Ashwin Raman (* 18. Juni 1946 in Mumbai) ist ein deutscher Reporter und Dokumentarfilmer indischer Herkunft, der vor allem für seine Berichterstattung aus Kriegs- und Krisengebieten bekannt ist. Für seine journalistischen Leistungen wurde er unter anderem mit dem Grimme-Preis (2017) ausgezeichnet.

Leben Raman wurde am 18. Juni 1946 als Sohn eines Journalisten und einer Lehrerin in Mumbai geboren.Geburtsdatum und -ort Cultura21 Webmagazin, abgerufen am 6. September 2013. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften in Indien und an der University of Oxford begann er als Reporter für die Times of India zu arbeiten.Ich berichte hautnah, ich bin mittendrin Gazelle Magazin, abgerufen am 2. September 2013. In den 1970er-Jahren wurde Raman wegen Verstoßes gegen die staatlich verhängte Pressezensur verhaftet. Mit Unterstützung von Amnesty International gelang ihm 1975 die Ausreise nach Deutschland.Auf eigene Faust unter Soldaten und Piraten Chrismon.de, abgerufen am 4. September 2013.

In Hamburg begann er für den Spiegel und Die Zeit zu schreiben, wobei seine Texte anfangs noch übersetzt werden mussten. Er arbeitete einige Zeit für Amnesty International in Los Angeles, schrieb für die Los Angeles Times und reiste anschließend als freier Journalist nach Nicaragua, wo er für diverse Zeitungen vom dortigen Bürgerkrieg berichtete. Dort entstand auch sein erster Dokumentarfilm With the Sandinistas (1978), den er im 16-mm-Format drehte und an verschiedene Fernsehanstalten verkaufte. Nach dem Ende des Bürgerkrieges 1979 zog er zurück nach Deutschland und nahm 1985 die deutsche Staatsbürgerschaft an.

Ab den 1980er-Jahren widmete Raman sich verstärkt dem Dokumentarfilm, das dazu nötige Wissen eignete er sich autodidaktisch an. Bis heute hat Raman als „Ein-Mann-Team“ über 200 Dokumentationen gedreht. Seit den 2000er-Jahren konzentriert er sich vornehmlich auf Kriegs- und Krisenberichterstattungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und reiste dazu unter anderem nach Afghanistan, Somalia, Irak und Syrien. Im Jahr 2019 kündigte er an, dass er sich aus der Kriegsberichterstattung zurückziehe, da er „kriegsmüde“ und gesundheitlich angeschlagen sei.Sylvia vom Hofe: In: Ruhr Nachrichten. 13. April 2019, abgerufen am 26. Mai 2019.

Für seine Arbeit wurde Raman unter anderem mit dem Robert-Geisendörfer-Preis (2012), dem internationalen CNN Rory Peck Award In: Ruhr Nachrichten. 22. November 2007, abgerufen am 2. September 2013. und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Raman lebt in Selm in Nordrhein-Westfalen. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Dokumentationen (Auswahl) 1978: With the Sandinistas 2002: Die Hungermacher (in Zusammenarbeit mit Manfred Ladwig) 2003: Die Gefangenen von Guantanamo Bay 2004: Wer steckt hinter den Anschlägen im Irak? 2006: Die heimlichen Helfer der CIA (in Zusammenarbeit mit Ulli Neuhoff, Wiltrud Kremer und Joachim Görgen) 2007: Kommando Bagdad – US-Soldaten im Irak 2008: Die Schattenarmee der USA im Irak 2010: An vordersten Fronten – Kriegsalltag in Afghanistan 2010: Somalia – Land ohne Gesetz 2011: So nah am Tod – Afghanistan im zehnten Kriegsjahr 2011: Die Heimkehrer – Was vom Irak-Krieg übrig bleibt 2012: Im Land der Piraten – Terror vor Somalias Küsten 2014: Entführung auf hoher See – Somalische Piraten und der Fall MV Taipan 2015: Das 13. Jahr. Der verlorene Krieg in Afghanistan 2016: Im Nebel des Krieges – An den Frontlinien zum „Islamischen Staat“ 2016: An vorderster Front 2017: Im Kampf gegen den IS – Ist das Kalifat am Ende? 2018: Im Land der Taliban

Auszeichnungen 2007: Auszeichnung mit dem Rory Peck-Award für Kommando Bagdad – US-Soldaten im Irak 2010: Auszeichnung mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Reportage“ für Somalia – Land ohne Gesetz 2011: Nominierung für den Grimme-Preis in der Kategorie „Information & Kultur“ für Somalia – Land ohne Gesetz 2012: Auszeichnung mit dem Robert-Geisendörfer-Sonderpreis 2015: Auszeichnung mit dem Otto-Brenner-Preis für Das 13. Jahr. Der verlorene Krieg in AfghanistanOtto-Brenner-Preisträger auf der offiziellen Internetseite des Otto-Brenner-Preises. 2017: Grimme-Preis für seine besondere journalistische Leistung bei den Produktionen „Im Nebel des Krieges – An den Frontlinien zum ‚Islamischen Staat‘“ und „An vorderster Front“Ashwin Raman. In: grimme-preis.de. Abgerufen am 8. März 2017.

Literatur Siegfried Pater, Ashwin Raman: Organhandel: Ersatzteile aus der dritten Welt, Lamuv Verlag GmbH, Göttingen 1991, ISBN 978-3-88977-244-2 Moritz Ortmann: One-Man-Team im Kriegsgebiet: Das berufliche Selbstverständnis von Ashwin Raman, GRIN Verlag, München 2010, ISBN 978-3-64072-898-5

Weblinks Kriegsreporter: Im Einsatz, wo sonst keiner ist Beitrag über Ashwin Raman in der Sendung ZAPP (NDR) vom 12. November 2020 Mein Rucksack, meine Kamera, ich Interview mit Ashwin Raman auf taz.de vom 16. Oktober 2015 Krieg ist sein Geschäft Interview mit Ashwin Raman vom 18. November 2011 auf Medien-Monitor.com

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