Die Stadtbahn Granada (spanisch Metro de Granada) ist eine Stadtbahnstrecke in der südspanischen Stadt Granada und deren Umgebung. Die 15,9 kmLa puesta en marcha del metro de Granada se retrasa hasta 2014, El Pais, 25. Mai 2012 lange Strecke wurde nach zehnjähriger Bauzeit 2017 eröffnet.Spain’s town hall meltdown, The Independent, 30. Oktober 2011

Geschichte Der Bau der Linie begann 2007. Ursprünglich sollte die Stadtbahn bereits im Jahr 2012 eröffnet werden. Im Mai 2011 waren 73 % der Strecke fertiggestellt. Doch als Folge der spanischen Finanzkrise standen statt der ursprünglichen 502 Millionen Euro nur 250 Millionen Euro zur Verfügung. Im Jahr 2012 sicherte die Europäische Investitionsbank für die restlichen Mittel ein Darlehen in Höhe von 260 Millionen Euro zu. Die Fertigstellung war mehrfach verschoben worden, so wurde beispielsweise im März 2017 diese für Mitte Mai 2017 angekündigt. Am 21. März 2017 begann der Testbetrieb. Die Eröffnung erfolgte schließlich am 21. September 2017.

2021 wurde der Bau einer 4,8 Kilometer langen Streckenverlängerung ab Armilla westwärts über Churriana de la Vega nach Las Gabias beschlossen. Der Bau begann 2023.

Strecke mini|links|Triebwagen der ersten Serie an der Station Caleta Die Strecke verläuft im Wesentlichen in Nord-Süd-Richtung: Die Linie beginnt im Norden, in der Kleinstadt Albolote (zwei Haltestellen), durchquert anschließend Maracena (drei Haltestellen) und erreicht dann Granada (18 Haltestellen), um schließlich in Armilla zu enden (drei Haltestellen).

Der unterirdische Streckenabschnitt von 2,7 km Länge liegt im Zentrum Granadas und verläuft unter den Hauptverkehrsachsen Camino de Ronda und Avenida de América. Der Rest der Strecke, 83 %, verläuft oberirdisch, teilweise auch im Straßenkörper.Spain election: Metro eyesore blights Granada, BBC News, 18. November 2011 Die Streckenlänge beträgt 15,9 km.

Es gibt auf der Strecke drei Abschnitte ohne Oberleitung: zwischen Villarejo und Caleta zwischen Hípica und Andrés Segovia zwischen Fernando de los Ríos und Armilla Der letztgenannte Bereich ist außerdem der einzige eingleisige Abschnitt der 2017 eröffneten Strecke. Die Verlängerung ist zwischen den Haltestellen Churriana de la Vega und Arabuleila (San Ramón) sowie Los Chopos und Las Gabias eingleisig.

Der Betriebshof befindet sich im nördlichen Teil der Strecke zwischen den Haltestellen Cerillo Maracena und Maracena parallel zur Autobahn A-44. Bei der Haltestelle Los Chopos der Verlängerung nach Las Gabias entsteht ein zweites, kleineres Depot.

Fahrzeuge mini|Triebwagen der zweiten Serie Es wurden zunächst 15 Triebwagen des CAF-Typs Urbos 3 beschafft, die mit dem System ACR (Acumulador de Carga Rápida) ausgerüstet sind. ACR speichert elektrische Energie und liefert sie auf oberleitungsfreien Abschnitten an die Fahrmotoren. Sie sind 32,4 Meter lange Zweirichtungswagen. 2024 wurden acht weitere Fahrzeuge des gleichen Typs ausgeliefert, die eine andere Frontform haben. Die erste Serie erhielt die Wagennummern 301 bis 315, die zweite 416 bis 423.

Betrieb Die Fahrzeuge der Metro Granada sind von 6:30 Uhr bis 23:00 Uhr unterwegs. An den Abenden vor Sonn- und Feiertagen sowie am Freitagabend fahren sie bis 2:00 Uhr nachts. Zunächst fahren die Bahnen mit einem zeitlichen Abstand von mindestens elf Minuten, zu Stoßzeiten werden die Intervalle auf acht Minuten verkürzt.Granada inaugura este jueves su metro auf treneando.com vom 20. September 2017 (spanisch); abgerufen am 10. Oktober 2017.Keith Barrow: Granada opens first light rail line auf railjournal.com vom 21. September 2017 (englisch); abgerufen am 29. September 2017.

Weiterer Ausbau Aufgrund der über den Erwartungen liegenden Nachfrage gibt es Überlegungen zu einem Ausbau hin zu einem Stadtbahnsystem. Dabei waren folgende Verlängerungen im Gespräch, die meistens die bis 1974 bestehenden Anbindungen durch die Überlandstrecken wieder aufgreifen: im Süden ab Armilla nach Westen über Churriana de la Vega und Las Gabias bis Cúllar Vega (6,1 km, bis Las Gabias seit 2023 in Bau) ab Armilla nach Südwesten bis Alhendín (4,9 km) bzw. von dort weiter bis Villa de Otura im Südosten eine Strecke über Huétor Vega, Monachil und La Zubia bis Ogíjares (10,1 km), ggf. auch zusätzlich Cájar und Gójar anbindend und mit Ringschluss nach Norden bis Armilla im Zentrum parallel zum Paseo del Violón durch die Innenstadt und über die Gran Vía de Colón zur Haltestelle Villarejo und weiter nach Westen über Santa Fe bis zum Flughafen Granada-Jaén (18,9 km) bzw. ab der Haltestelle Caleta eine Stichstrecke nach Osten über die Gran Vía de Colón bis ins Stadtzentrum ab der Haltestelle Jaén nach Norden bis Peligros (4,5 km), ggf. unter Anbindung von Pulianas im Norden von Albolote nach Westen und Süden über Atarfe nach Santa Fe nach Westen und Norden über Atarfe nach Pinos Puente (10,2 km)

270px|mini|Stand Januar 2022 geplante Erweiterungen der Stadtbahn Granada. Da die Kosten für die aufgeführten Erweiterungen einschließlich der erforderlichen zusätzlichen Fahrzeuge bereits 2018 bei über einer Milliarde Euro lagen, ist die Realisierung in diesem Umfang unwahrscheinlich. Stand 2026 wird von den in der nebenstehenden Grafik dargestellten Projekten die Nordverlängerung (Albolote–Atarfe) vorerst nicht mehr vorangetrieben, die Südverlängerung (Armilla–Las Gabias) ist in Bau und die Umsetzung der zweiten Innenstadtstrecke wird diskutiert.

Weblinks

Website der Metro Granada (spanisch) Website des Andalusischen Transportsystems Landkarte mit der Metro Granada Strecke der ersten Linie, Urbanrail.net public-transport.net - Bilder der Stadtbahn

Einzelnachweise

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