Codenamen, der aus dem Romanzyklus Dune von Frank Herbert stammt.

Im September 2014 wurde OpenMediaVault auf SourceForge zum Projekt des Monats gewählt.September 2014, “Community Choice” Project of the Month – OpenMediaVault

Die Weboberfläche enthält an verschiedenen Stellen Anspielungen auf die Amiga Workbench. So etwa bei Fehlermeldungen, bei der sich auch der Mauszeiger in den alten Mauszeiger des Amiga-Betriebssystems ändert.

Weblinks

Offizielle Website

omv-extras.org – Drittanbieter Plug-in-Repository OpenMediaVault auf DistroWatch Installation und Konfiguration von OpenMediaVault

Einzelnachweise

Kategorie:Debian-basierte Linux-Distribution Kategorie:Freie Systemsoftware Kategorie:Speichertechnologie