mini|Pauline von Schätzel, unbezeichnete Lithographie, um 1830 Johanne Sophie Friederike Pauline von Schätzel, auch Schaetzel, Schaetzell, verheiratete Decker/ab 1863 von Decker (* 27. August 1811 in Berlin;Giacomo Meyerbeer; Sabine Henze-Döhring (Hrsg.): Briefwechsel und Tagebücher. Band 5, Berlin 1998, S. 857 (Digitalisat) † 13. September 1882 in Eichberg bei Schildau, NiederschlesienVgl. Schumann-Briefedition, Serie II, Band 17 (Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883), Köln: Dohr 2015, S. 125.) war eine deutsche Konzert- und Opernsängerin (Sopran) und Komponistin.
Leben Pauline von Schätzel entstammt dem Adelsgeschlecht Schätzel. Sie war eine Enkelin der berühmten Sängerin Margarete Luise Schick und die Tochter der Sängerin Juliane von Schaetzel geb. Schick aus deren Ehe mit dem Königlichen Landrat Carl Friedrich Ludwig von Schaetzel, der von 1801 bis 1806 als Landrat im Kreis Soldin tätig war, später in Berlin. Der Klarinettist Friedrich Schick (1794–1860) war ihr Onkel.
Schon am 17. September 1827 sang sie bei einer Aufführung von Händels Oratorium Das Alexanderfest unter der Leitung von Carl Friedrich Zelter, in einem Konzert anlässlich der „Versammlung der Naturforscher und Ärzte“, bei dem der junge Frédéric Chopin unter den Zuhörern weilte. Sie betrat am 26. April 1828 – dem Geburtstag ihrer Großmutter – als Agathe im Freischütz erstmals die Bühne der Berliner Hofoper, wo sie anschließend als erste Sängerin engagiert wurde.Vgl. Schumann-Briefedition, Serie II, Band 17 (Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883), Köln: Dohr 2015, S. 125. Vier Jahre später verkörperte sie bereits die Titelpartie in Beethovens Fidelio.
1832 heiratete sie den Hofbuchdrucker und Verleger Rudolf Ludwig Decker und beendete ihre öffentliche Karriere als Opernsängerin. In den Jahren darauf trat sie jedoch weiter als Konzertsängerin auf, speziell in Konzerten der Berliner Singakademie, deren Ehrenmitglied sie bis zu ihrem Tode war, und veranstaltete außerdem „musikalische Abendgesellschaften“ in ihrem Haus.Vgl. Carl von Ledebur: Tonkünstler-Lexicon Berlin’s von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Berlin 1861, S. 498. Pauline von Decker komponierte mehrere Lieder, die sie in den 1870ern veröffentlichte.Siehe hierzu Briony Cox-Williams: Absence and Dialogue: Pauline von Decker in a Performing and Cultural Context. In: Aisling Kenny, Susan Wollenberg (Hrsg.): Women and the Nineteenth-Century Lied. Farnham u. a. 2015, S. 29–44.
Literatur Anonym: An Pauline von Schätzel, bei ihrem Abschied von der Bühne. Berlin 1832. (Gedicht) Anonym: Abschiedsgruss an Fräulein von Schätzel. Berlin 1832. (Sonett) Hinrich Lichtenstein: Zur Geschichte der Sing-Akademie in Berlin. Trautwein, Berlin 1843, Anhang S. 8. (Digitalisat) (Digitalisat) August Potthast: Die Abstammung der Familie Decker – (Rudolf Ludwig Decker). Verlag Rudolph Ludwig Decker, Berlin 1863. (Digitalisat) Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 8, Leipzig 1868, S. 79. (Digitalisat) Anonym: Den Manen des sel. Herrn Rudolph Ludwig von Decker, Koeniglichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckers, † 12. Januar 1877 zu Berlin, und der sel. Frau Pauline von Decker geb. von Schaetzell, † 9. September 1882 zu Eichberg. Berlin um 1884. Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein, Thomas Synofzik (Hrsg.): Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883 (= Schumann-Briefedition, Serie II, Band 17). Dohr, Köln 2015, ISBN 978-3-86846-028-5, S. 123–129. Briony Cox-Williams: Absence and Dialogue: Pauline von Decker in a Performing and Cultural Context. In: Aisling Kenny, Susan Wollenberg (Hrsg.): Women and the Nineteenth-Century Lied. Farnham u. a. 2015, S. 29–44.
Einzelnachweise
Kategorie:Opernsänger Kategorie:Sopran Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Singakademie Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1882 Kategorie:Frau