mini|Eine der ersten Schallplatten von Carl Nebe (Berlin 1901) Carl Nebe, bürgerlich Karl Heinrich Nebe (* 15. April 1867 in Liebertwolkwitz, heute Leipzig; † 11. Januar 1946 in Berlin-ReinickendorfStandesamt Berlin-Hermsdorf, Sterbeurkunde Nr. 86 vom 15. Januar 1946 (Landesarchiv Berlin)), war ein deutscher Opern-, Konzert- und Unterhaltungssänger in der Stimmlage Bass.
Leben Nebes Eltern waren der Sattlermeister Karl Christian Nebe und Christiane Sophie Nebe, geb. Viehweg. Nebe war in Metz, Kassel und in der Spielzeit 1895/96 als Sänger und Schauspieler am Theater von Colmar engagiert, 1897/98 als Chorist in Düsseldorf, seit 1899 ist kein Engagement mehr nachzuweisen. Im Gegensatz zu seinem etwas älteren Namensvetter, dem Hofopernsänger Carl Nebe (1858–1908), trat er dann hauptsächlich als Konzertsänger auf und besang auch zahlreiche Schallplatten.vgl. Nebe, Carl in: Kutsch/Riemens: Großes Sängerlexikon: Entgegen früheren Annahmen existieren von dem Bassisten der Berliner Hofoper Carl Nebe vermutlich überhaupt keine Schallplatten. Sämtliche unter dem Namen Carl Nebe besungenen Platten oder Zylinder stammen von dem gleichnamigen Bassisten Carl Nebe (1868–1946).
Spätestens 1905 gründete er mit August Bockmann (Tenor), Max Kuttner (Tenor) und Reinhold Niemeier (Bariton) das Nebe-Quartett. Er nahm auch zusammen mit Robert Koppel, Max Kuttner, Emil Justitz und Max Steidl volkstümliche Lieder auf, die sowohl auf Phonographenwalzen als auch auf Schellackplatten des Deutsche-Grammophon- und Odeon-Labels erhalten sind. Zeitweilig existierte ein Browier-Hamann-Nebe Quartett und das Wilde Rose-Quartett.
Auf Zonophon benutzte er auch das Pseudonym Karl Rapp, auf einigen Edison-Zylindern das Pseudonym Karl Hoffmann.vgl. Nebe, Carl in: Kutsch/Riemens: Großes Sängerlexikon
Im Januar 1912 heiratete er die Wirtschafterin Anna Beckmann (* 1882 in Danzig), die bereits im März 1913 verstarb.Standesamt Schöneberg II, Heiratsurkunde Nr. 24 vom 26. Januar 1912 (Landesarchiv Berlin)
Carl Nebe starb im Alter von 78 Jahren an den Folgen von Nahrungsmangel auf dem Weg in ein Berliner Krankenhaus.Standesamt Berlin-Hermsdorf, Sterbeurkunde Nr. 86 vom 15. Januar 1946 (Landesarchiv Berlin)
Aufnahmen (Auswahl) mini|Label der Schelllack-Platte mit Johannes Gelbkes Lied "Heimkehr" (Platte im Privatbesitz) Achtung! Köln singt!, Robert Koppel, Max Kuttner und Carl Nebe, Tri-Ergon T.E. 6057 (M ?) Horch, die alten Eichen rauschen, Nebe Quartett, ODEON 10044-A, General Phonograph Corporation New York. Andere Aufnahme: Nebe-Quartett, Berlin, Deutsche Grammophon-Aktiengesellschaft, Berlin. Nr. V.*2-24036, etwa 1906 Siehst du am Abend die Wolken Zieh'n, Carl Nebe Quartett, ODEON 10044-B, General Phonograph Corporation New York Sonntag ist's, Nebe Quartett, Grammophon 11217 Katze und Hund, Grete Wiedecke und Carl Nebe, Edison Goldguss Walze 15928 (1908) Ein Wiedersehen am Weihnachtsabend / Klein Elschens Weihnachtswunsch, Rosa Porten, Lotte Müller und Carl Nebe, Victor Recording 63812 (Berlin 1911)Victor Discography: Carl Nebe Drei lustige Fechtbrüder, Emil Justitz, Carl Nebe und Max Steidl, Edison Goldguss Walze 15865 (1909)Auf den Seiten der Donald C. Davidson Library an der University of California, Santa Barbara sind 17 digitalisierte Aufnahmen des Bassisten Carl Nebe zu finden.
Literatur Nebe, Carl. In: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände), S. 3306 (behandelt beide Sänger dieses Namens)
Weblinks
Quellen
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