Fritz Richter-Elsner (* 8. Januar 1884 in Köppelsdorf; † 1970 in Detmold) war ein deutscher Bildhauer.
Leben Richter-Elsner studierte bei Reinhard Möller an der Industrie- und Kunstgewerbeschule Sonneberg und danach in München.Friedrichshagener Hefte (ab 1995), Hefte 38–40. Bronzegießerei Gladenbeck – Bronzenes für Berlin, S. 380f Von 1905 bis 1916, also schon mit 21 Jahren, war er künstlerischer Leiter der Gießerei Oscar Gladenbeck & Co.Nach K. Brandel in Friedrichshagener Hefte (s. o.)Oscar Gladenbeck (1851–1921) war einer der Söhne des berühmten Gießers Hermann Gladenbeck (1827–1918). in Berlin-Friedrichshagen. Er lebte lange Jahre Köpenick in der Friedrichshagener Straße 8u. a. Adressbuch 1933. Auf dem Evangelischen Friedhof Friedrichshagen hinterließ er mit Skulpturen und einem Denkmal für den jüdischen Arzt Max Jacoby (heute zerstört) Zeugnisse seines Wirkens. Ab den 1920er Jahren verlegte sich Richter-Elsner auf die Gestaltung von Denkmalen. Mitte der 1930er Jahre geriet er in Zahlungsschwierigkeiten.Brief vom 30. Mai 1935 an Rechtsanwalt Friedrich Stockey, Unna Im Rahmen eines entsprechenden Briefwechsels erwähnt er seine Frau und seine drei Kinder.
In der Zeit des Nationalsozialismus war Richter-Elsner obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist jedoch lediglich seine Teilnahme an der „Dritten Bildnisausstellung“ 1938 im Berliner Haus der Kunst sicher belegt. Am 4. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP. Er wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 3.933.995).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/34671047
Spätestens im März 1943 war Richter-Elsner zu einem Arbeitseinsatz abkommandiert und konnte sich nur in der Freizeit um die Bildhauer-Aufträge kümmern. Im April 1943 wohnte er in Goldberg (Schlesien), Hermann-Göring-Straße 1.Silesia Nova, Ausgaben 1-2011, Seite 43 ff., Online: , zuletzt abgerufen am 4. Juli 2014
Nach 1945 Nach Kriegsende flüchtete Richter-Elsner über Thüringen nach Alsfeld.Aus einem Bericht von Fritz Richter-Elsner wird zitiert in dem Buch: Flucht. Niederschlesien 1945. (bibliografische Angaben folgen)Nachkriegsinformationen stammen aus einem Briefwechsel mit heute lebenden Verwandten. Seine dem Historismus nahe Haltung entsprach nicht mehr dem Zeitgeschmack, auch waren Großplastiken und Grabdenkmäler weitaus weniger gefragt. Eine seiner letzten bekannten Arbeiten ist eine Büste von Gerhart Hauptmann, die heute im Besitz der Gerhart-Hauptmann Schule in Alsfeld ist.
Werke Ab ca. 1900 sind von Richter-Elsner Jugendstil-Plastiken bekannt. Später verlegte sich der Künstler auf Denkmale, von denen noch viele erhalten sind.
Bekannt sind heute noch folgende Werke: undatiert: Bronze-Plastik Auf die Mensur – StudentikaAus einem Auktionsprospekt, abgerufen am 16. August 2013, http://www.artnet.de/künstler/fritz-richter-elsner/auf-die-mensur-studentika-auf-unregelmäßigem-xvaoa1dNbd-wHf8mlxp8sg2 um 1900: Alabaster-Plastik Büste eines MädchensAus einem Auktionssprospekt: Büste eines Mädchens, signiert (Fritz) Richter-Elsner (1884–?). Alabaster. Jugendstil, deutsch um 1900. Rosengirlande gezierter hochrechteckiger Sockel mit unterseitiger Bodenmarke, diese bez.: „RM“. Höhe des Sockels 11,5 Gesamthöhe 27 cm. Nasenspitze bestossen. Fritz Richter Elsner war ein bekannter Berliner Bildhauer, studierte in Berlin und war bis nach 1930 in Berlin tätig. Selten. Sehr feine Ausführung. () (abgerufen am 16. August 2013) undatiert: Plastik Mädchen-Akt beim Balancieren undatiert: Bronze-Plastik Große Amazone zu PferdeIn einem Online-Auktionskatalog , abgerufen am 2. November 2016 undatiert: Dackel in BronzeEntdeckt auf einer privaten , abgerufen am 3. September 2013 undatiert: Kriegerdenkmal 1914–1918 in Reetz/Brandenburg (heute Polen) undatiert: mehrere Skulpturen auf dem Friedhof in Berlin-Friedrichshagen 1908: pyramidenförmiges Denkmal für den Oberleutnant zur See Hans Hellmann in Neisse/Schlesien (heute Nysa in Polen)Hans Hellmann (* Neisse; † 17. Juni 1900 auf der SMS Iltis (II) im Kampf um die Takuforts im Krieg in China), Quelle: , zuletzt abgerufen am 7. Mai 2014 mit dessen Porträtrelief 1912: Jahn-Denkmal in Perleberg (die Bronzeversion ging 1939/1945 verloren), der originale Sockel mit neuer Sandsteinbüste (um 1952) heute auf dem Sportplatz in der Berliner StraßeFriedrichshagener Hefte 1913: Bismarck-Standbild im Bismarckturm von Bromberg (heute Bydgoszcz, Polen), abgerufen am 3. September 2013 1913: Denkmal für Max Jacoby in Berlin-Friedrichshagen (zerstört) 1915: Eiserne Faust (als Hindenburgdenkmal) in Berlin-FriedrichshagenFriedrichshagener Hefte 1916: Kriegerdenkmal 1870/71 (?) in Soldau (Ostpreußen, heute Polen) 1920: Jugendstil-Relief-Platten in Berlin-Friedrichshagen, Böhlsche Straße / Lindenallee 1921: Kriegerdenkmal in Sielow bei CottbusInformationen vom Bürgerverein Sielow: , abgerufen am 16. August 2013 1922: Reiterstandbild der Kürassiere in Brandenburg (Havel)Friedrichshagener Hefte 1923–1924: Ulanendenkmal in Demmin () 1925–1926: Kriegerdenkmal in Łobez (Kreisstadt in Pommern) 1926–1929: 130er-Denkmal am Kellerkopf bei Holzwickede-Hengsen () 1927: Kriegerdenkmal in Holzwickede-Hengsen, Unnaer Straße 1927: Kriegerdenkmal im Königspark (heute Goethepark) in Schöneiche bei BerlinBild, private Webseite, abgerufen am 3. September 2013 zwischen 1931 und 1936: Gipsbüste von Gustaf Kossinna (1858–1931)Nationalsozialistische Monatshefte, 7. Jahrgang 1936, Heft 72: Bild einer Büste v. Richter-Elsner erstellt; Zentrale politische und kulturelle Zeitschrift der NSDAP; Herausgeber: Alfred RosenbergAbb. in: Alfred Hentzen, Niels von Holst: Die großen Deutschen im Bild. Propyläen, Berlin 1937, zitiert nach: 1928: Gefallenen-Denkmal in Grimmen„Den gefallenen Söhnen von Grimmen im Ersten Weltkrieg wurde dieses Denkmal gewidmet. Es wurde von Richter-Elsner erbaut und im Jahre 1928 feierlich eingeweiht. Nach 1945 wurde es zerschlagen. An dieser Stelle steht heute das vom Bildhauer Dietrich geschaffene und 1968 eingeweihte VVN(Verfolgte des Naziregimes)-Denkmal“, Quelle: Grimmen in alten Ansichten, Band 2, , abgerufen am 3. September 2013. 1928–1940: „Ehrenmal für das frühere Amt Kirchhörde“ in Dortmund-Löttringhausen, Kruckeler Straße ()Die Auftragserteilung 1928 ergibt sich aus einem Brief vom 13. April 1938 (privates Archiv), Feierliche Einweihung 1940Am 27. März 1930 erschien im Hellweger Anzeiger ein Bericht über die Entscheidung des Denkmalausschusses für den Entwurf von Richter-Elsner, der im Artikel auch beschrieben wird. 1937: „Büste des Führers“ in der „Weihestätte Pasewalk“u. a. Bericht des Hellweger Anzeigers vom 21. Oktober 1937; vorletzte Seite 1941: Goldgräberbrunnen auf dem Markt in Goldberg (Schlesien)Das deutsche Kulturerbe in den polnischen West- und Nordgebieten, herausgegeben von Zbigniew Mazur, S. 36 (Online: (abgerufen am 16. August 2013)) 1942–1944: Denkmal für Bolko I. für Schönau (aufgestellt erst 2007)Silesia Nova, Ausgaben 1-2011, Seite 43 ff., Online: , abgerufen am 16. August 2013
1931 hat sich Richter-Elsner auch als Drehbuchautor betätigt: Der Kurzfilm Heldentum – Volkstum – Heimatkunst von Fritz Puchstein entstand nach seinem Drehbuch.siehe Filminfos im Filmportal und im Bundesarchiv
Literatur Dresslers Kunsthandbuch, 9. Ausgabe, Band 2. Berlin 1930, S. 816.
Weblinks
Notizen Überlieferte Schriftstücke: Schriftwechsel vom 23. Mai 1935 bis 13. April 1938 wegen Schulden bei Th. Regenbogen aus dem Denkmalsbau am Kellerkopf in Holzwickede-Hengsenim Privatbesitz 1. Juni 1942 Bewerbungsbrief an Bürgermeister von Schönau an der Katzbach (aus Friedrichshagen), zitiert in Silesia Nova, Ausgaben 1-2011, Seite 43ff. 6. August 1944 Mitteilung zur Fertigstellung von Bolko I (aus Friedrichshagen)
Dokumente: Friedrichshagener Hefte (ab 1995), Hefte 38–40. Bronzegießerei Gladenbeck – Bronzenes für Berlin, Kurz-Vita von Richter-Elsner
Einzelnachweise
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