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Kägi fret (international: Kägi) ist eine mit Schokolade überzogene Waffelspezialität aus dem Toggenburg, einer Region in der Ostschweiz. Die Riegel, die es auch in weiteren Geschmacksrichtungen gibt, werden in Lichtensteig im Kanton St. Gallen von der Kägi Söhne AG, Toggenburger Waffeln- & Biscuitfabrik hergestellt.

Geschichte Unternehmensgeschichte Gründer Otto Kägi Senior (1890–1965) kaufte 1934 in Lichtensteig die Wirtschaft und Konditorei «Zum Hecht» und stellte dort Gebäck vorzugsweise für Restaurants und den Direktvertrieb her.Karl Horat: St. Galler Süsses für die ganze Welt. In: St. Galler Bauer, 26. Mai 2017. Für die Fahrten zu den Kunden nutzte er sein Velo und machte die Ware so bekannt. Aus der Aufnahme der Waffelproduktion in den 1940er Jahren resultierte der schrittweise Ausbau des Unternehmens sowie die Umstellung vom Hand- auf den Maschinenbetrieb.

1950 erwarb Kägi ein grösseres Fabrikgebäude, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Im Jahr darauf wurde Kägi eine offene Handelsgesellschaft, mit den drei Kägi-Söhnen Otto jun., Eugen (1928–2025) und Alfred an der Spitze.Toggenburger of Switzerland, 75 Jahre Jubiläum Kägi Söhne AG (Festschrift des Unternehmens), 2009, S. 19. Die Produktion erfolgt seit 1954 in einem Neubau in Lichtensteig am heutigen Standort. Ein bedeutender Teil des Umsatzes ging seit 1958, dem Jahr der Markteinführung vom Kägi fret, auf Exporte zurück.Kägi-fret – weltweit in aller Munde. 20 Minuten, 10. September 2009 (abgerufen am 21. August 2013; Archiv).Ralf Bender: Kägi will über neue Produkte wachsen. In: Lebensmittel Zeitung, 7. Mai 2010. 1950 lag die Zahl der Mitarbeiter bei zehn, 1960 waren es 120 (ohne Saisoniers).Toggenburger of Switzerland, 75 Jahre Jubiläum Kägi Söhne AG (Festschrift des Unternehmens), 2009, S. 79. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1965 übernahmen seine Söhne vollumfänglich die Geschäfte.

Bis 1996 befand sich das Unternehmen in Familienbesitz. Dann wurde es 1996 an den Konsumgüterkonzern und Kioskbetreiber Valora verkauft. Fünf Jahre später wurde der Betrieb erweitert. 2008 ging Kägi an die Beteiligungsgesellschaft Argos Soditic über. Am 4. Februar 2010 wurde das Unternehmen an die Burger & Söhne AGEine spannende Unternehmensgeschichte im malerischen Toggenburg Zeitleiste: 2010 auf der Website der Kägi Söhne AG, Archivversion vom 9. März 2016, abgerufen am 11. Januar 2023 bzw. an die aus dieser hervorgegangene Beteiligungsgesellschaft WM15 Holding verkauft. 2021 waren rund 140 Mitarbeitende im Unternehmen beschäftigt,Elf Fragen an Raymond Nef. In: persönlich, 12. Oktober 2021. die Gesamtzahl aller Produktvariationen wurde mit 300 beziffert. Die Kägi Söhne AG gehört der WM2030 Holding AG mit Sitz in Rotkreuz in der Schweiz. CEO der Kägi Söhne AG ist seit September 2024 Cédric El-Idrissi.https://www.leaderdigital.ch/news/cedric-el-idrissi-neuer-ceo-der-kaegi-soehne-ag-12167.html

Entwicklung des Produkts und Etymologie In Produktion und Vertrieb von Waffeln stieg Otto Kägi Senior 1942 ein.An die Waffeln! In: NZZ am Sonntag, 20. April 2008. Ab 1952 wurden Waffeln in einem Schokoladenmantel vermarktet.Jost Dubacher: Kägi-fret: Mehr als nur eine Schoggi-Waffel. In: Cash, 13. Mai 2004. 1958 erhielt dieses Produkt den Namen Kägi fret. Der erste Teil des Markennamens betonte den Familiennamen des Herstellers, der zweite lehnte sich an die Endsilbe des französischen Wortes «Gaufrette» (Waffel) an. Seit 1960 stellt das Unternehmen die Schokolade selber her und setzte zur Veredelung grosse Rührwerke ein, sogenannte Längsreiber-Conchen. Anfangs bestand das Kägi fret aus einer einzigen sehr breiten Schokoladenwaffel. Diese Form wurde Anfang der 1960er Jahre verändert: Jeweils zwei Riegel werden gemeinsam in einer Alufolie verpackt und diese mit einem Papierwickel umhüllt.

Export und Namensvarianten 1956 begann der Export nach Übersee mit einer Lieferung in die Vereinigten Staaten. Lange blieb der Auslandsanteil am Umsatz eher bescheiden.Karin Iseli-Trösch: Und ewig lockt das Kägi fret. In: alimenta. Fachzeitschrift für die Lebensmittelwirtschaft, 8. Juli 2014. Das änderte sich nach und nach. Wichtige Exportregionen und -Länder wurden Deutschland und Österreich,Christina Steinheuer: 2014 startet eigener Deutschland-Vertrieb. In: Lebensmittel Praxis Heft 15/2013, S. 112. der Nahe Osten, China und Japan.Daniel Klages: 75-jährige Tradition. In: Lebensmittel Praxis, Heft 14/2014, S. 86. Im Ausland erwirtschaftete die Kägi Söhne AG 2018 etwa die Hälfte ihrer Erlöse.Ralf Bender: Blick nach Norden. In: Lebensmittel Zeitung, 4. Mai 2018. Anfang 2022 gingen Kägi-Produkte in über 30 Länder.

Im deutschsprachigen Raum wurde der Name «Kägi fret» beibehalten, während das Produkt international zunächst als «Toggi», seit 2013 dann als «Kägi» vermarktet wird (Stand: 2022).Hans Strohmaier: Grosse Backleidenschaft im Herzen Toggenburgs. In: SG Sweet Global Network. Internationales Fachmagazin für die Süsswarenwirtschaft, 6/2014, S. 28 f. Eugen Stamm: Blühende Geschäfte im Wüstenstaat. In: NZZ Equity, 5. Juni 2014, S. 36.

Produkt und Varianten «Die Rezeptur (…) blieb seit den Anfängen praktisch unverändert»Siehe auch Karin Iseli-Trösch: «Seit 80 Jahren gibt es das Kägi fret – seit 65 Jahren hat die Rezeptur nicht einmal geändert». (Und ewig lockt das Kägi fret. In: alimenta. Fachzeitschrift für die Lebensmittelwirtschaft, 8. Juli 2014.): Die Waffelriegel bestehen aus vier Waffelblättern, verbunden durch drei Schichten Crèmefüllung, alles ummantelt mit Milchschokolade.10 Dinge, die du übers Kägi fret noch nicht wusstest, Informationen auf der Kägi-Website, abgerufen am 3. Februar 2022.Isobel Leybold-Johnson: The secret of a Swiss sweet success, SWI swissinfo.ch, 18. Dezember 2009. Abgerufen am 4. Februar 2022. Ein spezielles Verfahren mit Luftdüsen erzeugt die wellenartige Struktur des Schokoladenüberzugs.

Neben der klassischen Version gibt es weitere mit anderen Geschmacksrichtungen, beispielsweise mit dunkler Schokolade, Haselnuss, Orange oder Kokosnuss. Die Produkte werden zudem in unterschiedlichen Grössen sowie für unterschiedliche Zwecke (Snacks für unterwegs, als Geschenk etc.) angeboten. Auch eine Pralinen-Variante existiert.Siehe die Angaben in der Rubrik »Unsere Produkte« auf der Kägi-Website.

Sonstiges Kägi fret erfüllt die Vorgaben der Swissness-Verordnung, auf der Verpackung darf darum das Schweizerkreuz gedruckt werden. In einer Umfrage zum Vertrauen in Schweizer Marken kam Kägi fret 2020 auf Rang 7.Roberto Stefano: Nachhaltiges Vertrauen. In: Handelszeitung, 4. Juni 2020. Die Facebook-Präsenz von Kägi fret ist 2014 als beliebteste Schweizer Facebook-Seite ausgezeichnet worden. Von Alt St. Johann führt die «Kägi-Fret Bahn» auf die «Alp Sellamatt» zwischen Alpstein- und Churfirstenmassiv.Lagebeschreibung auf bergwelten.com, abgerufen am 8. Februar 2022. Mehrfach taucht Kägi fret in Romanen und Erzählungen auf, beispielsweise in «Groschens Grab» von Franzobel, Nachweis bei Google Books (E-Book-Ausgabe). in «Solothurn trägt Schwarz»Nachweis bei Google Books (E-Book-Ausgabe). und «Solothurn streut Asche»Nachweis bei Google Books (E-Book-Ausgabe). von Christof Gasser oder in «Saubere Wäsche: Johanna di Napolis erster Fall» von Michael Herzig.Nachweis bei Google Books (E-Book-Ausgabe). Marilyn Monroe galt als Fan von Kägi fret.

Weblinks

Website der Kägi Söhne AG Eine spannende Unternehmensgeschichte im malerischen Toggenburg auf der Website der Kägi Söhne AG, Archivversion vom 9. März 2016 Kägi fret – Geschichte und Herstellung der Schokoladewaffeln, Schweiz aktuell, 16. August 2002, archiviert auf YouTube

Einzelnachweise

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