Das Faaborg Systemschiff (Faaborg System Ship, FSS) ist ein modularer Arbeitsschiffstyp, der von der dänischen Faaborg Værft entwickelt und gebaut worden ist. Bei den deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern (WSA) sind seit 2009 Schiffe dieses Typs im Einsatz.

Konzept Bei dem durchgängig modularen Konzept kann der Kunde aus verschiedenen Heck-, Antriebs-, Wohnraum-, Arbeitsdeck- und Bugmodulen das Arbeitsschiff dem jeweiligen Anforderungsprofil anpassen. Die Module werden in den Schiffsbreiten 5,0 m, 8,0 m und 9,5 m angeboten. Als maximale Schiffslänge gibt die Werft 50 m als bewährten oberen Wert an.

mini|Typ I B, die Midlumer Sand des WSA Emden mini|Typ II B, die Leopard des WSA Berlin Die nachfolgende Tabelle listet die angebotenen Standardtypen mit eigenem Antrieb auf. Daten Typ I A Typ I B Typ II A Typ II B Typ III Typ IV Länge über alles:35,0 m24,0 m 23,0 m 17,2 m Breite über alles:9,5 m8,0 m 5,0 m 8,0/9,5 m Tiefgang:0,9 m1,0 m 1,2 m 1,0 m Seitenhöhe:2,0 m Fixpunkthöhe:4,2 m Dieselmotor:2 × 200 kW 1 × 200 kW 2 × 200 kW Schottel-Ruderpropeller:2 1 2 Tragfähigkeit: 100 t50 t 20 t keine Darüber hinaus bietet die Faaborg Værft sechs unmotorisierte Prahmtypen an, für deren Transport das Schubschiff Typ IV konstruiert worden ist.

Ausstattung Bei den Typen I A und II A hat das Bugmodul eine Rampe, über die entweder Kettenfahrzeuge, Radfahrzeuge oder sonstiges Gerät geladen werden können. Bei den Typen I B, II B und III ist die Baumaschine fest montiert. Ein Wechselsystem („Quick Connect System“) ermöglicht den schnellen Austausch der beiden Arbeitskomponenten Baggerstiel und Kranausleger, die beide auf dem Fahrzeug mitgeführt werden. Bei der Ausführung von Bauarbeiten werden die Schiffe von zwei Ankerpfählen auf Position gehalten. Die hydraulischen Teleskopstelzen sind stufenlos regelbar und justieren den Stelzendruck automatisch nach. Die Kommandobrücke, die um 1,5 m angehoben werden kann, befindet sich an Backbordseite und gewährleistet eine gute Rundumsicht. Der Fahrstand ist für den Einmannbetrieb mit Radarbeobachtung ausgelegt. Zum Schieben vorhandener Prahme sind im Bugmodul zwei symmetrische Koppelschlösser angeordnet. Sie werden hydraulisch betrieben und justieren die Haltekraft permanent nach.

Standard-Schwimmgreifer Innerhalb der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes strebt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eine Standardisierung der Schiffe an. Da das Schwimmgreiferkonzept der WSD Süd in weiten Teilen auch den Anforderungen anderer Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter entsprach, wurden in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Maschinenwesen Süd in Nürnberg, sieben Schwimmgreiferneubauten (gebündelt für die WSA Berlin, Bremen, Dresden, Emden, Nürnberg und Schweinfurt) europaweit ausgeschrieben. Den Gesamtauftrag erhielt die Faaborg Værft A/S im Januar 2010. Im April 2016 wurde ein weiterer Neubau für das WSA Bingen abgeliefert.

Einheiten Name Schiffsnummer Typ Baujahr Dienststelle Hai ENI 05041760I A2009 WSA Aschaffenburg Hecht ENI 05044030I A2011 WSA Donau MDK Zander II ENI 05044040I A2011 WSA Schweinfurt Steinbeißer ENI 05044050I A2011 WSA Schweinfurt Damnatz(ex-Midlumer Sand) ENI 05042100I B2012 Zuerst WSA Emden, jetzt WSA Elbe Elsflether Sand ENI 05042110I B2012 Zuerst WSA Bremen, jetzt WSA Elbe Meissen ENI 05044060I B2012 WSA Elbe Leopard ENI 05042120II B2012 WSA Berlin Walter Türk ENI 05042520I A2016 WSA Bingen

Einzelnachweise

Kategorie:Arbeitsschiffstyp Kategorie:Binnenschiffsklasse