Johann Heinrich Schlink (auch Schlinck) (* 4. Januar 1793 in Neuendorf bei Koblenz; † 20. September 1863 in Köln) war ein deutscher Anwalt und Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung in Berlin.

Leben Johann Heinrich Schlink, der die Schulen seiner Vaterstadt besucht, auf der 1806 dort gegründeten Rechtsschule (Universität) im Metternichen Hof studiert und sich dann in Reims „zur juristischen Praxis vorbereitet“ hatte, bekleidete zunächst eine Stelle als Gerichtsschreiber zu St. Wendel und danach als Staatsprokurator zu Saarbrücken.Kölnische Zeitung. Nr. 265 (Zweites Blatt) vom 24. September 1863, S. (1) unter Vermischte Nachrichten (online bei zeit.punktNRW). Nach Errichtung des Landgerichts Trier trat er dort als Advokat-Anwalt ein. Am 15. Oktober 1831 wurde ihm der Titel Justizrath verliehen.Trier'ische Zeitung vom 21. Oktober 1831, S. 1, Spalte 2. (Manfred Schöncke,:Karl und Heinrich Marx und ihre Geschwister, S. 215.) Schlink gehörte neben Heinrich Marx zu den Trierer Bürgern, die zu Ehren der Deputierten des rheinischen Provinziallandtages am 13. Januar 1834 ein Fest veranstalteten.Heinz Monz: Karl Marx. Grundlagen der Entwicklung zu Leben und Werk. NCO-Verlag Neu & Co., Trier 1973, S. 134. Der preußische Justizminister Karl Albert von Kamptz verurteilte das Vorgehen der Trierer Bürger.„Die Stadt Trier hat das erste Beispiel gegeben, daß die durch Subskipstion zusammengebrachten Mittagsgesellschaften von Privatpersonen sich herausgenommen haben, Verhandlungen einer von des Königs Majestät und allerhöchst demselben verantwortlichen Versammlung, ja selbst die Grundsätze und Abstimmungen und das Benehmen einzelner Mitglieder in ebenso unkundiger als unbefugter Weise zu beleuchten und zu tadeln.Schon hält die große Mehrzahl von Landtagsdeputierten sich nicht für deutsche landständische Landtagsdeputierte, sondern für Repräsentanten des Volkes und wird von dem Publikum bestärkt bestärkt“. (Heinz Monz: Karl Marx. Grundlagen der Entwicklung zu Leben und Werk. NCO-Verlag Neu & Co., Trier 1973, S. 135). Gegen einzelne Mitglieder der Casinogesellschaft wurde ermittelt und Juli 1834 die Gesellschaft aufgelöst, aber schon im August desselben Jahres vom Trierer Oberbürgermeister Haw, dem Gymnasialdirektor Wyttenbach und von Schlink wiedergegründet.Heinz Monz: Karl Marx. Grundlagen der Entwicklung zu Leben und Werk. NCO-Verlag Neu & Co., Trier 1973, S. 134. In Trier war er auch mit dem Sohn von Friedrich Schiller, Ernst von Schiller, befreundet.Karl Schmidt. Schillers Sohn Ernst. F. Schöningh, Paderborn 1893, S. 421. 1843 wurde er Appellationsgerichtsrat am Appellationsgerichtshof Köln.

Er wurde 1848 für den Wahlkreis Koblenz in die preußische Nationalversammlung gewählt und im selben Jahre zum Oberappellationsrat am Appellationsgerichtshof in Köln bestellt.Königlich preußischer Staats-Kalender: Für das Jahr 1855, Decker, Berlin 1855, S. 681. Als Schriftsteller machte er sich durch Arbeiten zur Prozessordnung des Code civil und durch sein Buch Trier und die Trierer. In Briefen geschildert bekannt. Schlink war auch Mitarbeiter der juristischen Zeitschrift: „Der Gerichtssaal. Zeitschrift für volksthümliches Recht“.Erlangen 1854

Schlink war verheiratet mit Magdalena Mosler und Träger des Roter Adlerordens 4. Klasse. Vor 1861 wurde er zum Justizrat ernannt.Siehe Titelblatt: Das französische (rheinische) und das preußische Executions-Verfahren in Civilsachen. Dargestellt, kritisch beleuchtet und mit Tabellen über den Kostenpunkt belegt.

Schlink und die Familie Marx Am 10. Mai 1838 melden die Anwälte Ernest Dominik Laeis und Schlink den Tod von Karl Marx’ Vater Heinrich standesamtlich an.Sterbe-Akt 321 Sterberegister Trier 1838. (Manfred Schöncke: Karl und Heinrich Marx und ihre Geschwister. Pahl-Rugenstein, Bonn 1993, ISBN 3-89144-185-1, S. 282 f.) Johann Heinrich Schlink wird der Vormund der nicht volljährigen Kinder, darunter von Karl Marx.Nachlassaufnahme Heinrich Marx (Landeshauptarchiv Koblenz Abt. 587,40 Nr. 533. (Manfred Schöncke: Karl und Heinrich Marx und ihre Geschwister. Pahl-Rugenstein, Bonn 1993, S. 287 f.) Bei der standesamtlichen Hochzeit von Karl Marx’ Schwester Sophia Marx am 12. Juli 1842 ist Schlink einer der Trauzeugen.Heirats-Akt 103. Heiratsregister Trier 1842. (Manfred Schöncke: Karl und Heinrich Marx und ihre Geschwister. Pahl-Rugenstein, Bonn 1993, ISBN 3-89144-185-1, S. 518 f.) Am 15. Juli beschrieb Schlink ausführlich die Verhältnisse in der preußischen Nationalversammlung in einem Brief an Jenny Marx.Rolf Hecker, Angelika Limmroth (Hrsg.): Jenny Marx. Die Briefe. Karl Dietz Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-320-02298-3, S. 82–83.

Werke anonym: Trier und die Trierer. In Briefen geschildert. Lintz, Trier 1840 Trier und die Trierer. In Briefen geschildert. Hrsg. von Wilhelm Bracht. P. List, Leipzig 1942 Das französische (rheinische) und das preußische Executions-Verfahren in Civilsachen. Dargestellt, kritisch beleuchtet und mit Tabellen über den Kostenpunkt belegt. Lintz, Trier 1841.Digitalisat Commentar über die französische Civil-Prozeß-Ordnung. Mit Vorausschickung einer Abhandlung über die Organisation, Competenz und Disziplin der Gerichte, sowie der dazu gehörigen Nebenpersonen. Erster Band. 2. Auflage. J. Hölscher, Coblenz 1856 Commentar über die französische Civil-Prozeß-Ordnung. Mit Vorausschickung einer Abhandlung über die Organisation, Competenz und Disziplin der Gerichte, sowie der dazu gehörigen Nebenpersonen. Zweiter Band. J. Hölscher, Coblenz 1843 Commentar über die französische Civil-Prozeß-Ordnung. Mit Vorausschickung einer Abhandlung über die Organisation, Competenz und Disziplin der Gerichte, sowie der dazu gehörigen Nebenpersonen. Zweiter Band. 2. Auflage. J. Hölscher, Coblenz 1856 Commentar über die französische Civil-Prozeß-Ordnung. Mit Vorausschickung einer Abhandlung über die Organisation, Competenz und Disziplin der Gerichte, sowie der dazu gehörigen Nebenpersonen. Dritter Band. J. Hölscher, Coblenz 1843 Commentar über die französische Civil-Prozeß-Ordnung. Mit Vorausschickung einer Abhandlung über die Organisation, Competenz und Disziplin der Gerichte, sowie der dazu gehörigen Nebenpersonen. Dritter Band. 2. Auflage. J. Hölscher, Coblenz 1856 Commentar über die französische Civil-Prozeß-Ordnung. Mit Vorausschickung einer Abhandlung über die Organisation, Competenz und Disziplin der Gerichte, sowie der dazu gehörigen Nebenpersonen. Vierter Band. J. Hölscher, Coblenz 1845 Digitalisat Commentar über die französische Civil-Prozeß-Ordnung. Mit Vorausschickung einer Abhandlung über die Organisation, Competenz und Disziplin der Gerichte, sowie der dazu gehörigen Nebenpersonen. Vierter Band. 2. Auflage. J. Hölscher, Coblenz 1857

Literatur Ernest Dominik Laeis: Die Stock- und Vogteiguts-Besitzer der Eifel und der umliegenden Gegenden wider ihre Gemeinden in Betreff streitiger Waldungen: Historisch-juristische Darstellung merkwürdiger Rechtsfälle, nebst ihren Entscheidungen und Belegen. Band 2. Rittsteiner, Trier 1831 enthält Prozesse, an denen Schlink mitwirkte. Verhandlungen der Versammlung zur Vereinbarung der Preussischen Staats-Verfassung. Band 1. Verlag der Deckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1848 Digitalisat Beiträge von Johann Heinrich Schlink Johann Heinrich Schlink. In: Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsbiographien. Band 17, S. 26. Peter Wettmann-Jungblut: Rechtsanwälte an der Saar 1800-1960. Geschichte eines bürgerlichen Berufsstandes. Gollenstein, Blieskastel 2004, S. 67 ff.

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Preußischen Nationalversammlung Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Justizrat Kategorie:Rechtswissenschaftler (19. Jahrhundert) Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland) Kategorie:Person (Koblenz) Kategorie:Person (Trier) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1793 Kategorie:Gestorben 1863 Kategorie:Mann