Ottersdorf (fränkisch: OudaschdoafE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 52. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ǫudɒšdǫɘf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Büchenbach im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Ottersdorf liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Büchenbach, teils auf dem Gemeindegebiet von Schwabach und teils auf dem gemeindefreien Gebiet Heidenberg. Sie hat eine Fläche von 14,023 km² und ist in 1746 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8031,49 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Kühedorf, Obermainbach, Tennenlohe und Ungerthal.
Geografische Lage Das Dorf liegt vier Kilometer südlich von Schwabach am östlichen Ausläufer des Heidenberges. Südlich fließt der Otterbach, ein rechter Zufluss des Mainbachs, der wiederum in die Rednitz mündet. Unmittelbar südöstlich des Ortes liegt das Waldgebiet „Brunnleite“, ca. 200 m nördlich befindet sich der 3 Hektar große „Mühlweiher“. Die Staatsstraße 2224 führt nach Obermainbach (1,2 km nordwestlich) bzw. nach Tennenlohe (0,6 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Weihersmühle (0,7 km nordöstlich) und Ungerthal (1,7 km südwestlich).
Geschichte Der Ortsname stammt von einem fränkischen Freien namens „Otram“, der die Siedlung als Weiler in der karolingischen Königsmark Schwabach gründete. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort als „Otganestorf“ in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1132 bis 1162 entstand. In dieser wurde bestätigt, dass das Kloster Heilsbronn seinen Besitz, den es vom Bamberger Bischof dort erworben hatte, gegen zwei näher an Heilsbronn liegende Güter mit Graf Rapoto II. von Abenberg tauschte. Im 13. Jahrhundert bestand der Ort vermutlich aus 5 Ganzhöfen.F. Eigler: Schwabach, S. 245. 1328 erfolgte die nächste Erwähnung als „Otramsdorf“ anlässlich der Verbriefung des Wiederkaufsrechtes eines Gutes an das Bistum Eichstätt durch Heinrich von Morsbach.Ottersdorf auf der Website buechenbach.deNach E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 52 = F. Eigler: Schwabach, S. 226, Erstnennung 1328. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Ōtram, der Personenname des Siedlungsgründers.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 53.
Im Urbar für das burggräfliche Amt Schwabach von ca. 1360 wurde der Ort als „Ottermansdorff“ erwähnt. Schon im burggräflichen Salbuch von 1410 wurde verzeichnet, dass „Ottermstorff“ mit Tennenlohe eine Realgemeinde bildete. In Ottersdorf gab es 3 Güter und 1 Seldengütlein. Im Salbuch des nunmehr markgräflichen Amtes Schwabach, das 1434 aufgestellt wurde, wurde für den Ort außerdem ein fremdherrisches Gut verzeichnet. 1530 gab es im Ort weiterhin 5 Anwesen: 2 Höfe unterstanden dem Amt Schwabach, 1 Hof, der teils einem Nürnberger Pfarrer, teils dem Amt Schwabach Abgaben leistete, 1 Hof dem Spital Schwabach und 1 Hof dem Kloster Pillenreuth. 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Ottersdorf 9 Anwesen, von denen 5 Anwesen dem Kastenamt Schwabach unterstanden, 2 Anwesen dem Spital Schwabach, 1 Anwesen dem Klosteramt Pillenreuth der Reichsstadt Nürnberg und 1 Anwesen der Deutschordenskommende Nürnberg.F. Eigler: Schwabach, S. 226. Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ottersdorf 9 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Schwabach: 3 Halbhöfe, 1 Köblergut, 1 Leerhaus; Spital Schwabach: 1 Ganzhof, 1 Köblergut), die Deutschordenskommende Nürnberg (1 Köblergut) und das Amt St. Klara und Pillenreuth der Reichsstadt Nürnberg (1 Halbhof).F. Eigler: Schwabach, S. 411. 1802 gab es im Ort weiterhin 9 Anwesen mit denselben Grundherrn.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 308.
Im Jahre 1806 kam Ottersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Büchenbach, II. Sektion gebildet, zu dem Kühedorf, Ottersdorf, Tennenlohe und Ungerthal gehörten. 1818 entstand die Ruralgemeinde Ottersdorf, zu der alle Orte des Steuerdistrikts Büchenbach, II. Sektion gehörten, und Obermainbach, das dem Steuerdistrikt Rednitzhembach zugewiesen war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Ottersdorf zum Bezirksamt Schwabach (1938 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).F. Eigler: Schwabach, S. 473 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,794 km².
Am 31. Dezember 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Ottersdorf aufgelöst: Kühedorf, Ottersdorf, Tennenlohe und Ungerthal wurden in die Gemeinde Büchenbach eingegliedert, Obermainbach in die Gemeinde Schwabach.
Baudenkmäler Ungerthaler Str. 1: Bauernhof mit Austragshaus und Backofen Westlich von Ottersdorf befindet sich der Rest eines Sühnekreuzes, das Herzog-Ernst-Kreuz bei Ottersdorf.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Ottersdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 378 378 398 402 428 453 435 430 444 438 432 424 413 421 407 394 400 406 400 510 528 504 450 502HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 60 63 85 89 89 87 87 92 93 Quelle Für die Gemeinde Ottersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Kühedorf (S. 51), Obermainbach (S. 67), Tennenlohe (S. 91) und Ungerthal (S. 93). Für Obermainbach: S. 167.
Ort Ottersdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014 2019Einwohner 119 66 91 98 99 98 100 132 118 133 117 188 194Häuser 18 13 21 24 22 21 24 28 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Willibald (Büchenbach) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Büchenbach) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Schwabach