mini|hochkant=2.3| Der 1500-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2012 in London wurde am 6., 8. und 10. August 2012 im Olympiastadion London ausgetragen. 46 Athletinnen nahmen teil.
Olympiasiegerin wurde Maryam Yusuf Jamal aus dem Bahrein. Die Äthiopierin Abeba Aregawi gewann die Silbermedaille, Bronze ging an die US-Amerikanerin Shannon Rowbury.
Für Deutschland startete Corinna Harrer, die im Halbfinale ausschied. Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin Nancy Langat () 4:00,03 min Peking 2008 Weltmeisterin Jenny Simpson () 4:05,40 min Daegu 2011 Europameisterin Gamze Bulut () 4:06,04 min Helsinki 2012 Zentralamerika und Karibik-Meisterin Sandra López () 4:22,65 min Mayagüez 2011 Südamerika-Meisterin Rosibel García () 4:22,18 min Buenos Aires 2011 Asienmeisterin Genzeb Shumi () 4:15,91 min Kōbe 2011 Afrikameisterin Rababe Arafi () 4:05,80 min Porto-Novo 2012 Ozeanienmeisterin Kate Johnston () 4:32,16 min Cairns 2012
Rekorde Bestehende Rekorde WeltrekordQu Yunxia ()3:50,46 minPeking, Volksrepublik China11. September 1993Athletics - Progression of outdoor world records, 1500 m - Women, sport-record.de, abgerufen am 9. April 2022Olympischer RekordPaula Ivan ()3:53,96 minFinale OS Seoul, Südkorea1. Oktober 1988 Die Rennen hier in London waren meist ausgerichtet auf ein schnelles Finish in der Endphase, das galt insbesondere für das Finale. So wurde der bestehende olympische Rekord auch bei diesen Spielen nicht erreicht. Die spätere Olympiadritte Abeba Aregawi aus Äthiopien verfehlte den Rekord im schnellsten Rennen, dem zweiten Halbfinale, mit ihren 4:01,03 min um 7,07 Sekunden. Zum Weltrekord fehlten ihr 10,57 Sekunden. Rekordverbesserungen Es wurden drei neue Landesrekorde aufgestellt: 4:07,79 min – Lucia Klocová (Slowakei), erster Vorlauf am 6. August 4:18,26 min – Gladys Landaverde (El Salvador), dritter Vorlauf am 6. August 4:02,99 min – Lucia Klocová (Slowakei), zweites Halbfinale am 8. August Anmerkungen:Alle Zeiten in diesem Beitrag nach sind Ortszeit London (UTC±0) angegeben.
Doping und die Leidtragenden In dieser Disziplin wurden nach und nach insgesamt neun Athletinnen, darunter fünf Finalistinnen, wegen Vergehen gegen die Dopingbestimmungen disqualifiziert. Dieser Wettbewerb war somit eines der am stärksten durch Dopingvergehen belasteten Leichtathletik-Events in der olympischen Geschichte. Die Marokkanerin Mariem Alaoui Selsouli, bis hierhin Weltjahresbeste 2012, war wegen Dopings kurz vor den Spielen gesperrt worden. Bei einer Kontrolle im Juli 2012 wurde sie positiv auf das Diuretikum Furosemid getestet, das zur Verschleierung von anderen Dopingsubstanzen dienen kann. Die Folge war eine Sperre für acht Jahre bis zum 24. Juli 20202012: Prominenter Doping-Fall aus Marokko: Mariem Alaoui Selsouli, lawm.sportschau.de 17. August 2015, abgerufen am 9. April 2022 Im Mai 2013 wurde öffentlich, dass bei der Türkin Aslı Çakır Alptekin, die mit 4:10,23 min als Erste ins Ziel gekommen war, Blutwerte, die auf Doping hinweisen, gefunden wurden.Simon Hart, London Olympic 1,500m champion Asli Cakir Alptekin facing life ban after doping charge von, in: The Daily Telegraph 3. Mai 2013, telegraph.co.uk (englisch), abgerufen am 9. April 2022 Da der türkische Verband keine Sperre verhängte, klagte der Weltleichtathletikverband vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS. Im August 2015 kam es zu einer Entscheidung: Alptekin wurde für acht Jahre gesperrt, ihre Ergebnisse ab dem 29. Juli 2010 wurden annulliert.Turkey’s Asli Cakir Alptekin stripped of Olympic 1500m title for doping, in: The Guardian 17. August 2015, theguardian.com (englisch), abgerufen am 9. April 2022 Die zunächst siebtplatzierte Belarussin Natallja Karejwa hatte ihren Biologischen Pass manipuliert, was ihre Sperre bis August 2016 sowie die Streichung ihrer Resultate seit 2010 nach sich zog.Verratene Betrüger, verzweifelte Opfer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung 8. März 2016, faz.net, abgerufen am 9. April 2022 Derselbe Vorwurf betraf auch die ursprünglich neuntplatzierte Russin Jekaterina Kostezkaja, die im August 2011 auffällig geworden war. Sie erhielt eine Sperre bis Januar 2015, ihre Resultate seit 2011 wurde gestrichen. Ende März 2017 wurde auch die zunächst nachgerückte Siegerin Gamze Bulut aus der Türkei wegen Blutunregelmäßigkeiten in ihrem Blutpass vom Weltleichtathletikverband gesperrt, die Goldmedaille wurde ihr aberkannt.Doping – auch neue Siegerin Bulut muss Olympiagold abgeben. In: Hamburger Abendblatt 29. März 2017, abendblatt.de, abgerufen am 9. April 2022 Die im Vorlauf ausgeschiedene Ukrainerin Anschelika Schewtschenko wurde nach Entscheidung des Weltleichtathletikverbands wegen Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen vom 17. Februar 2015 an für zwei Jahre gesperrt. Ihre seit dem 2. Juli 2011 bis einschließlich 2013 erzielten Resultate wurden annulliert.Anzhelika Shevchenko in the World Championships, olympiandatabase.com (englisch), abgerufen am 9. April 2022 Dazu gehörten auch ihre Ergebnisse, die sie hier in London über 800 Meter erreicht hatte. Eine weitere im Vorlauf ausgeschiedene Ukrainerin, die gegen die Antidopingbestimmungen verstoßen hatte, war Hanna Mischtschenko. Ihre von Juni 2012 bis 2016 erzielten Resultate wurden wegen Irregularitäten in ihrem Biologischen Pass annulliert.Hanna Mishchenko, Biographical information, olympedia.org (englisch), abgerufen am 9. April 2022 Der im Vorlauf ausgeschiedenen Russin Jekaterina Myrnowa wurden ebenfalls Irregularitäten in ihrem Biologischer Pass nachgewiesen. Alle ihre von 2011 bis 2015 erzielten Resultate wurden ihr aberkannt.Yekaterina Martynova, Biographical information, olympedia.org (englisch), abgerufen am 9. April 2022 Der nach mehreren Disqualifikationen zweitplatzierten Russin Tatjana Tomaschowa wurde im September 2024 die Medaille aberkannt. Sie wurde für 10 Jahre gesperrt.TEN-YEAR PERIOD OF INELIGIBILITY IMPOSED ON TATYANA TOMASHOVA (RUS) FURTHER TO MULTIPLE ANTI-DOPING RULE VIOLATIONS, tas-cas.org (englisch), abgerufen am 4. September 2024
Bei so vielen Dopingfällen gab es natürlich zahlreiche Athletinnen, die teilweise erheblich benachteiligt wurden. Läuferinnen, die nach mehreren Jahren Verspätung ihre Medaillen erhielten: Maryam Yusuf Jamal, Bahrain – Sie wurde erst mit mehreren Jahren Verspätung als Olympiasiegerin anerkannt. Abeba Aregawi, Äthiopien – Ihr wurde erst mit 12 Jahren Verspätung die Silbermedaille zugesprochen. Außerdem konnte sie nicht an der Siegerehrung teilnehmen. Shannon Rowbury, Vereinigte Staaten – Ihr wurde erst mit 12 Jahren Verspätung die Bronzemedaille zugesprochen. Außerdem konnte auch sie nicht an der Siegerehrung teilnehmen. Läuferinnen, denen in den Vorläufen und Halbfinals ein Weiterkommen verwehrt wurde: Hilary Stellingwerff, Kanada – Sie hätte aufgrund ihrer Platzierung als Vierte des ersten Halbfinals im Finale starten dürfen. Corinna Harrer, Deutschland – Auch sie hatte sich aufgrund ihrer Platzierung als Fünfte des ersten Halbfinals eigentlich die Startberechtigung für das Finale erlaufen. Siham Hilali, Marokko – Sie wäre aufgrund ihrer im zweiten Halbfinale erzielten Zeit im Finale startberechtigt gewesen. Zoe Buckman, Australien – Auch ihre im zweiten Halbfinale erzielte Zeit hätte für eine Finalteilnahme ausgereicht. Nicole Sifuentes, Kanada – Ihre im zweiten Halbfinale erzielte Zeit hätte für eine Finalteilnahme ausgereicht. Genzeb Shumi, Bahrain – Sie hätte aufgrund ihrer Platzierung als Sechste des zweiten Vorlaufs im Halbfinale starten dürfen. Faith Kipyegon, Kenia – Auch sie wäre aufgrund ihrer Platzierung als Sechste des dritten Vorlaufs im Halbfinale startberechtigt gewesen. Genzebe Dibaba, Äthiopien – Sie wäre über ihre im dritten Vorlauf erzielte Zeit im Halbfinale startberechtigt gewesen. Marina Munćan, Serbien – Auch sie hätte sich über ihre im ersten Vorlauf erzielte Zeit für das Halbfinale qualifiziert. Janet Achola, Uganda – Auch sie hätte sich über ihre im ersten Vorlauf erzielte Zeit für das Halbfinale qualifiziert.
Vorläufe Es wurden drei Vorläufe durchgeführt. Für das Halbfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten sechs Athletinnen (hellblau unterlegt). Darüber hinaus kamen die sechs Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser (hellgrün unterlegt), weiter. Vorlauf 1 mini|hochkant=2.2| 6. August 2012, 11:50 Uhr Platz Name Nation Zeit (min) Anmerkung 1 Abeba Aregawi 4:04,55 2 Maryam Yusuf Jamal 4:05,39 3 Hellen Obiri 4:05,40 4 Hannah England 4:05,73 5 Hilary Stellingwerff 4:05,79 6 Shannon Rowbury 4:06,03 7 Lucy van Dalen 4:07,04 8 Lucia Klocová 4:07,79 NR 9 Corinna Harrer 4:07,83 10 Marina Munćan 4:11,25 eigentlich für das Halbfinale qualifiziert 11 Tereza Čapková 4:12,15 12 Natalia Rodríguez 4:16,18 13 Tuğba Karakaya 4:29,21 DNF Btissam Lakhouad DOP Tatjana Tomaschowa 4:05,10 DOP Anschelika Schewtschenko 4:12,97 Im ersten Vorlauf ausgeschiedene Läuferinnen:
Vorlauf 2 mini|hochkant=0.7| 6. August 2012, 12:01 Uhr Platz Name Nation Zeit (min) Anmerkung 1 Lisa Dobriskey 4:13,32 2 Siham Hilali 4:13,34 3 Nuria Fernández 4:13,72 4 Kaila McKnight 4:13,80 5 Jenny Simpson 4:13,81 6 Genzeb Shumi 4:14,02 eigentlich für das Finale qualifiziert 7 Meskerem Assefa 4:15,52 8 Eunice Sum 4:19,17 9 Sonja Roman 4:19,46 10 Eliane Saholinirina 4:19,46 11 Renata Pliś 4:19,62 12 Chancel Ilunga Sankuru 5:05,25 DOP Aslı Çakır Alptekin 4:13,64 für das Halbfinale zugelassen DOP Jekaterina Myrnowa 4:13,86 DNS Ingvill Måkestad Bovim Weitere im zweiten Vorlauf ausgeschiedene Läuferinnen:
Vorlauf 3 mini|hochkant=1| 6. August 2012, 12:12 Uhr Platz Name Nation Zeit (min) Anmerkung 1 Morgan Uceny 4:06,87 2 Mimi Belete 4:07,01 3 Laura Weightman 4:07,29 4 Nicole Sifuentes 4:07,65 5 Zoe Buckman 4:07,83 6 Faith Kipyegon 4:08,78 eigentlich für das Halbfinale qualifiziert 7 Genzebe Dibaba 4:11,15 eigentlich für das Halbfinale qualifiziert 8 Janet Achola 4:11,64 eigentlich für das Halbfinale qualifiziert 9 Isabel Macías 4:13,07 10 Betlhem Desalegn 4:14,07 11 Gladys Landaverde 4:18,26 NR DOP Gamze Bulut 4:06,69 für das Halbfinale zugelassen DOP Natallja Karejwa 4:06,87 für das Halbfinale zugelassen DOP Jekaterina Kostezkaja 4:06,94 für das Halbfinale zugelassen DOP Hanna Mischtschenko 4:13,63 Weitere im dritten Vorlauf ausgeschiedene Läuferinnen:
Halbfinale In den beiden Halbfinalläufen qualifizierten sich pro Lauf die ersten fünf Athletinnen für das Finale (hellblau unterlegt). Darüber hinaus kamen die zwei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser (hellgrün unterlegt), weiter. Bedingt durch Zeitgleichheit im zweiten Halbfinale wurden es schließlich drei zeitschnellste Sportlerinnen, die das Finale erreichten. Lauf 1 mini|hochkant=2.2| 8. August 2012, 19:45 Uhr Platz Name Nation Zeit (min) Anmerkung 1 Morgan Uceny 4:05,34 2 Lisa Dobriskey 4:05,35 3 Shannon Rowbury 4:05,47 4 Hilary Stellingwerff 4:05,57 eigentlich für das Finale qualifiziert 5 Corinna Harrer 4:05,70 eigentlich für das Finale qualifiziert 6 Mimi Belete 4:05,91 7 Hannah England 4:06,35 8 Nuria Fernández 4:06,57 9 Lucy van Dalen 4:06,97 10 Kaila McKnight 4:08,44 DOP Aslı Çakır Alptekin 4:05,11 für das Finale zugelassen Jekaterina Kostezkaja 4:05,32 für das Finale zugelassen Im ersten Halbfinale ausgeschiedene Läuferinnen:
Lauf 2
8. August 2012, 19:56 Uhr
Die hier erzielte Zeit von 4:02,99 min berechtigte eigentlich nur eine Läuferin über die Zeitqualifikation zur Teilnahme am Finale. Da Laura Weightman und Lucia Klocová zeitgleich mit genau diesem Ergebnis ins Ziel kamen, wurde beide Starterinnen zum Finale zugelassen.