mini|Schill-Denkmal in Stralsund
Das Schilldenkmal in den Schillanlagen in Stralsund erinnert an den deutschen Freiheitskämpfer Ferdinand von Schill. Das neobarocke Standbild wurde 1909 nach einem Entwurf von Hans Weddo von Glümer errichtet. Es ist das größte Schilldenkmal Deutschlands.
Schill-Denkmal in den Schill-Anlagen Der preußische Offizier Ferdinand von Schill wurde als antinapoleonischer Freiheitskämpfer bekannt (Schillsches Freikorps 1806/1807 und Schillsche Jäger) und starb bei Kämpfen in Stralsund.
Ein von Bürgern der Stadt Stralsund gegründetes Komitee, das vom Ersten Bürgermeister Ernst Gronow initiiert wurde und sich am 24. Mai 1905 erstmals im Hotel „Zum Goldenen Löwen“ am Alter Markt zusammenfand, startete einen Aufruf, für ein Denkmal zu spenden. Im März 1908 waren 10.000 Mark an Spenden eingegangen; die Kosten waren etwa auf das Doppelte veranschlagt. In der Folge fanden einige Veranstaltungen statt, auf denen weiter Spenden eingeworben wurden. Vom Wertheim-Kaufhaus wurden 500 Mark und vom Tietz-Kaufhaus 300 Mark gespendet. Die Stadt gab nochmals 3000 Mark dazu und stellte zudem einen Platz am damaligen „Warmbad“ bereit.
Aus den eingereichten Vorschlägen wurde das Modell von Hans Weddo von Glümer ausgewählt. Die bronzene Statue wurde am 27. Mai 1909 auf den Sockel gestellt. Auf der zum Knieperteich gerichteten Vorderseite des Sockels steht in goldenen Majuskeln
Auf der zum Strelasund gerichteten Rückseite des Sockels ist eine Tafel angebracht, die folgende Inschrift (in Majuskeln) trägt:
Weitere Denkmale für Schill in Stralsund Gedenkplatte in der Fährstraße mini|Gedenkplatte in der Fährstraße (2012)
Die Erinnerung an Schill wird in Stralsund auch durch weitere Gedenktafeln sowie die Benennung einer Straße und Schule bewahrt.
In der Fährstraße wurde in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1835 heimlich eine Gedenkplatte in den Bürgersteig vor dem Haus Nr. 21 eingelassen. An dieser Stelle war Ferdinand von Schill beim Kampf mit den Franzosen tödlich getroffen worden.
Die steinerne Platte trägt in goldenen Lettern folgende Inschrift:
Die Gedenkplatte ist in die Liste der Baudenkmale in Stralsund mit der Nummer 172 eingetragen.
Gedenkinschrift in der Fährstraße mini|Gedenkinschrift am Haus Fährstraße 20/21
Am Haus Fährstraße 20/21 erinnert außerdem eine Gedenkinschrift an den Freinheitskämpfer Schill:
Vor diesem Hausefiel im Kampfgegen Fremdherrschaftam 31. Mai 1809der FreiheitsheldFerdinand von Schill
Schills Grab auf dem St.-Jürgen-Friedhof mini|Grabstelle Ferdinand von Schill (2006)
Schills kopfloser Leichnam wurde am 2. Juni 1809 auf dem Stralsunder St.-Jürgen-Friedhof an unbekannter Stelle verscharrt. Der Kopf war dem König Jerome geschickt worden. In der Nacht des 18. Oktober 1838 legten Stralsunder Bürger eine gusseiserne Gedenkplatte an der vermuteten Grabstelle ab.
Die Grabplatte trägt die (im Original lateinischen, aus Vergils „Aeneis“ stammenden) Inschrift:
Großes gewollt zu haben ist groß. Er sank hin durch das Schicksal. Am Gestade liegt der mächtige Rumpf. Ward entrafft auch das Haupt, ist doch der Körper nicht namenlos.
Gedenktafel am Neuen Markt An einem Haus am Neuen Markt, in dem Ferdinand von Schill die letzten Tage seines Lebens verbracht hatte, wurde am 28. Mai 1936 eine Gedenktafel angebracht.
Sie trägt die Inschrift:
Gedenkstein und -tafel am Kniepertor mini|hochkant|Gedenkstein und -platte am Kniepertor (2005)
Ein schwedischer Mitkämpfer Schills, Friedrich Gustav von Petersson, geriet in Gefangenschaft und wurde am 4. Juni 1809 vor dem Kniepertor erschossen. Daran erinnern eine Gedenktafel und ein Gedenkstein. Den Gedenkstein stiftete Peterssons Freund, der Landrentmeister und Königlich-Schwedische Kammerrat Ehrenfried von Storch. Der Stein stand zuerst im Garten des Kampischen Hofes, der ehemaligen Dienstwohnung von Storchs. Er wechselte in der Folge des Öfteren seinen Standort. Im Juni 1932 wurde er in den Garten des heutigen Kulturhistorischen Museums umgesetzt und 1933 auf Vorschlag des Stralsunder Verkehrsvereins an seine heutige Stelle am Kniepertor.
Literatur Schill-Denkmal mit neuem Säbel. In: Ostsee-Zeitung. 20. Februar 2019 (ostsee-zeitung.de).
Weblinks
Das Schill-Denkmal auf der Homepage des Altstadtmarketing hansestadt-stralsund.de e. V. Schill-Denkmal ostsee.de
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