mini|hochkant|Bruno Messerli (2001)

Bruno Messerli (* 17. September 1931 in Belp; † 4. Februar 2019 in Muri bei BernLeopoldina. Struktur und Mitglieder 2021, S. 419.) war ein Schweizer Geograph und Hochschullehrer, dessen Werk sich mit geographischer Hochgebirgsforschung befasste.

Leben Bruno Messerli studierte Geographie und Geologie an der Universität Bern, wo er 1962 mit einer Arbeit Geomorphologie der Sierra Nevada (Andalusien) promovierte. Die Ausdehnung seiner Untersuchungen auf andere Gebirge des mediterranen Raumes bildete die Grundlage für seine Habilitationsschrift Die eiszeitliche und die gegenwärtige Vergletscherung im Mittelmeerraum 1965. Nach der Wahrnehmung eines Stipendiums der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Universität Bonn im Jahr 1968, in dessen Rahmen er Untersuchungen in der zentralen Sahara im Tibesti-Gebirge durchführte, wurde Messerli im Jahr 1969 auf den Lehrstuhl für Physische Geographie der Universität Bern berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1996 in Lehre und Forschung wirkte. 1979 bis 1984 war Messerli Direktor des Geographischen Instituts der Universität Bern, 1986 bis 1987 Rektor dieser Universität. Er war zudem Vorsitzender des Gebirgsprogramms im MAB-Programm der UNESCO, Koordinator des UNO-Gebirgsprogramms und 1996 bis 2000 Präsident der Internationalen Geographischen Union (IGU).

Sein Sohn Peter Messerli wurde ebenfalls Professor an der Universität Bern.

Forschung Das wissenschaftliche Werk von Messerli umfasst 15 Bücher und über 250 Journalartikel, Buchkapitel und Tagungsbeiträge. Bruno Messerlis Hauptverdienste liegen in der Feldforschung zu Fragen der Vergletscherung, Klimageschichte, Umweltveränderung und Ressourcen in den Alpen, den Bergen Afrikas, im Himalaja und in den Anden. Zudem wirkte er wesentlich bei der Aufnahme eines Gebirgskapitels in die Agenda 21 mit. Große Beachtung erfuhren seine mit Jack Ives publizierten Bücher über Gebirgsökosysteme und die globalen Gebirge.

Leistungen Bruno Messerli wirkte als Herausgeber in vielen renommierten wissenschaftlichen Journalen mit, darunter GeoJournal, Mountain Research and Development, GAIA und Catena. Er gründete 1999 die Mountain Research Initiative, war beteiligt an der Gründung des Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Innsbruck. Von 1995 bis 2001 war er Direktor des globalen UNESCO-Forschungsprogramms "Past Global Change Programme". Er bereitete mit anderen Gebirgsforschern die UN-Resolution „Berge der Welt und ihre Ressourcen und Risiken in einer Zeit des Klimawandels und der Globalisierungsprozesse“ mit 45 Paragraphen vor, die 2010 verabschiedet wurde.

Preise, Auszeichnungen und Mitgliedschaften 1984: Mitglied der LeopoldinaBruno Messerli im Mitgliederverzeichnis der Leopoldina 1988: Global 500 Award des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) auf: global500.org 1988: korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1990: Marcel-Benoist-Preis 1990: Mitglied der Academia Europaea 1992: Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur MainzMitgliedseintrag von bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, abgerufen am 27. Oktober 2017

miniatur|Vautrin-Lud-Preis 2002 1997: Ehrenmitglied der Schweizer Akademie der Wissenschaften 1998: Ehrendoktor der Freien Universität Berlin 2002: Prix Vautrin Lud 2002: Goldmedaille der King Albert I Memorial FoundationPortrait von Bruno Messerli bei der King Albert I Memorial Foundation 2002: Goldmedaille (Founder’s Medal) der Royal Geographical Society 2002: FAO – Medal for the UN – International Year of Mountains, Global Mountain Summit in Bishkek, Kyrghyzstan 2003: Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften 2006: Mitglied der World Academy of Art and Science 2007: Ehrenmitglied des Alpine Club, London 2010: Ehrendoktor der Universität Innsbruck

Werke (Auswahl) mit H. Oeschger und M. Svilar (Hrsg.): Das Klima. Analysen und Modelle, Geschichte und Zukunft. Springer Verlag, 1980. mit J. D. Ives (Hrsg.): Mountain Ecosystems, Stability and Instability. Spec. Publ. IGU Congress Paris – Alps 1984. Mountain Research and Development mit E. Brugger, G. Furrer und P. Messerli (Hrsg.): Umbruch im Berggebiet. Die Entwicklung des schweizerischen Berggebietes zwischen Eigenständigkeit und Abhängigkeit aus ökonomischer und ökologischer Sicht. Haupt Verlag, Bern 1984. mit J. D. Ives: The Himalayan Dilemma. Reconciling Development and Conservation. UNU/Routledge, London / New York 1989, ISBN 0-415-01157-4. mit J. D. Ives (Hrsg.): Mountains of the World. A Global Priority. Parthenon, Carnforth / New York 1997, ISBN 1-85070-781-2. mit T. Hofer: Floods in Bangladesh. History, Dynamics and Rethinking the Role of the Himalayas. United Nations University Press, Tokyo / New York 2006.

Literatur

H. Hurni, H. Kienholz, H. Wanner, U. Wiesmann: Umwelt, Mensch, Gebirge. Festschrift Bruno Messerli. In: Jahrbuch der Geographischen Gesellschaft Bern. Band 59, 1996. H. Wanner, H. Hurni, H. Kienholz: Bruno Messerli als Mensch, Forscher und Lehrer. Zur Emeritierung eines anerkannten akademischen Wegbereiters. Unipress intern, Febr. 1997, S. 1–4. F. Klötzli, F. Stadelmann, G. Klaus: Prof. em. Dr. Bruno Messerli – Der Druck auf die Bergregionen wird immer grösser. In: Vierteljahresschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich. Jahrgang 153, Heft 1/2, 2008, S. 38–42. Gebirge als einzigartiges Beobachtungs- und Experimentierfeld. Der Geograf Bruno Messerli im Interview. In: Magazin für Wissenschaft und Forschung der Universität Innsbruck. H. 1, 2011, S. 22–24. A. Borsdorf, M. Coy, J. Stötter: Bruno Messerli, Geograph. Ehrendoktor der Universität Innsbruck. (Archiv; PDF, 463 kB). In: Innsbrucker Geographische Gesellschaft: Jahresbericht 2008–2010. 2011, S. 223–229; (PDF, 463 kB). P. Messerli, L. Rey: 125 Jahre Geographie an der Universität Bern. Die Welt in Bern – Bern in der Welt. In: Jahrbuch der Geographischen Gesellschaft Bern. Band 63, 2011, S. 36–39. Axel Borsdorf: Bruno Messerli. Nachruf. Almanach der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 169, Wien, S. 353–357.

Weblinks

Portrait von Bruno Messerli bei der King Albert I Memorial Foundation

Einzelnachweise

Kategorie:Geograph (20. Jahrhundert) Kategorie:Geograph (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bern) Kategorie:Rektor (Universität Bern) Kategorie:Präsident der Internationalen Geographischen Union Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Ehrendoktor der Freien Universität Berlin Kategorie:Ehrendoktor der Universität Innsbruck Kategorie:Ehrenmitglied einer wissenschaftlichen Organisation Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann