mini|Blick vom Hiraihō über die Engetsu-Brücke auf den Südlichen See mini|Tsuru-Kame-Kiefermit Berg Shiun im Hintergrund mini|Blick zum Kikugetsu-Pavillon mini|Kikugetsu-Pavillon vor dem Shiun mini|Fuß des Shiun-Bergs mini|„Hōbiu“ - Hang mit Sotetsu Der Ritsurin-Park (, Ritsurin-kōen, wörtlich „Kastanienwäldchen-Park“) am Rande der Stadt Takamatsu ist mit fast 75 Hektar der größte Wandelgarten Japans. Er gehört zu den „Ausgezeichneten Sehenswürdigkeiten“ (tokubetsu meishō) des Landes.

Geschichte In der Genki-Tenshō-Periode (um 1575) errichtete die dort lebende wohlhabende Familie Satō einen Garten, der im Südwest-Teil des heutigen Parks lag. Dann übernahm um 1625 der Fürst (Daimyō) von Takamatsu in der Provinz Sanuki, Ikoma Takatoshi, den Garten und erweiterte ihn um den Bereich, der heute am „Südlichen See“ liegt. 1642 wurde Fürst Matsudaira YorishigeYorishige war ein älterer Bruder von Fürst Tokugawa Mitsukuni, Chef des Hauses Mito. mit dem Lehen (Han) betraut, er setzte den Ausbau des Gartens fort.

Auch die nachfolgenden Matsudaira setzten die Instandhaltung und den Ausbau des Gartens fort, bis er nach hundert Jahren 1745 unter Yoritaka seine endgültige Gestalt erhielt. Insgesamt nutzten bis zur Meiji-Restauration 1868 elf Generationen der Matsudaira den Garten als Nebenresidenz (shimo-yashiki). Nach 1868 wurden die Matsudaira von Takamatsu in den neuen Adelsstand (kazoku) erhoben. Graf Matsudaira Yorinaga (1874–1944) wird im Park mit einem Denkmal geehrt.

1871 wurde der Takamatsu-han aufgelöst, der Park kam zunächst in Besitz der neuen Regierung und wurde dann am 16. März 1875 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Präfektur errichtete Ausstellungsgebäude mit Volkskunst der Präfektur (, Sanuki Mingeikan) und ein Gebäude zur Förderung der Wirtschaft und des Handels (, Shōkō Shōreikan). Beide Gebäude befinden sich im Nordteil des Parks.

mini|Ritsurin-Park Der Park Der Park erstreckt sich in nordsüdlicher Ausdehnung vor dem im Westen liegenden Berg Shiun (, -zan), der als „geborgte Landschaft“ (, shakkei) benutzt wird. Der Park wird in einen Nord- und in einen Süd-Park unterteilt, die aber ohne sichtbare Grenze ineinander übergehen. Mit einem „Nördlichen“, „Westlichen“, „Südlichen See“, „Ententeich“, „Kansui-Teich“Etwa: „Ins Grüne eingetauchter Teich“., „Lotos-Gewässer“ (hier mit dem alten Namen für Lotos, Fuyō, benannt) und weiteren kleinen Teichen weist der Park eine ungewöhnlich große Zahl von Gewässern auf. Sie sind alle miteinander verbunden und werden zum Teil mit Booten befahren. Die Gewässer werden von einer entsprechend großen Zahl von Brücken überquert, darunter auch die „Halbmond-“ oder „Bogenbrücke“ (Engetsu-kyō).

Sehenswürdigkeiten Der Nordteil weist neben den oben erwähnten Gebäuden u. a. folgende Sehenswürdigkeiten auf: Tsuru-kame-matsu (): 100 Kiefernzweige in Schildkrötenform ergeben die Gestalt eines Kranichs, Kamobiki hori: Graben zum Entenfang am Ententeich.

Der ältere Südteil weist u. a. folgende Gebäude und Sehenswürdigkeiten auf: Higurashi-tei: ein alter Pavillon aus der Edo-Zeit und ein neuer gleichen Namens von 1898, Kōbusha: Gelände für militärische Übungen (Bogenschießen), Hōbiu: Anhöhe mit „Phönix-Schwänzen“ = Sotetsu (cycas revoluta), Kikugetsu-tei: Tee-Pavillon aus der Anfangszeit des ParksYoritaka gab dem Teehaus den jetzigen Namen nach einem chinesischen Gedicht: „Wenn man das Wasser mit beiden Händen schöpft (kiku), hält man den Mond (getsu) in Händen.“, Hako-matsu, Byōbu-matsu: Schwarzkiefern, deren Zweige durch Schnitt in geometrische Formen gebracht wurden, Shōfuda: eine lose mit Steinen belegte Anhöhe, wohl der älteste Teil des Parks, Fukiage: der große Quellteich, die Wasserversorgung für den Park, Hiraihō, Fuyōhō: zwei Anhöhen am Ostrand des südlichen Parks.

Das Jahr und seine Blüten Monat(e)BlüteAnmerkungFebruarKamelienim ganzen ParkFebruar/MärzPflaumenNord- und Südwäldchen, ca. 200 BäumeMärzMagnolienam ShōbudaAprilKirschenca. 350 Bäume im ganzen ParkMaiWisterienversch. AzaleenIrisam Alten Higurashi-teiim ganzen Park, ca. 2300 Sträucheram ShōbudaJuniSchwertlilienca. 3000 Stauden am EntenteichJuliYabu-kanzōNo-kanzōZwei Arten von Taglilien. am Seikei Wasserlaufam Shosan, Kansui-TeichJuli/AugustLotosim Fuyō-Gewässer SeptemberBuschkleeim ganzen ParkNovemberAhornam Ahorn-Ufer (kaedegishi)

Kenndaten Träger: Präfektur Kagawa Eröffnung: 16. März 1875 Fläche: 748.749 m² Gewächse: einige tausend Bäume und Sträucher Anlagen: zahlreiche Teehäuser bzw. Pavillons, Ausstellungsgebäude, Restaurants Zugang: gebührenpflichtig

Anmerkungen

Quellen Faltblätter des Gartens japanisch, englisch, deutsch

Weblinks

Offizielle Website (englisch/japanisch)

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