ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord der Freien und Hansestadt Hamburg.

Geografie mini|Raakmoorgraben vor dem Stausee, 2010 mini|hochkant|Markierung des 10. Längengrades (Meridian) östlicher Länge (10° Ost) auf dem Käkenhof, 2017

Langenhorn liegt im Norden Hamburgs und wird westlich durch den Flusslauf der Tarpenbek begrenzt, einem Nebenfluss der Alster, der die Grenze zu Norderstedt in Schleswig-Holstein markiert. Im Osten bildet der Raakmoorgraben mit dem Raakmoorstausee die Grenze zu Hummelsbüttel, die direkt am Naturschutzgebiet Raakmoor liegt. Der Raakmoorgraben bildet seit 1937 auch im Süden die Grenze zu Fuhlsbüttel. Im Nordwesten teilt sich Langenhorn das Quartier Ochsenzoll mit Norderstedt. Der 10. Längengrad (Meridian) östlicher Länge (10° Ost) durchquert Langenhorn und kreuzt von Nord nach Süd gesehen die Straßen Schmuggelstieg, Bärenhof, Essener Straße, Erich-Plate-Weg, Bergmannstraße sowie den Käkenhof, Käkenflur, Tarpen, Masen, Suckweg, Dankerskamp, Buurkamp, Heerwisch, Eekboomkoppel und Krohnstieg. Von da aus durchquert er das Gelände und ein Gebäude der Schule am Krohnstieg, kreuzt den Jugendparkweg direkt hinter dem Gelände und die Straßen Keustück, Middeltwiete, Holtkoppel sowie Zeppelinstraße, bis er das Flughafengelände erreicht und damit Fuhlsbüttel. Langenhorn befindet sich ca. 15 Kilometer nördlich der Hamburger Altstadt.

Der Höhenlage Langenhorns beträgt an der niedrigsten Stelle der Zeppelinstraße 11 Meter über Normalnull und an der höchsten Stelle des Jersbeker Weges 35 Meter über Normalnull.Höhen in Langenhorn Die durchschnittliche Höhe beträgt 23 Meter über Normalnull.

Geschichte Namensherkunft Der Name Langenhorn leitet sich von dem ehemaligen Landschaftsbild ab. Das Lange Horn war ein großer Laubwald auf einem langgezogenen Geestrücken im Gebiet des heutigen Langenhorn.

Ur- und Frühgeschichte Bereits in prähistorischer Zeit siedelten hier Menschen, wie Ausgrabungen ergaben. Die ältesten Funde in der Nähe sind die der Hamburger Kultur an der Alster bei Wellingsbüttel, die gegen Ende der Weichsel-Kaltzeit unter anderem auch dort anzutreffen war. Um diese Zeit, ca. vor 13.020 Jahren,Ute Grezuweit: Die Tarpenbek, ein Fließgewässer in Hamburg. (PDF; 667 kB) Hamburg 1997 (Die Alterseinschätzung ist ca. 20 Jahre alt, deswegen 13.020 Jahre) bildete sich durch schmelzende Gletscher auf dem Geestrücken auch die Tarpenbek, die in die Alster mündet. Im Norden Langenhorns und auf dem Gebiet des Raakmoores haben sich Schmelzwasserablagerungen gebildet. Spätestens zur europäischen Jungsteinzeit wurde auch auf Langenhorner Gebiet gesiedelt.Abbildung 27 auf archaeologie-stade.de (Durchs Anklicken wird die Abbildung größer) Die ersten wissenschaftlich ausgewerteten Funde machte der Lehrer Carl Feddern bei seinem Garten an der Straße Ahlfeld in der Siedlung Siemershöh. Es waren drei Steinbeile, die nach der früheren Einschätzung von 1948 plus vergangener Zeit etwa 4.070 Jahre alt sind und auf eine Wohnstätte oder Grabstätte hinweisen. Auf dem Land von Carl Feddern fanden später Theodor Dühring (unter anderem Rektor der Fritz-Schumacher-Schule und Schule Eberhofweg) und sein Bruder als Kinder Tonscherben. Vom Museum für Völkerkunde und Vorgeschichte wurde daraufhin unter der Leitung von Walter Matthes 1934 eine umfangreiche Ausgrabung vorgenommen, bei der eine große Steinlage von 15 Meter Länge und drei Meter Breite freigelegt wurde. Die faust- bis topfgroßen Steine lagen dicht an dicht beieinander und aus ihnen heraus ragten einige größere Steine mit glatter Oberfläche heraus. Am Südende der Steinlage fand man eine Herdstelle in Form einer Mulde, um der ringsherum Tonscherben, Kohlereste und Asche lagen. 1948 wurde das Alter von ca. 2.000 Jahren genannt, das wären heute ca. 2.070 Jahre (wenn man von 1934 ausgeht ca. 2.084 Jahre), was den Schluss nahelegt, dass es sich um eine Anlage der Jastorf-Kultur handeln könnte. Düring ging 1948 von einer Wohnstätte aus, während ein Zeitungsreporter 1934 davon ausging, dass die Anlage am Ufer eines heute ausgetrockneten Flussarmes lag. Da nach Düring der Ort am Raakmoorbach (Raakmoorgraben, früher Moorreye) lag, könnte der Raakmoorgraben der Rest des vermeintlichen, ehemaligen Flusses sein. Bei einer Ausschachtung einer Baugrube in der Nähe wurden dann Reste einer eventuellen zweiten Wohnstätte gefunden. In einem Pachtgarten an der Fritz-Schumacher-Allee gegenüber dem Eingang Nummer 97 wurde ebenfalls ein gleichmäßig dunkelgelbes, feinbehauenes, zum Teil geschliffenes und quergeschäftetes Feuersteinbeil aus der Jungsteinzeit gefunden. Da dort viele Steine entfernt wurden, wurde vermutet, dass sich dort eine Grabstelle befand.Artikel Steinzeitliche Siedler in Langenhorn von Theodor Dühring, De Börner, Dezember 1948.Über die Ausgrabung 1934. In: Vom Michel bis zum Junfernstieg, Altonaer Nachrichten, 16. Juni 1934, S. 14

mini|Zeichnung des Rasiermessers aus der Bronzezeit, das nahe der Straße Hohe Liedt gefunden wurde

Auf der Karte von Langenhorn aus dem Jahre 1750 von Georg Ferdinand Hartmann sind Hügelgräber eingezeichnet.Foto der Karte von 1750 (Kopie) von Georg Ferdinand Hartmann, die im Langenhorner Bürgerhaus, Tangstedter Landstraße 41 im 1. Stock hängt. Auf der Karte von 1740 (rechts auf dieser Artikelseite) ist der Venusberg eingezeichnet, der ein Hügelgrab war, aber später abgetragen wurde. Auf der Karte aus dem Jahre 1804 von Jacob Kock ist er auch eingezeichnet. des Jacob Kock von 1804, Langenhorn-Archiv Er befand sich dort, wo heute der Neubergerweg in die Langenhorner Chaussee einmündet, auf der gegenüberliegenden Seite des Neubergerweges, etwas versetzt. Auf der Karte von 1750 liegt er aber auf der gegenüberliegenden Seite. Da die Karte von 1740 erst 1908 entstand, hatte der Kartenzeichner vielleicht auch die Karte von 1804 als Vorlage. Man muss auch bedenken, dass beim späteren Ausbau der Chaussee die Chaussee begradigt wurde und nicht unbedingt genau da liegen muss, wo sie auf der Karte von 1750 eingezeichnet ist. Auf einem Gemälde, das um 1895 entstand, wurde unter anderem ein Hügelgrab an der Tarpenbek gemalt.Abbildung auf der Titelseite, Beschreibung auf Seite 4, im De Börner, Heimatblatt für Langenhorn und Ochsenzoll, September 1963. Bei der damaligen Tarpenkate an der Straße Tarpen befanden sich ebenfalls Hügelgräber.Siehe Traumbuche auf dem Venusberg und Die Tapenkate Auf der Fuhlsbüttler Feldmark an der Grenze zu Langenhorn waren fünf Hügelgräber aus der Bronzezeit. Alle der fünf Gräber hatten große Steinkammern, ca. 120 bis 240 Zentimeter tief, in denen sich kleinere Steinkisten befanden, die Urnen mit Knochen und Asche sowie Bronzeschwerter enthielten.Siehe Ausvorgeschichtlicher Zeit Ein heute noch erhaltenes Hügelgrab aus der Eisenzeit, das Taternberg genannt wird, befindet sich in Fuhlsbüttel.Nachweis Taternberg In der Hummelsbüttler Feldmark, die ebenfalls an Langenhorn grenzt, grub der Lehrer, Heimatforscher und Autor Ludwig Frahm 1894–1896 Urnen aus. Beigaben der Urnen waren Gegenstände aus Bronze, wie Pfriemen, eine pinzettenartige Zange, Nadeln, Fibeln und Rasiermesser. Auch danach wurden in der Hummelsbüttler Feldmark viele Urnen gefunden. Ein in Langenhorn, in der Nähe der Straße Hohe Liedt gefundenes, einschneidiges Rasiermesser aus der Bronzezeit wurde damals beim Museum für Hamburgische Geschichte abgegebenArtikel Ein Fund aus der Bronzezeit von Theodor Dühring, De Börner, Heimatblatt für Langenhorn und Ochsenzoll, Oktober 1958. und dürfte sich seit 1972 im Archäologischen Museum Hamburg befinden. Ein nahezu identisches Modell wurde in Neugraben-Fischbek gefunden und befindet sich ebenfalls im Archäologischen Museum Hamburg.Rasiermesser aus Neugraben-Fischbek

Am östlichen Grenzbach nach Hummelsbüttel, der Moorreye, heute Raakmoorgraben, fand man bis um 1900 noch beim Tiefpflügen zahlreiche Urnen, von denen aber keine erhalten geblieben ist.Seite 10 in De Börner, Heimatblatt für Langenhorn und Ochsenzoll, Februar 1960, Kurt Schlüter: Wie Langenhorn zu seinem Namen und zu Hamburg kam In der Langenhorner Süderschule wurden jahrelang zwei Urnen davon aufbewahrt, die aber auch nicht mehr existent sind.Erwähnung der zwei Urnen in Aus Langenhorns Vergangenheit von Karl August Schlüter in De Börner, Juni / Juli 1932. Im benachbarten Fuhlsbüttel wurden ebenfalls Urnen gefunden. 2011 fand man dort an der Alster ein Gräberfeld mit ca. 500 Urnen, das man der Jastorf-Kultur zuschrieb und dessen Alter man zu diesem Zeitpunkt auf etwa 2.000 Jahre schätzte, doch auch schon 1873 gab es dort größere Urnenfunde.Carina Braun: Vor 2000 Jahren: Die Germanen von Fuhlsbüttel, Hamburger Abendblatt vom 21. Dezember 2011.Sven Kummereincke: "Santa Fu" – wer lebte hier vor 2000 Jahren?, Hamburger Abendblatt vom 19. April 2018 Bei der Regulierung des Alsterlaufs in Fuhlsbüttel ab 1914 gab es ebenfalls Urnenfunde.

Altertum Seit dem Altertum siedelten sich im Gau Stormarn, zu dem Langenhorn gehörte, der nordelbische Sachsenstamm der StormarnStormarn im Mittelalter-Wiki an, so auch höchstwahrscheinlich auf Langenhorner Gebiet.Seite 5, Johann Friedrich Voigt: Geschichtliche Mitteilungen über die hamburgische Landgemeinde Langenhorn (Digitalisat) Nordöstlich von Langenhorn fand man 1898 und 1904 zwei Bohlenwege im Wittmoor aus dem Jahr 330 und aus dem 7. Jahrhundert.

Mittelalter und Frühe Neuzeit Nachdem im Jahr 804 der fränkische König Karl der Große im Zuge der Sachsenkriege zuletzt mit Hilfe seiner Verbündeten den Abodriten Nordalbingien des Stammesherzogtums Sachsen unterwarf, überließ er zunächst den Abodriten Nordalbingien, darunter auch das Gau Stormarn. Als diese sich gegen den Dänenkönig Gudfred nicht behaupten konnten und tributpflichtig wurden, schickte Karl der Große 808 seinen Sohn Karl den Jüngeren mit einem großen Heer. Nach der Eroberung legten die Stormarner ihren alten Glauben an eine Götterwelt, die jetzt als Nordische Mythologie bezeichnet wird, ab und nahmen den christlichen Glauben des Eroberers an. Ob dies freiwillig durch Überzeugung geschah oder unter Zwang, ist nicht belegt. Wie eine Abschwörung von den alten Göttern ausgesehen haben könnte, zeigt das Sächsische Taufgelöbnis. Stormarn inklusive der Hammaburg gehörte ab 814 zum Bistum Verden. Die allgemeine Behauptung, dass im Jahr 831 Ludwig der Fromme das Erzbistum Hamburg, oder genauer gesagt, das Erzbistum Hammaburg gründete, liegt einer Urkundenfälschung zu Grunde und wurde wissenschaftlich widerlegt.Artikel Fälschung brachte Bremen und Hamburg zusammen in Die Welt vom 5. Oktober 2014. Ansgar wurde in der Hammaburg noch kein Erzbischof, sondern erst nach seiner Flucht vor den Wikingern 845 nach Bremen. 848 wurde er dort Erzbischof des Erzbistums Bremen. Stormarn kann also 831 noch nicht zum Erzbistum Hamburg gehört haben.