St. Stefan war eine nach dem heiligen Märtyrer Stephanus benannte Kirche in Wollersdorf im Landkreis Ansbach. Die Kirche stand auf der Kuppe über dem Hof mit den Haus-Nummern 11 und 12.
Geschichte Erstmals namentlich erwähnt wurde die Kirche in einer Liste der Kirchweihen des Eichstätter Bischofs Otto (1192/96). 1266 ging die Kirche in den Besitz des Klosters Heilsbronn über.
Aus dem Salbuch zu dem Hof Nr. 12 geht hervor, dass dieser ursprünglich Pfarrpfründe für das „Gottshauß Sant Stephani“ abgab,Staatsarchiv Nürnberg, Repertorium 400 IV Nr. 411 woraus man schließen kann, dass die Wollersdorfer Kirche wenigstens zeitweise eine Pfarrkirche gewesen sein muss. Unterstrichen wird dies auch durch eine Messbuchnotiz des 26. Abts Wenk aus dem Jahr 1529 im Zusammenhang mit Zehntstreitigkeiten:
Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Kirche. 1716 wurden die Überreste bei der Restaurierung der Weißenbronner St.-Michaels-Kirche verwendet, 1738 für den Bau des Weißenbronner Pfarrhauses. 1780/81 wurden die letzten Steine verkauft.
Fundstücke und Überreste aus der heutigen Zeit 1741 wurde eine Zeichnung angefertigt, auf der auch die damals noch bestehende Kirchenruine abgebildet wurde.
1910 wurden auf dem Grundstück des früheren Friedhofes in Wollersdorf etwa 20 Münzen aus dem 12. und 14. Jahrhundert gefunden. Diese Münzen „hatten den Prägestempel von Nürnberg, Amberg und Schwäbisch Hall: die Symbole Stern, Hand und Löwe. Das ungeläuterte Silber war stark kupferhaltig und mit Grünspan überzogen.“E. Dohms: Wollersdorf und benachbarte Ortschaften, S. 76.
Bei einer 2007 erfolgten Sondagegrabung fand sich ein Steinlage, die eine Weg- oder Platzpflasterung vor der Kirche gewesen sein könnte.M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 431
Literatur
Einzelnachweise
Stefan Wollersdorf Kategorie:Zerstört in den 1780er Jahren Kategorie:Abgegangenes Bauwerk im Landkreis Ansbach Kategorie:Kirchengebäude in Europa