mini|Litzen der Bundeswehr in verschiedenen Farben zur Unterscheidung der unterschiedlichen Waffengattungen Die Waffenfarben der Bundeswehr kennzeichnen die Zugehörigkeit der Heeresuniformträger oder eines Truppenteils zu einer Truppengattung.

Über die Truppengattungen hinaus wird bei der Bundeswehr das Konzept farbiger Unterscheidungen auch für die Kennzeichnung der Zugehörigkeit zur Luftwaffe, zur Dienstgradgruppe der Generale und zur Gruppe der Offiziere im Generalstabsdienst angewendet. Die Waffenfarben werden beispielsweise als Farbe der Patte der Kragenspiegel und als Farbe der Litzen auf den Schulterklappen der Soldaten verwendet.

Einer ähnlichen Funktion dienen die Barettabzeichen. Bei der Marine ist das Konzept unbekannt. Eine ähnliche Unterscheidungsfunktion nehmen dort die Verwendungsreihen- und Laufbahnabzeichen ein.

Begriff Die Farbe des Grundtuchs der Kragenspiegel (außer der Farbe der Kragenspiegel für Generale und Offiziere im Generalstabsdienst) wird üblicherweise als Waffenfarbe bezeichnet. Die Zentralrichtlinie A1-2630/0-9804 „Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr“ enthält diesen Begriff nicht, er wird aber in vielen offiziellen Dokumenten der Bundeswehr und auch in einschlägigen Gesetzestexten verwendet. In Deutschland bürgerte sich bei der Neuuniformierung der Reichswehr 1921 der Begriff „Waffenfarbe“ für die Farbe jener Uniformteile ein, die – in Erinnerung der früher üblichen großflächigen Abzeichenfarben oder komplizierter Systeme der Egalisierung – die nun überwiegend in gedeckten Tarnfarben gehaltenen Uniformen der verschiedenen Waffengattungen differenzierten (vgl. Waffenfarben der Reichswehr). Etymologisch ist der Begriff „Waffenfarbe“ also eng mit dem Begriff „Waffengattung“ früherer deutscher Streitkräfte verbunden. In der Bundeswehr hat der Begriff „Truppengattung“ den Begriff „Waffengattungen“ aber weitgehend verdrängt; der Begriff „Waffenfarbe“ hat sich jedoch erhalten.

Die Luftwaffe kennt keine Truppengattungen und daher keine Waffenfarbe im engeren Sinn; bei Luftwaffenuniformträgern nimmt Goldgelb aber durchgängig die Rolle einer Waffenfarbe ein und wird häufig entsprechend auch so bezeichnet.

Bei Generalen und Offizieren im Generalstabsdienst tritt zur Kennzeichnung ihrer herausgehobenen Dienststellungen Hochrot bzw. Karmesin an die Stelle der Waffenfarbe ihrer Truppengattungen. Daher werden auch Hochrot und Karmesinrot zuweilen als Waffenfarben bezeichnet, obwohl sie nicht die Zugehörigkeit zu einer Truppengattung kennzeichnen.

Gebrauch Heraldik mini|hochkant|Verbandsabzeichen Panzerregiment 200. Bordiert in der Waffenfarbe der Panzertruppe Die Waffenfarbe taucht häufig in der Tingierung der Verbandsabzeichen und internen Verbandsabzeichen auf. Beispiele sind die in Waffenfarbe ausgeführten Borde der Verbandsabzeichen der meisten Truppenschulen oder die der (mittlerweile aufgelösten) Brigaden des Heerestruppenkommandos.vgl. dazu die zahlreichen Beispiele bei Liste der Verbandsabzeichen der Bundeswehr oder in der entsprechenden Kategorie bei Wikimedia Commons.

Teil der Uniform mini|In der Waffenfarbe „Schwarz“ ausgeführte Kragenspiegel und Unterlage der Schulterklappe für Offiziere der Pioniertruppe Waffenfarben finden sich nur bei den Uniformen der Heeresuniformträger und im weiteren Sinn bei Luftwaffenuniformträgern. Maßgebliche Tragebestimmungen normiert die Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 37/10 „Anzugordnung für die Soldaten der Bundeswehr“.

Kragenspiegel

Heeres- und Luftwaffenuniformträger tragen auf den Kragenecken der Dienstjacke und der Schibluse Kragenspiegel. Die Farbe des Grundtuchs der Kragenspiegel für Heeresuniformträger (außer für Generale und Offiziere im Generalstabsdienst) richtet sich nach der Waffenfarbe der Truppengattung; Luftwaffenuniformträger weisen immer goldgelbe Grundtücher auf (außer für Generale und Offiziere im Generalstabsdienst); Generale und der Offiziere im Generalstabsdienst weisen Grundtücher in Hochrot bzw. Karmesin auf.

Vorstöße und Unterlagen der Schulterklappen

Die Schulterklappen der Unteroffiziere und Mannschaften sind am Dienstanzug und der Schibluse in der Farbe ihrer Kragenspiegel gefasst.Entgegen der der Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr entfällt nach der TL 8455-0087 bei der Schibluse auch für Mannschaften und Unteroffiziere (nach der Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr nur für Offiziere wie hier zu sehen) die Einfassung in Farbe der Kragenspiegel, vgl. In der Praxis aber häufig dennoch wie nach der Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr mit grüner Klappenpaspelierung wie beispielsweise bei Dagegen hier wie nach TL 8455-0087 ohne Paspelierung: Bei Oberfähnrichen und Offizieren sind die Schulterklappen der Dienstjacke (nicht die der Schibluse und nicht beim Gesellschaftsanzug) in der Farbe der Kragenspiegel unterlegt.Entgegen der Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind nach der an der „Jacke, Repräsentation“, die beim Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung und Musikkorps Verwendung findet, auch die Schulterklappen für Mannschaften und Unteroffiziere (nach der Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr nur für Offiziere) in Farbe der Kragenspiegel unterlegt statt wie üblich „nur“ gefasst, vgl.

Flachlitzen

Bei Heeresuniformträgern weisen die Schulterklappen von Feldparka, Feldjacke, Feldbluse, Feldhemd, Pullover und Blouson in der Regel Schlaufen aus 0,4 cm breiter geklöppelter Flachlitze (kurz als Litze bezeichnet) in den Farben der Kragenspiegel auf, die auf die Schulterklappen aufgeschoben werden und an der Ärmeleinsatznaht anliegen. Üblicherweise werden die Litzen erst nach absolvierter Grundausbildung „verliehen“, obwohl laut der Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr Heeresuniformträger Litzen unabhängig von der Dienstzeit zu tragen haben.

Vorstöße am Kragen Luftwaffenuniformträger der Dienstgradgruppe der Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee haben in Farbe der Kragenspiegel gefasste Kragen der Dienstjacken.Der Kragen der Dienstjacke und Schibluse ist bei Generalen mit einer goldfarbenen Kordel aus Metallgespinst, bei übrigen Offizieren und Oberfähnrichen mit einer silberfarbenen Kordel aus Metallgespinst, bei Unteroffizieren mit Portepee mit einer hellaltgoldfarbenen Kordel aus Metallgespinst gefasst.

Kopfbedeckung Bei Luftwaffenuniformen weisen Schiffchen der Unteroffiziere und Mannschaften eine Klappenbiese in der Farbe des Grundtuchs ihrer Kragenspiegel auf.Für Luftwaffenuniformträger der Dienstgradgruppe Generale Klappenbiesen aus goldfarbenem Metallgespinst; für übrige Luftwaffenuniformträger der Dienstgradgruppe der Offiziere sowie Oberfähnriche Klappenbiesen aus silberfarbenem Metallgespinst. Heeresuniformträger tragen keine Schiffchen. Schirmmützen für Luftwaffenuniform tragende Unteroffiziere weisen eine Deckelbiese in der Farbe ihrer Kragenspiegel auf.Generale (Heeres- und Luftwaffenuniformträger) tragen eine Deckelbiese und zwei Randbiesen aus goldfarbenem Metallgespinst. Offiziere und Oberfähnriche (Heeres- und Luftwaffenuniformträger) tragen eine Deckelbiese und zwei Randbiesen aus silberfarbenem Metallgespinst. Heeresuniformträger tragen nur selten Schirmmützen. Entgegen den Bestimmungen der Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr wird das Barettabzeichen teils mit einem in Waffenfarbe gehaltenen Tuch hinterlegt. Diese Abwandlung findet sich besonders häufig bei Baretten der Panzer- und Heeresaufklärungstruppe und wird dort häufig geduldet.vgl. bspw. die Trageweise beim mittlerweile aufgelösten Panzerbataillon 214: vgl. bspw. Photo bei vgl. bspw. erstes Photo bei

Verdeckte Uniformteile Selbsteinkleider schlagen teilweise die Innenseite ihre Dienstjackenvgl. bspw. die in Waffenfarbe „Hochrot“ ausgeschlagene Jacke eines Artillerieoffiziers wie in Kragenspiegel artillerieoffizier.jpg. sowie ihres Barettsvgl. Text und Abbildung bei in Waffenfarbe aus – die Anzugordnung für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr trifft über das (ohnehin meist nicht sichtbare) Innenfutter keine Bestimmungen.

Weitere Verwendungen Die vom Bundespräsidenten gestifteten Fahnenbänder der Truppenfahnen der Bundeswehr sind in der Waffenfarbe gehalten. In Diagrammen und Karten sind taktische Zeichen häufig in Waffenfarbe des Truppenteils unterlegt, um die Orientierung zu erleichtern.Ausdrücklich aber nicht zur Lagedarstellung gemäß Viele der Kommandozeichen der Bundeswehr sind auf Ebene der Kompaniechef bis zur Ebene Kommandeur größtenteils in Waffenfarbe gehalten; höhere Generale auf Dienstposten mit Kommandozeichen führen häufig Flaggen und Stander, die farblich an ihre Kragenspiegel angelehnt sind.

Abgrenzung zur Barettfarbe mini|Ein oft in der Fallschirmjägertruppe geduldetes, aber nicht der ZDv 37/10 entsprechendes, Barett mit selbst beschafftem Barettabzeichen alter Art ohne Bundesflagge und ins Zugband eingeflochtener Waffenfarbe. Die Farbe des Baretts ist meist nicht in der Waffenfarbe gehalten. In einigen Fällen entsprechen sich (zufällig) aber Waffen- und Barettfarbe (i. d. R. bei der Jägertruppe, Panzergrenadiertruppe, Artillerietruppe und der Sanitätstruppe). Während die Waffenfarbe allein nicht immer die eindeutige Zugehörigkeit zu einer Truppengattung erlaubt, erlaubt die Kombination aus Waffenfarbe und Barettfarbe (bzw. die Bergmütze) häufig eine eindeutige Klassifizierung. Bei Kräften, die aufgrund ihrer Unterstellung ein farblich abweichendes Barett tragen kommt es in Teilen vor, dass ihr jeweiliges Truppengattungsabzeichen mit der Waffenfarbe hinterlegt oder die Litzen der Waffenfarbe in das Zugband des Baretts eingeflochten werden. Dies entspricht nicht der ZDv 37/10, wird aber häufig durch die Vorgesetzten geduldet.Informelle Modifikation der Barette finden sich bei vielen Truppengattungen und Teileinheiten. In der Pioniertruppe der Bundeswehr ist das in Waffenfarbe hinterlegte Zeichen manchmal das informelle Kennzeichen für Soldaten, die Sprengungen durchgeführt haben. Andere Truppengattungen – wie z. B. häufig bei der Heeresaufklärungs- und Panzertruppe zu beobachten – kleiden das Barett mit einem Innenfutter in Waffenfarbe aus. Alle Sanitätskräfte der Division Schnelle Kräfte, insbesondere die der Luftlandesanitätskompanien, tragen abweichend aufgrund ihrer Unterstellung das bordeauxrote Barett der Luftlandetruppe mit dem Barettabzeichen der Fallschirmjägertruppe oder des Kommandos Spezialkräfte und flechten teilweise die Litze mit ihrer kobaltblauen Waffenfarbe in das Zugband des Baretts. Alle geschilderten Modifikationen stehen der ZDV 37/10 entgegen, werden aber häufig geduldet.

Liste der Waffenfarben Heeres- und Luftwaffenuniformträger zeigen folgende Waffenfarben: