Han Yong-un (koreanisch Hanja oder ), auch bekannt unter seinem buddhistischen Namen Manhae, (* 29. August 1879 in Hongsŏng, Provinz Süd-Ch'ungch'ŏn; † 29. Juni 1944 in Seoul) war ein koreanischer Lyriker, politischer Aktivist und Reformist des modernen Buddhismus.
Leben Han Yong-un (geboren als Han Yu-ch'ŏn; kor. ) lernte als Kind die chinesischen Klassiker in einer konfuzianischen Dorfschule (Sŏdang) und wendete sich bereits in jungen Jahren dem geistlichen Leben zu. Im Alter von 26 Jahren trat er in den buddhistischen Mönchsorden des Paektam-Tempels ein, wo er sowohl buddhistische Texte als auch moderne Philosophie studierte und ein asketisches Dasein führte.KBS World: vom 11. Juli 2013, abgerufen am 14. August 2013 (englisch).
Han, der miterlebte, wie Korea japanische Kolonie wurde, setzte sich zeit seines Lebens aktiv für die Unabhängigkeit seines Landes ein. Ab 1918 gab Han die Zeitschrift Yusim heraus, welche die Idee des gewaltlosen Widerstands vermittelte und das Volk bezüglich der Unabhängigkeit inspirieren sollte.KBS World , abgerufen am 14. August 2013 (englisch).
Han gehört zu den Repräsentanten der Unabhängigkeitserklärung, die bei der Bewegung des ersten März 1919 proklamiert wurde. Nach den Protesten gegen die japanische Kolonialregierung wurde er festgenommen und erhielt eine Haftstrafe von sieben Jahren. Nach drei Jahren wurde er in die Freiheit entlassen. Trotz Unterdrückung seitens der Kolonialregierung spielte er weiterhin eine wichtige Rolle bei verschiedenen Bürgerbewegungen, buddhistischen Bewegungen oder Bündnissen.
Zeit seines Lebens setzte sich Han Yong-un für Reformen im koreanischen Buddhismus ein. Seine Werke Über die Revitalisierung des koreanischen Buddhismus () (1913) und Entwurf zur Reformierung des koreanischen Buddhismus (조선 불교의 개혁안) (1931) befassen sich mit konkreten Vorschlägen wie z. B. einer zentralen Organisation des Buddhismus und betonen die Notwendigkeit eines populären Buddhismus für den koreanischen Geist.Kwang Sik Kim: A Study of Han Yong-un’s On the Reform of Korean Buddhism. In: Korean Journal Volume 45, Nr. 1, 2005, S. 85.
Han verfasste zahlreiche Gedichte auf Chinesisch und Koreanisch. Zu seinen bekanntesten Gedichten gehört Das Schweigen des Geliebten (). Meist wurde das Gedicht dahingehend interpretiert, dass es sich bei dem Geliebten nicht um eine konkrete Person, sondern um das Vaterland handelt.LTI Korea: , abgerufen am 14. August 2013 (englisch). Die letzten zehn Lebensjahre verbrachte Han Young-un in Seoul, wo er 1944 starb.
Seit 1974 wird der nach ihm benannte Manhae-Literaturpreis verliehen.. Changbi Publishers. Abgerufen am 7. November 2013 (englisch).
Arbeiten (Auszug) Koreanisch Über die Revitalisierung des koreanischen Buddhismus (1913) Entwurf zur Reformierung des koreanischen Buddhismus (1931) Schwarzer Wind (1935) Reue (1936) Ungunst des Schicksals (1938)
Übersetzungen Deutsch Wind und Gras. dtv 1991. ISBN 978-3926602091 Das Schweigen des Geliebten. Horlemann 2001. ISBN 978-3895021350
Englisch The Silence of Love Prairie Poet Books (1984) Contemporary Korean Poetry Mosaic (1994) ISBN 978-0889625617 Love's Silence & other Poems Ronsdale Press (1999) ISBN 978-0921870623 Looking for the Cow DEDALUS (1999) ISBN 978-1901233513 Everything Yearned For: Manhae's Poems of Love and Longing Wisdom Publications (2005) 978-0861714896 Selected Writings of Han Yongun BRILL/Global Oriental (2008) ISBN 978-1905246472
Französisch Le silence de Nim Autres Temps (1996)
Auszeichnungen 1962 – Nationaler Verdienstorden der Republik Korea
Einzelnachweise
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