Die Kaiser war ein Kombischiff der Deutschen Ost-Afrika-Linie und für diese von 1891 bis 1912 im Dienst.

Geschichte Die erst 1890 für den Liniendienst vom Deutschen Reich nach Ostafrika gegründete Deutsche Ost-Afrika-Linie verpflichtete sich vertraglich gegenüber der Reichsregierung zu 13 Abfahrten pro Jahr von Hamburg über Lissabon, Neapel, Port Said, Aden, Sansibar, Daressalam und die Mosambikinsel zur Delagoa-Bucht. Zudem wurden zwei Küstenlinien von Sansibar nach Kenia sowie nach Mosambik eingerichtet.Krüger-Kopiske: Die Schiffe der Deutschen Afrika-Linien. S. 9. Mehrere Schiffsneubauten wurden für diese Liniendienste angekauft oder neu in Auftrag gegeben.Krüger-Kopiske: Die Schiffe der Deutschen Afrika-Linien. S. 28ff. Die Reiherstiegwerft in Hamburg wurde mit einem Neubau beauftragt, der unter der Baunummer 380 und dem Namen Kaiser am 6. März 1891 vom Stapel lief. Ein sehr ähnliches, nur geringfügig kleineres Schiff entstand mit der Kanzler bei Blohm & Voss.Krüger-Kopiske: Die Schiffe der Deutschen Afrika-Linien. S. 28f. Die Kaiser wurde am 23. Mai 1891 an die Deutsche Ost-Afrika-Linie abgeliefertKludas gibt als Ablieferungsdatum den 24. Mai 1891 an, vgl. Kludas: Die Schiffe der deutschen Afrika-Linien. S. 14. und 14 Jahre lang im Ostafrikadienst eingesetzt. 1905 wechselte das Einsatzgebiet zur Linie zwischen Durban und Bombay.

Das Schiff wurde am 27. Juli 1912 an das argentinische Unternehmen „SA Importadora & Exportadora de la Patagonia“ verkauft und von diesem unter Beibehaltung des ursprünglichen Namens als Hulk in Puerto Madryn genutzt. 1913 geriet die Kaiser in Brand und sank. Drei Jahre später gelang es, das Schiff zu heben, welches in der Folge abgewrackt wurde. Die Dampfmaschine wurde dabei ausgebaut und fand in der Primero – die zum Dampfschiff umgebaute ursprüngliche Bark Octavia – eine neue Verwendung.

Technik Die Kaiser war im Hauptdeck 101,14 m lang und bis zu 12,04 breit. Ihr maximaler Tiefgang lag bei 7,13 m. Das Schiff war mit 2901 BRT und 1982 NRT vermessen und hatte eine Tragfähigkeit von 3200 t. Als Antrieb verfügte die Kaiser über eine von der Reiherstiegwerft gebaute Verbunddampfmaschine mit dreifacher Dampfdehnung, die mit einer indizierten Leistung von 2000 PSKludas gibt abweichend 1900 PSi als Leistung an, vgl. Kludas: Die Schiffe der deutschen Afrika-Linien. S. 24 das Schiff bis auf maximal 12,0 kn beschleunigte.

An Bord des Schiffs fanden 32 Passagiere der Ersten, 24 der Zweiten und 38 der Dritten Klasse Platz. Die Besatzung bestand aus 48 Mann.

Literatur

Fußnoten Krüger-Kopiske: Die Schiffe der Deutschen Afrika-Linien. S. 29. Kludas: Die Schiffe der deutschen Afrika-Linien. S. 24.

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