Schmißberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Birkenfeld an.
Geographie Schmißberg liegt im Hunsrück. Die nächste größere Stadt ist die etwa drei Kilometer südwestlich gelegene Kreisstadt Birkenfeld. Im Norden befindet sich Elchweiler und im Süden Rimsberg.
Geschichte Schmißberg wurde im Jahr 1367 als Smitzberg erstmals urkundlich erwähnt. Es war Teil der Hinteren Grafschaft Sponheim und dessen Oberamt Birkenfeld zugeordnet.
Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete 1794 die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs und war dem Kanton Birkenfeld im Arrondissement Birkenfeld des Saardépartements zugeordnet. Nach der Niederlage Napoleons kam Schmißberg aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen ab 1817 zum oldenburgischen Fürstentum Birkenfeld. Das Dorf wurde von der Bürgermeisterei Birkenfeld des Amtes Birkenfeld verwaltet.
Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region bis 1930 dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Aus dem Fürstentum Birkenfeld wurde 1919 der oldenburgischen „Landesteil Birkenfeld“, der 1937 im Rahmen des „Gesetzes über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen“ im neuen preußischen Landkreis Birkenfeld aufging. Auf kommunaler Ebene wurden zudem von 1934 bis 1962 Schmißberg und das benachbarte Elchweiler in der Gemeinde Elchweiler-Schmißberg vereinigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Teil der französischen Besatzungszone und kam 1946 zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.
Die Ortsgemeinde Schmißberg gewann in den Jahren 1969 und 1981 jeweils die Silbermedaille als Bundessieger im Dorfverschönerungswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ (heute: „Unser Dorf hat Zukunft“).
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schmißberg, die Werte bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1939 70 1950 76 1961 85 1970 131 1987 229 Jahr Einwohner 1997 233 2005 230 2011 208 2017 209
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Schmißberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und – wenn wieder ernannt – dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Das Amt ist erneut vakant. Jana Grauer wurde am 13. April 2026 Ortsbürgermeisterin von Schmißberg. Da für eine parallel zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl am 22. März 2026 angesetzte Direktwahl kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat. Dieser entschied sich für die bisherige Erste Beigeordnete Jana Grauer, die bereits seit Jahresanfang die Amtsgeschäfte kommissarisch ausgeübt hatte. Im Juni 2026 musste Jana Grauer aus beruflichen Gründen das Amt bereits wieder niederlegen, womit eine erneute Neuwahl erforderlich wurde. Bei der Direktwahl am 20. September 2026 wurde die einzige Bewerberin Stefanie Bub mit 50,6 % der abgegebenen Stimmen zur künftigen Ortsbürgermeisterin gewählt. Ihre Amtseinführung steht noch aus.
Grauers Vorgänger Stefan Nagel hatte das Amt am 16. Juli 2024 übernommen. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, wurde er auf der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates einstimmig gewählt. Damit eigentlich für fünf Jahre gewählt, legte er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zum 31. Dezember 2025 nieder.
Nagels Vorgänger Rudi Weber hatte das Amt am 6. Oktober 2020 angetreten, nachdem er die Amtsgeschäfte als bisheriger Erster Beigeordneter seit dem Juli kommissarisch geführt hatte. Bei der Direktwahl am 4. Oktober 2020 war er mit einem Stimmenanteil von 89,62 % gewählt worden. Webers Vorgänger Thomas Marx hatte das Amt seit dem 21. Juni 2019 ausgeübt, war aber mit Wirkung zum 8. Juli 2020 aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Vor Marx hatte Adolf Schuch die Aufgabe seit 2004 wahrgenommen, war 2019 aber nicht erneut angetreten.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Wanderwege bieten die Möglichkeit des Ausblicks bis hin zum Erbeskopf (mit höchster Berg in Rheinland-Pfalz).
Wirtschaft und Infrastruktur Im Westen verläuft die Bundesstraße 41, die im Süden zur Bundesautobahn 62 führt. Der nächsten Bahnhöfe sind in Nohen und Neubrücke/Nahe. Die Haltestellen liegen auf der Bahnlinie von Saarbrücken, Mainz, Wiesbaden nach Frankfurt am Main. Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen Hahn in etwa 50 Kilometer nördlicher Richtung im Hunsrück und der Flughafen Frankfurt am Main in rund 180 Kilometer in nordöstlicher Richtung.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Schmißberg
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Schmißberg Ortsgemeinde Schmißberg auf den Seiten der Verbandsgemeinde Birkenfeld
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Birkenfeld Kategorie:Ort im Hunsrück Kategorie:Ersterwähnung 1367 Kategorie:Gemeindegründung 1962