Sagorskoje (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er liegt im Rajon Tschernjachowsk und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Tschernjachowsk.

Geographische Lage Sagorskoje liegt 15 Kilometer nordöstlich des Rajonszentrums Tschernjachowsk (Insterburg) am Flüsschen Strige (ehedem Strius, russisch: Sagorjanka), einen Kilometer östlich des Zusammenflusses der Strige und der Inster (russisch: Instrutsch). Das Dorf ist erreichbar über einen Abzweig nördlich von Priwolnoje (Neunischken, 1938–1946 Neunassau) in Richtung Woswyschenka (Groß Kummeln, 1938–1946 Großkummen).

Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr. Bis 1945 war Pelleningken (Strigengrund) Bahnstation an der Bahnstrecke Insterburg–Kraupischken/Breitenstein der Insterburger Kleinbahnen, die nicht mehr in Betrieb genommen wurde.

Geschichte mini|Pelleningken östlich von Königsberg und nordöstlich von Insterburg (Insterbg.) auf einer Landkarte von 1908. Das Gründungsdatum des einstigen Dorfes PelleningkenD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Strigengrund liegt im Jahre 1539. Am 11. März 1874 wurde der Ort Amtsdorf und damit namensgebend für einen neu errichteten AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Pelleningken/Strigengrund, der am 13. September 1938 in „Amtsbezirk Strigengrund“ umbenannt wurde und bis 1945 zum Kreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 zählte Pelleningken 402 Einwohner.

Am 1. Juli 1929 vergrößerte sich der Ort um das Nachbardorf Ischdaggen (Ksp. Pelleningken), das eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahl betrug 1933 bereits 564 und stieg bis 1939 auf 624. Am 3. Juni 1938 – amtlich bestätigt am 16. Juli 1938 – erhielt Pelleningken aus politisch-ideologischen Gründen die Umbenennung in „Strigengrund“.

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1947 die neue Bezeichnung „Sagorskoje“.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Tschernjachowsk. Von 2008 bis 2015 war Sagorskoje Amtssitz der Landgemeinde Kaluschskoje selskoje posselenije. Seit 2016 gehört der Ort zum Stadtkreis Tschernjachowsk.

Amtsbezirk Pelleningken (Strigengrund) 1874–1945 Bei Errichtung des Amtsbezirks Pelleningken (der ab 1938 „Amtsbezirk Strigengrund“ hieß), waren 14, am 1. Januar 1945 lediglich noch elf Gemeinden eingegliedert: Name Namensänderung1938–1946 Russischer Name Bemerkungen Auxkallen, Ksp. Pelleningken Hoheninster Jasnopolskoje Berszienen/Berschienen,Ksp. Pelleningken Grünbirken Archangelskoje Bindszohnen/Bindschohnen Binden Somorodinowo Groß Gerlauken Wjasowka Ischdaggen,Ksp. Pelleningken 1929 nach Pelleningken eingemeindet Klein Gerlauken Wjasowka Kundern Archangelskoje Laugallen Feldeck Dalnjaja Wjasowka Medukallen,Ksp. Pelleningken Rehwiese Wjasowka Pelleningken Strigengrund Sagorskoje Schillgallen Heideck (Ostpr) Dotowka 1939 nach Keilergrund eingemeindet Stirkallen Keilergrund Dotowka Strigehnen seit 1928: Finkengrund Gratschowo 1932 in den Amtsbezirk Neunischken umgegliedert Trakis Farndorf

Nur drei Orte sind heute noch existent (Jasnopolskoje, Sagorskoje und Smorodinowo), die übrigen gelten inzwischen als erloschen.

Sagorski selski sowet/okrug 1947–2008 Der Dorfsowjet Sagorski selski sowet (ru. Загорский сельский Совет) wurde im Juni 1947 eingerichtet. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Sagorski selski okrug (ru. Загорский сельский округ). Im Jahr 2008 wurden die verbliebenen Orte des Dorfbezirks in die neu gebildete Landgemeinde Kaluschskoje selskoje posselenije eingegliedert.

Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen Archangelskoje (Архангельское) Berszienen/Berschienen, Ksp. Pelleningken, 1938–1945: „Grünbirken“ und Kundern Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1988 verlassen. Berestowo (Берестово) Ischdaggen, seit 1929: zu Pelleningken/Strigengrund Der Ort wurde 1947 umbenannt und vermutlich vor 1988 an den Ort Sagorskoje angeschlossen. Brjussowo (Брюсово) Plimballen, 1938–1945: „Grünweiden“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Dalnjaja Wjasowka (Дальняя Вязовка) Laugallen, 1938–1945: „Feldeck“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Dotowka (Дотовка) Schillgallen, 1938–1945: „Heideck (Ostpr)“ und Stirkgallen, 1938–1945: „Keilergrund“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Jasnopolskoje (Яснопольское) Auxkallen, Ksp. Pelleningken, 1938–1945: „Hoheninster“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Koslowka (Козловка) Sauskeppen, 1938–1945: „Sausen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt. Podmostje (Подмостье) Pleinlaukenvermutlich, 1938–1945: „Insterbrück“ Der Ort wurde 1950 als "Klain Liuken" umbenannt und vermutlich vor 1975 an den Ort Rjabinowka angeschlossen. Priosjornoje (Приозёрное) Stablacken, Ksp. Pelleningken Der Ort wurde 1947 umbenannt. Rjabinowka (Рябиновка) Kerstupönen, 1938–1945: „Kersten“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Sadowoje (Садовое) Klein Niebudszen/Klein Niebudschen, 1938–1945: „Bärengraben“ Der Ort wurde 1947 offiziell in Seljonaja Dolina umbenannt. Vor Ort wurde aber die laut Gesetz eigentlich dem Ort Groß Niebudszen/Steinsee zugedachte Ortsbezeichnung Sadowoje verwendet. Sagorjewka (Загорьевка) Kaukern, seit 1928: zu Bärensprung Der Ort wurde 1950 umbenannt. Sagorskoje (Загорское) Pelleningken, 1938–1945: „Strigengrund“ Verwaltungssitz Schtschegly (Щеглы) Bednohren, 1938–1945: „Bednoren“ und Saugwethen, 1938–1945: „Saugehnen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt. Seljonaja Dolina (Зелёная Долина) Groß Niebudszen/Groß Niebudschen, 1938–1945: „Steinsee“ Der Ort wurde 1947 offiziell (als „Nebudschen“) in Sadowoje umbenannt. Vor Ort wurde aber die laut Gesetz eigentlich dem Ort Klein Niebudszen/Bärensprung zugedachte Ortsbezeichnung Seljonaja Dolina verwendet. Smorodinowo (Смородиново) Bindszohnen/Bindschohnen, 1938–1945: „Binden“ Der Ort wurde 1947 umbenannt. Sosnjaki (Сосняки) Pillupönen, 1938–1945: „Kuttenhöh“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Surowo (Сурово) Bärensprung [Wohnplatz], seit 1928: zu Bärensprung Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Tretjakowo (Третьяково) Wirszeningken, seit 1928: zu Bärensprung Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Wjasowka (Вязовка) Groß Gerlauken, Klein Gerlauken und Medukallen, Ksp. Pelleningken, 1938–1945: „Rehwiese“Umbenannt wurde nur Groß Gerlauken Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen. Wologodskoje (Вологодское) Skardupönen, 1938–1945: „Klingen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Woswyschenka (Возвышенка) Groß Kummeln, 1938–1945: „Großkummen“ Der Ort wurde 1947 umbenannt.

Kirche mini|Ehemalige evangelische, jetzt orthodoxe Kirch Kirchengebäude Die gut erhaltene BacksteinkircheBild der Kirche aus dem Jahre 2008Blick auf den Kirchturm im Jahre 2009 im heutigen Sagorskoje war bis 1945 evangelisches Gotteshaus eines weitflächigen Kirchspiels. Sie wurde in den Jahren 1891 bis 1892 mit vorgesetztem Westturm im neugotischen Stil erbautBauzeichnungen der Kirche von 1891/1892. Heute wird sie von der orthodoxen Gemeinde genutzt.

Die Kirche ersetzte 1892 einen im Jahre 1718 auf Veranlassung und Kosten von König Friedrich Wilhelms I. errichteten FachwerkbauWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, Seite 104. Er erhielt 1868 einen turmartigen Aufsatz, in dem zwei Glocken hingen. Das wichtigste Stück der Innenausstattung war der Kanzelaltar. Eine Orgel war 1865 erbaut worden.

Kirchengemeinde Evangelisch Eine Kirchengemeinde ist in PelleningkenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 482 im Jahre 1718 gegründet und zeitgleich eine Pfarrstelle eingerichtet worden. Bis 1945 gehörte die Pfarrei, die 1925 mehr als 3.500 Gemeindeglieder zählte, zum Kirchenkreis Insterburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute gibt es in Sagorskoje keine evangelische Gottesdienststätte mehr. Die nächste in den 1990er Jahren entstandene evangelisch-lutherische Gemeinde ist die in Schtschegly (Saugwethen, 1938–1946 Saugehnen). Sie gehört zur Kirchenregion Tschernjachowsk (Insterburg) in der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Kirchspielorte Bis 1945 gehörten zum Kirchspiel der Kirche Pelleningken 28 Orte und kleinerer Ortschaften. Der * kennzeichnet Schulorte: Name Änderungsname1938–1946 Russischer Name Name Änderungsname1938–1946 Russischer Name Antschögstupönen *Laugallen Feldeck Dalnjaja Wjasowka Auxkallen Hoheninster Jasnopolskoje Medukallen Rehwiese Wjasowka Bednohren Bednoren Schtschegly *Pelleningken Strigengrund Sagorskoje Berszienen,1936–1938: Berschienen Grünbirken Archangelskoje Pillupönen Kuttenhöh Sosnjaki Bindszohnen,1936–1938: Bindschonen Binden Smorodinowo Rehwiese Wjasowka Bärensprung Surowo *Saugwethen Saugehnen Schtschegly *Groß Gerlauken Wjasowka *Sauskeppen Sausen Koslowka Groß Niebudszen,1936–1938: Groß Niebudschen Steinsee Sadowoje Schillgallen Heideck (Ostpr) Dotowka Ischdaggen Skardupönen Kaukern Sagorjewka *Stablacken Priosjornoje Klein Gerlauken Wjasowka *Stirkallen Keilergrund Dotowka Klein Niebudszen,1936–1938: Klein Niebudschen Bärengraben Seljonaja Dolina *Strigehnen seit 1928: Finkengrund Schuschenskoje Kundern Archangelskoje Trakis Farndorf Kurreiten Finkengrund Schuschenskoje *Wirszeningken,(1936–1938: Wirscheningken) seit 1928:Bärensprung Surowo

Kirchenbücher Von den Kirchenbüchern haben sich zahlreiche erhalten: Taufen: 1744 bis 1837, 1839, 1851 bis 1860 Trauungen: 1744 bis 1839, 1851 bis 1860 Begräbnisse: 1744 bis 1839, 1851, 1853, 1856 bis 1857, 1860.

Orthodox In Sagorskoje hat sich in den 1990er Jahren eine russisch-orthodoxe Gemeinde gebildet, die die ehemals evangelische Kirche als Gotteshaus nutztКирха Пелленингкена – Kirche Pelleningken, Außen- und Innenansicht heute. Entsprechend der orthodoxen Tradition wurde der Altarraum mit einer Ikonostase versehen. Die Kirche gehört zur Diözese Kaliningrad und Baltijsk der orthodoxen Kirche in Russland.

Weblinks Sagorskoje bei bankgorodov.ru Sagorskoje bei prussia39.ru

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Tschernjachowsk