Juiced 2: Hot Import Nights ist der dritte und bislang letzte Teil der Rennspielserie Juiced, der 2007 für die Plattformen Nintendo DS, PlayStation 2, PlayStation 3, PlayStation Portable, Windows und Xbox 360 erschien. Er wurde wie die Vorgänger vom britischen Studio Juice Games entwickelt und vom amerikanischen Konzern THQ veröffentlicht.

Das Spiel behandelt die gleiche Thematik wie der Vorgänger. Es ist ein Rennspiel, bei dem neben dem Fahren von Rennen auch das Modifizieren von Fahrzeugen eine große Rolle spielt. Das Spiel ist angelehnt an die amerikanische Tuning-TV-Show Hot Import Nights, nach dem es auch benannt ist. Im Vergleich zu den Vorgängern bietet Juiced 2 den größten Umfang im Bereich der Tuning-Optionen und der Fahrzeuge. Vor allem im Bereich der Optik wurde es stark ausgebaut, so lassen sich beispielsweise Aufkleber an fast allen Karosserieteilen aufbringen. Wesentliche Änderungen wurden auch am Karrieremodus, dem Hauptteil des Spiels, vorgenommen.

Juiced 2 stieß auf gemischte Kritiken. Die Online-Datenbank Metacritic, die Testberichte auswertet und einen Bewertungsdurchschnitt errechnet, ermittelte für die einzelnen Plattformen Wertungen zwischen 61 und 73 %. Die Rezeption durch deutschsprachige Magazine fiel dabei tendenziell schwächer aus. Kritiker bemängelten, dass die Steuerung zu umständlich sei und das Fahrverhalten der Fahrzeuge an Realismus eingebüßt habe. THQ veröffentlichte keine Verkaufszahlen, gab allerdings an, dass der Gesamtumsatz enttäuschend gewesen sei.

Spielprinzip Allgemein Juiced 2 setzt auf die gleichen Grundprinzipien wie die Vorgänger. Eine große Rolle spielt abermals das Tuning der eigenen Rennfahrzeuge, da die enthaltenen Fahrzeuge in ihrer Serienversion selten konkurrenzfähig sind. Der Realismusgrad spielt dagegen eine untergeordnete Rolle, wodurch das Spiel, anders als die beiden vorhergehenden Teile der Serie, mehr in Richtung Arcade tendiert. Im Detail wurde etwa das Crashverhalten modifiziert. Es gibt zwar ein detaillierteres Schadensmodell, doch dies wirkt sich lediglich auf das Aussehen des Wagens aus. Die Beeinträchtigung des Fahrverhaltens durch große Schäden am eigenen Fahrzeug ist entfallen.

Auch am Karrieremodus wurden zahlreiche Veränderungen vorgenommen. Der Spieler erhält erstmals ein Gesicht, er kann sich eine Figur aus mehreren vorgegebenen aussuchen. Das Respekt-System aus dem Vorgänger, bei dem ein zentraler Punkt die Bewertung der Sauberkeit des Fahrverhaltens des Spielers darstellt, wurde entfernt. Übernommen wurde das Wettsystem: Der Spieler spricht vor einem Rennen einen der gegnerischen Fahrer an und wettet mit ihm um einen bestimmten Betrag. Bei manchen Renn-Events können statt Geld auch Fahrzeugscheine gesetzt werden, diese Rennen werden als Duelle bezeichnet.

Des Weiteren wurden zwei neue Kameramodi eingeführt. Zusätzlich zur Verfolger-, Stoßstangen- und einer Seitenperspektive stehen nun auch eine Kameraposition knapp oberhalb der Motorhaube und eine Cockpit-Ansicht zur Auswahl. Ein wesentlicher Unterschied zu den Vorgängern ist die neue Möglichkeit, Karriere-Rennen neu zu starten, Wetteinsätze und gesetzte Autos gehen dabei aber verloren. Für im Renngeschehen entstandene Schäden muss der Spieler nicht mehr bezahlen, die Fahrzeuge werden nach Rennen automatisch repariert.

Renntypen Aus den Vorgängern wurden die beiden Modi Rundkursrennen und Sprintrennen übernommen. Bei ersterem geht es um das Fahren auf einem Rundkurs, beim Zweiten um das Fahren auf einem kleinen Ausschnitt eines Rundkurses. Bei beiden Renntypen ist das einzige Ziel, als erster im Ziel anzukommen. Zusätzlich zu diesen Modi wurden einige neue in das Spiel eingefügt.

Erstmals gibt es Driftrennen. Bei diesen Rennen hängt die Platzierung nicht von der Position im Feld, sondern vielmehr von der Punktzahl ab, die der Spieler durch das Durchführen von verschiedenen Drift-Manövern erhält. Zwei Faktoren sind dabei ausschlaggebend: Die Geschwindigkeit, mit der der Drift durchgeführt wird und der Driftwinkel. Je höher beide sind, desto mehr Punkte erhält der Spieler, gleichzeitig steigt dabei auch das Risiko, mit der Streckenbegrenzung zu kollidieren. Bei solchen Kollisionen verliert der Spieler 25 % der Punkte des Drifts. Es stehen verschiedene Typen von Driftrennen zur Verfügung. Bei einfachen Drift-Rennen startet der Spieler zusammen mit sechs oder acht anderen Gegnern, die darum kämpfen, innerhalb eines gewissen Zeitraums die höchste Gesamtpunktzahl zu erzielen. Bei Ausdauer-Rennen geht es darum, eine gewisse Zielpunktzahl mit einem einzigen Drift zu überbieten. Wird der Drift vor Erreichen der Zielpunktzahl abgebrochen, gilt das Event als verloren.

mini|hochkant|Eine Strecke verläuft zwischen den Beinen des Eiffelturms

Last-Man-Standing Rennen werden auf normalen Rundkursen ausgetragen. Bei diesem Renntyp gibt es verschiedene Möglichkeiten, zu gewinnen: Durch Zeit, durch Runden oder durch Überleben. Einen Sieg durch Zeit erringt man, indem man an erster Position im Feld ist, wenn die gesamte Rennzeit abgelaufen ist. Einen Sieg durch Runden erringt man, indem man als erster Fahrer die notwendige Anzahl an Runden gefahren ist. Den Sieg durch Überleben erringt man, indem man die Gegner von der Strecke drängt. Denn jeder Fahrer scheidet aus, der mit seinem Auto eine Mauer oder Leitplanke berührt. Sobald nur noch ein Fahrer übrig bleibt, wird das Rennen abgebrochen und der verbleibende Fahrer wird zum Sieger erklärt.

Eliminationsrennen gibt es als Rundkurs-Rennen und als Drift-Rennen. Bei den Rundkurs-Rennen scheidet in jeder Runde der letztplatzierte Fahrer aus, solange bis nur noch ein Fahrer übrig bleibt. Drift-Eliminationsrennen sind eine Kombination aus Rundkursrennen und Drift-Rennen. Das Rennen wird über mehrere Runden ausgetragen, wobei es in jeder Runde eine Zielpunktzahl gibt, die der Spieler überbieten muss. Schafft er das nicht, scheidet er aus, genauso wie der Letztplatzierte in jeder Runde.

Die Rennen werden auf fiktiven Strecken an realen Orten, etwa Paris oder Sydney, ausgetragen und sind meist durch ein bekanntes Bauwerk gekennzeichnet.

Karrieremodus Die Karriere startet in einem Nachtclub, in dem der Spieler sich eine Spielfigur und ein erstes Auto aussucht. Danach kann er die ersten Rennen bestreiten. Der Rennkalender, in dem in früheren Serienteilen anstehende Rennen verzeichnet waren und die Teilnahme an Rennen angekündigt werden konnte, wurde entfernt. Stattdessen wurde ein Ligensystem eingeführt. Der Spieler kann zunächst Rennen der untersten Liga, der Anfänger-Liga, teilnehmen. Jede Liga besteht aus einer bestimmten Anzahl an Rennen, die der Spieler in beliebiger Reihenfolge absolvieren kann. Um in der Karriere voranzuschreiten, ist es oft nicht notwendig, alle Rennen einer Liga zu beenden, denn der Fortschritt kann durch das Meistern von sogenannten Herausforderungen erzielt werden. Herausforderungen sind bestimmte Aufgaben wie Wetten gegen bestimmte Gegner, besondere Fahrmanöver oder eine feste Anzahl an Rennsiegen. Der Spieler muss in jeder Liga mehr als die Hälfte der Herausforderungen bestehen. Danach kann er ein Spezial-Event spielen, das ihm den Aufstieg in die nächsthöhere Liga ermöglicht. Durch jeden Ligenaufstieg werden weitere Fahrzeuge freigeschaltet. Diese werden zwar noch in Klassen unterteilt, jedoch richten diese sich nach den Ligen, nicht mehr nach der PS-Zahl. Die Bewertung der Autos und die damit verbundenen Auswahl für die Ligen wird vom Programm aufgrund verschiedener Parameter wie Motorenstärke oder Grad des Tunings vorgenommen.

Auch in Juiced 2 kann der Spieler ein eigenes Rennteam aufbauen. Dies ist für Team-Rennen sogar nötig, bei denen zwei oder mehr Fahrer desselben Teams antreten müssen. Das System, nach welchem das eigene Rennteam aufgebaut werden kann, wurde leicht modifiziert. Crew-Mitglieder melden sich nicht mehr im Laufe der Karriere beim Spieler, stattdessen stehen dem Spieler von Anfang an Fahrer zum Rekrutieren zur Verfügung. Für die Rekrutierung muss der Spieler allerdings einen gewissen Betrag bezahlen. Die Fahrer kommen nur noch in diesen Team-Rennen zum Einsatz. Die Möglichkeit nur Zuschauer zu sein, während die Teammitglieder Rennen anstelle des Spielers bestreiten, ist entfallen. Im späteren Verlauf des Spiels muss der Spieler auch in Rennen gegen seine Teamkollegen antreten. Insgesamt ist der Aspekt des Team-Aufbaus also im Vergleich zu den Vorgängern eher in den Hintergrund getreten.

DNA-System Eine wesentliche Neuerung ist das sogenannte DNA-System (auch: DNS-System). Jeder Fahrer, sowohl menschliche als auch KI-Fahrer, besitzt eine eigene DNA. In dieser werden verschiedene Werte bezüglich des Fahrverhaltens des Charakters gespeichert, z. B. die Aggressivität des Fahrers, ob dieser in Kurven gerne driftet oder wie häufig er Nitro einsetzt. Während des Fahrens überwacht das Programm dauerhaft die Fahrweise des Spielers und trägt die ermittelten Werte in der Fahrer-DNA ein. Die DNA ist also eine Statistik über das individuelle Fahrverhalten.

In dem Spiel sind einige Fahrer-DNAs von Prominenten, beispielsweise Smudo gespeichert. Diese treten auch mit speziell getunten Wagen an, die meist realen Vorbildern entsprechen, etwa Smudos BioConcept Mustang.

Das Ziel dieses Systems ist, dass dem Spieler mehr Gegner als nur die im Spiel enthaltenen computergesteuerten Gegner, die auch als KI-Gegner bezeichnet werden, zur Verfügung stehen. Fahrer-DNAs können unter Spielern ausgetauscht werden. Ausgetauschte DNAs können vom Spiel eingelesen und ausgewertet werden, anschließend wird ein neuer KI-Gegner erschaffen, der mit den Eigenschaften fährt, die durch die DNA vorgegeben sind.

Mehrspieler-Modus Im Mehrspieler-Modus von Juiced 2 können mehrere Spieler online oder über ein Netzwerk in frei konfigurierbaren Events gegeneinander antreten. Dabei können Erfolge im Mehrspieler-Modus das Vorankommen des Spielers in der Einzelspieler-Kampagne begünstigen, da in Mehrspieler-Partien gewonnenes Geld und gewonnene Fahrzeuge übertragen werden. Zur Nutzung des Mehrspieler-Modus ist eine Registrierung bei Microsofts Windows-Live-Dienst erforderlich, welcher aber inzwischen eingestellt wurde.

Fahrzeuge mini|Der Koenigsegg CC ist eines der leistungsstärksten Fahrzeuge in Juiced 2

Juiced 2 beinhaltet weitgehend die Fahrzeuge der Vorgänger, also eine Mischung aus Limousinen, Kleinwagen und Sportcoupes zahlreicher Volumenhersteller wie Ford, Toyota, Nissan oder Chevrolet. Gemäß dem Titel des Spiels wurden außerdem zahlreiche japanische Fahrzeuge eingefügt sowie erstmals die Klasse der Supersportwagen erschlossen.

Die Fahrzeuge sind nach wie vor in Klassen eingeteilt, diese Einteilung ist jedoch an die Ligen gebunden. Zu Beginn der Karriere stehen dem Spieler wie im Vorgänger überwiegend leistungsschwache Kleinwagen zur Verfügung. Durch jeden Liga-Aufstieg werden neue, stärkere Fahrzeuge freigeschaltet. Die Fahrzeuge werden ausschließlich in der Serienversion verkauft. Tuning-Teile muss der Spieler separat erwerben.

Die folgende Tabelle listet alle 93 Fahrzeuge auf, die in Juiced 2 spielbar sind: