Mosbach (, fränkisch: MouschbaE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 48. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „móušbɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Spalt im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Mosbach hat eine Fläche von 11,070 km². Sie ist in 1219 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9081,49 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Engelhof, Güsseldorf und Massendorf.
Geografische Lage Durch das Dorf fließt der Mosbach, der einen kleinen Weiher westlich der Ortschaft speist. 0,5 km südöstlich befindet sich der Hörlberg () im Waldgebiet Löwenhof, eine Erhebung des Spalter Hügellandes. Im Norden grenzen die Flurgebiete Im Bühl und Dornet an, 0,5 km westlich liegen die Waldgebiete Bei den Sieben Brunnen und Lug.
Die Kreisstraße RH 6 führt nach Güsseldorf (2 km westlich) bzw. nach Hauslach (2,2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wasserzell zur Staatsstraße 2223 (2 km südwestlich), eine weitere führt zur Hügelmühle ebenfalls zur St 2223 (1,8 km südlich), eine weitere nach Obersteinbach ob Gmünd zur Kreisstraße RH 9 (3,5 km nordwestlich).
Geschichte Der Ort wurde 1294 als „Mospach“ erstmals urkundlich erwähnt,F. Eigler: Schwabach, S. 96. als der Eichstätter Bischof Reinboto von Meilenhart mit dem Regensburger Bischof Heinrich II. von Rotteneck u. a. dieses Dorf tauschte. Zuvor hatte die Burggrafschaft Nürnberg diese Orte vom Regensburger Bischof zu Lehen bekommen.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 391. Das Bestimmungswort des ursprünglichen Gewässernamens ist muos (mhd. für Moor, Sumpf).E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 48.
Laut dem eichstättischen Salbuch von 1407 gab es in Mosbach 15 Anwesen, von denen 13 eichstättisch waren. 1412 erwarb das Kloster Heilsbronn ein Gütlein, 1437 noch einen Hof und einen Weiher.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 470. 1671 gab es im Ort 14 Anwesen, von denen 11 dem Kastenamt Spalt, 2 dem Spitalamt Heilig Geist der Reichsstadt Nürnberg und 1 Anwesen dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstanden.F. Eigler: Schwabach, S. 101.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Mosbach 15 Anwesen. Das Hochgericht übte das eichstättische Pflegamt Wernfels-Spalt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Spalt. Grundherren waren das Kastenamt Spalt (4 Ganzhöfe, 1 Ganzhof mit Gastwirtschaft, 3 Dreiviertelhöfe, 1 Halbhof, 1 Halbhof mit Gastwirtschaft, 1 Gütlein, 1 Gütlein mit Schmiede), das Spitalamt Heilig Geist der Reichsstadt Nürnberg (1 Ganzhof, 1 Köblergut) und das Klosterverwalteramt Heilsbronn (1 Halbhof). Neben den Anwesen gab es kommunale Gebäude (Schmiede, Hirtenhaus).F. Eigler: Schwabach. S. 406 f. Im Jahre 1801 hatte sich an diesen Verhältnissen nichts geändert. Haupterwerbsquelle war der Hopfenanbau.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 653 f.
1802 kam das Pflegamt Wernfels-Spalt und damit auch Moosbach zum Herzogtum Bayern, 1803 durch den Hauptlandesvergleich kurzzeitig zum Königreich Preußen, 1806 schließlich zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Mosbach gebildet, zu dem Engelhof, Güsseldorf, Hügelmühle und Massendorf gehörten. 1811 entstand die Ruralgemeinde Moosbach, die – mit Ausnahme der Hügelmühle – deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld (1858 in Landgericht Roth umbenannt) zugewiesen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1919–1932: Finanzamt Spalt, seit 1932: Finanzamt Schwabach). Ab 1862 gehörte Moosbach zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Roth (1879 in Amtsgericht Roth umbenannt), seit 1970 ist das Amtsgericht Schwabach zuständig.F. Eigler: Schwabach, S. 477 f. 1903 wurde der Ort in Mosbach umbenannt. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,113 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Mosbach am 1. Mai 1978 nach Spalt eingemeindet.
Baudenkmäler In Mosbach gibt es 16 Baudenkmäler: Dorfensemble Diverse Bauernhäuser und dazugehöriger Scheunen Katholische Dorfkapelle Bildstöcke Flurkreuz, Wegkreuz
Einwohnerentwicklung Gemeinde Mosbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 272 309 306 316 320 326 302 330 352 366 345 310 305 277 301 324 290 281 281 358 373 347 297 282HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 49 47 46 57 57 56 51 53 52 Quelle Für die Gemeinde Mosbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Engelhof (S. 22), Güsseldorf (S. 33) und Massendorf (S. 57). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 306 Einwohner. Im Original: 6 Wohngebäude.
Ort Mosbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2015 2023Einwohner 123 149 162 153 181 146 141 188 156 135 102 82 75Häuser 22 21 26 26 23 24 24 25 Quelle
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Emmeram (Spalt) gepfarrt. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Christophorus (Spalt) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Spalt Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1294 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth