mini|Raubersried, Ortseingang im Osten

Raubersried (bis 1875 Raubersrieth genannt; fränkisch: RawaschriedE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 58. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „rāwɒšrīd“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Wendelstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Raubersried hat eine Fläche von 21,340 km². Sie ist in 1396 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 15286,55 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Dürrenhembach und Sperberslohe.

Lage Das Dorf ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben, im Norden Stockwiesen genannt und im Süden Lehmgrube. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wendelstein (1 km nördlich) bzw. nach Großschwarzenlohe (2,1 km westlich).

Geschichte Der Ort wurde 1311 als „Rabenriet“ erwähnt. Das Bestimmungswort ist Ragibert, der Personenname des Siedlungsgründers, das Grundwort ist riute (mhd. für Rodung). Demnach handelt es sich um eine Rodungssiedlung. 1340 wurde der Ort „Redwizzreuth“, 1350 „Redwinsreuth“ genannt, ansonsten relativ durchgängig die alte Form, ab 1623 wird die heutige Form erstmals bezeugt.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 58.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Raubersried 21 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das ansbachische Richteramt Schwand aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das ansbachische Richteramt Wendelstein. Grundherren waren das Richteramt Schwand (4 Gütlein, 1 Gütlein mit Gastwirtschaft), die Rieter’sche Stiftungsverwaltung Kornburg (1 Ganzhof mit Gastwirtschaft), das nürnbergische Spitalamt Heilig Geist (2 Halbhöfe, 6 Gütlein) und Nürnberger Eigenherren (von Bettschart: 1 Halbhof, 2 Gütlein; von Haller: 2 Halbhöfe; von Muffel: 1 Halbhof; von Scheurl: 1 Halbhof).F. Eigler: Schwabach, S. 415. Hiernach soll es nur 15 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 1 ansbachisch war. mini|Ortszentrum zur Osterzeit Von 1797 bis 1808 unterstand Raubersried dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Raubersried gebildet. Zu der I. Sektion gehörten Dürrenhembach und Sperberslohe, zu der II. Sektion Gugelhammer, Nerreth und Röthenbach bei Sankt Wolfgang. 1818 entstand die Ruralgemeinde Raubersried, die mit der I. Sektion deckungsgleich war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Raubersried zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).F. Eigler: Schwabach, S. 480. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 20,010 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Raubersried am 1. Juli 1971 nach Wendelstein eingemeindet.

Baudenkmäler Es gibt in Raubersried vier Baudenkmäler: Dobeneckstraße 2: Kleinbauernhaus Rosengartenstraße 4, 7 und 10: Wohnstallhäuser

Einwohnerentwicklung Gemeinde Raubersried Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 232 245 253 234 269 244 237 236 244 241 234 256 208 250 238 222 231 249 224 303 327 308 320 396HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 43 40 43 41 40 41 40 45 63 Quelle Für die Gemeinde Raubersried zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Dürrenhembach (S. 20) und Sperberslohe (S. 87). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 249 Einwohner.

Ort Raubersried Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2025Einwohner 133 126 130 118 126 119 153 151 145 168 170 199Häuser 25 24 25 25 26 27 27 43 Quelle

Religion Raubersried ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Wendelstein) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Nikolaus (Wendelstein) gepfarrt.

Personen Johannes Cochläus (* 10. Januar 1479 in Raubersried als Johannes Dobeneck; † 11. Januar 1552 in Breslau), Humanist und Theologe

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Wendelstein, Mittelfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1311 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth