Die Familie Struve stammt ursprünglich aus Cramme (Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel), wo noch im 20. Jahrhundert Nachkommen mit der Schreibvariante Strube Hofeigentümer waren.Gesine Schwarz: Geschichte des Dorfes Gross Stöckheim, 2003, S. 109. Das Geschlecht zergliederte sich in zahlreiche Linien. Eine dieser Linien war im 17. Jahrhundert in Magdeburg und Jena ansässig. Einige ihrer Nachfahren gehörten seit Ende des 18. Jahrhunderts zum russischen Dienstadel. Die Familie brachte eine Reihe bedeutender Juristen und Diplomaten sowie Mediziner und Apotheker hervor.
Die Familie ist nicht verwandt mit dem gleichnamigen Astronomengeschlecht (mit Vorfahren aus Schleswig-Holstein) um den durch den Struve-Bogen bekannten Friedrich Georg Wilhelm Struve, der 1831 ebenfalls in Russland geadelt wurde.
Geschichte Bereits 1282 trat ein Manegoldus Struve unter anderen milites (Rittern) als Zeuge auf, mit dabei Burgardus de Cramme. Dies war bei der Beurkundung von Salzverkäufen des Herzogs Otto II. von Braunschweig-Lüneburg aus der Lüneburger Saline.Hans von Schack und Max Bär: Beiträge zur Geschichte der Grafen und Herren von Schack, Bände 1–5, 1884, S. 76. Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden. Verdener Urkundenbuch, 1. Abteilung, Band 205, 2001, S. 629. Derselbe Mangold Struve trat 1290 unter Lüneburgische von Adell als Zeuge einer Urkunde auf, die bekundet, dass das Domkapitel zu Verden Salz von Herzog Otto II. aus der Saline Lüneburg kauft. Jener Mangoldt Struve bezeugt noch 1294 eine Urkunde ähnlichen Inhalts.Cyriakus Spangenberg: Chronicon, Oder Lebens-Beschreibung und Thaten, aller Bischöffe des Stiffts Verden, Welche von den Zeiten des Kaysers Caroli Magni, biß zum Münsterischen und Oßnabrügischen Frieden daselbsten ihren Sitz gehabt und regieret. Von Anfang des Verdischen Stifftes Fundation und Einsetzung des ersten Bischoffs Anno Christi 776 biß Anno Christi 1623; Sammt derer Bischöffe Bildnissen, 1720, S. 87 f. Ob und wie ein genealogischer Zusammenhang zu den im 16. Jahrhundert zu Burghof Cramme gesessenen Struve besteht, steht nicht fest.
Krüdener-Struve Durch kaiserlichen Ukas vom 26. Januar 1877 kam es zur Namensvereinigung derer von Krüdener mit den Struve, für die Kinder des Dr. med. Gustav von Krüdener (1829–1868) und der Johanna Moritz (* 1838; † 1915), wiedervermählte Struve, als Adoptivkinder ihres Stiefvaters. Diese Linie nannte sich fortan Krüdener-Struve. Das vereinigte Wappen von 1877, führt im Herzschild das Struve Wappen.
Wappen
Das Stammwappen Struve zeigt in Silber einen roten Balken, begleitet von drei (2:1) goldenen Rosen. Auf dem bekrönten oder stattdessen in den Deckenfarben bewulsteten Helm mit rot-goldenen Decken (oder rechts rot-goldenen, links silbern-goldenen Decken) drei fächerförmig gestellte goldene Rosen an grün beblätterten grünen Stängeln.
Daneben gibt es Wappendarstellungen mit goldenem Schild und roten Rosen, mit der Zuschreibung „Strube“, welche Schreibvariante der Stammvater des Geschlechts schon führte, ebenfalls mit Helmkrone, wie es ohne Adelsbrief neben uradligen Geschlechtern nur Patriziergeschlechter im Wappen führen, sowie ebenfalls mit der Zuschreibung „Strube“, in gotischer Wappendarstellung, was ein älteres Wappen vermuten lässt, allerdings mit verwandtem, ähnlichem Schildinhalt: in Gold ein beiderseits vielfach von oben eingekerbter roter Schräglinksbalken, oben und unten von je einer roten Rose begleitet. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein goldener Flug, belegt mit einer roten Rose.
Burcard Gotthilf Struve besiegelte am 4. November 1733 ein Schriftstück mit einem Wappen, das im Schild zwei Rosen über einem Balken zeigt. Auf dem Helm ebenfalls drei Rosen an beblätterten Stielen.Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, in einer neuen vollständig geordneten und reich vermehrten Auflage mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen, Band 5, Nürnberg 1888, S. 16.
Stammliste
Position in der Stammliste unklar: Otto August Struve (* 1784; † 1847); deutscher Verwaltungsbeamter und Sachbuchautor Gerhard Struve (* 1835; † 1904); Domänenpächter, Zuckerfabrikant und Mitglied des Deutschen Reichstags Tilman Struve (* 1938; † 2014); deutscher Historiker
Literatur Friedrich Cast: Süddeutscher Adelsheros. Zweite Section, Erster Band, Stuttgart 1845. S. 324–325. () Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 9: Steinhaus – Zwierlein. Leipzig 1870. S. 94 () Johann Gustav v. Struve. In: B.F. Voigt, Nischwitz (Herausgeber): Neuer Nekrolog der Deutschen, Ilmenau 1830, Sechster Jahrgang 1828, Erster Theil, S. 372–378. () Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, III. Band, 11. Abteilung, 2. Teil; Der Adel der Russischen Ostseeprovinzen: Der Nichtimmatrikulierte Adel. Bauer & Raspe, Nürnberg 1901. S. 216, Tafel 149. (Online: Text, Tafel) Carl August von Grass: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, II. Band, 6. Abteilung; Der Adel in Baden. Bauer & Raspe, Nürnberg 1878. S. 131. (Online: , ) Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, Teil B. Gotha 1942. S. 526. (Online)
Weblinks Eintrag auf en.rodovid.org; abgerufen am 28. August 2013 Eintrag auf familytreemaker.genealogy.com; abgerufen am 28. August 2013 Eintrag auf freepages.family.rootsweb.ancestry.com; abgerufen am 28. August 2013
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht
Kategorie:Russisches Adelsgeschlecht Kategorie:Stammliste