Marianne Weil (eigentlich Krista Greffrath-Lieck; * 13. September 1947 in Darmstadt) ist eine deutsche Autorin von Texten, Features und Radio-Collagen.

Leben Marianne Weil studierte in Marburg/Lahn und an der Freien Universität Berlin Literaturwissenschaft und Soziologie. Sie promovierte 1977 bei Gert Mattenklott mit einer Arbeit über Walter Benjamin. Seit 1981 schreibt sie vor allem fürs Radio über Literatur und kulturhistorische Themen. Sie lebt seit 1969 in Berlin.

Zu einem Schwerpunkt der Arbeit von Marianne Weil wurden akustische Recherchen in den Tonarchiven des Rundfunks, insbesondere, als nach 1989 die Archive der Viermächtestadt Berlin zugänglich wurden. „Bei diesen Ausschweifungen im Schallarchiv machte ich die faszinierende Erfahrung, wie ein sehr vergangenes Ereignis lebendig aus dem Lautsprecher springen kann, singend, schreiend, flüsternd, stotternd oder krächzend. Ich entdeckte den Witz historischer O-Töne: diesen Kontrast zwischen historischer Distanz und sinnlicher Präsenz. Hier materialisierte sich etwas, das ich bei Walter Benjamin kennengelernt hatte als die ästhetische Erfahrung der Gleichzeitigkeit von Nähe und Ferne.Marianne Weil – Texte, Features, Radiocollagen – Über Abgerufen am 20. Oktober 2022. “

Texte (Auswahl) Metaphorischer Materialismus. Zum Geschichtsbegriff bei Walter Benjamin, Verlag Wilhelm Fink, München 1981, Dissertation von Krista R. Greffrath. Wehrwolf und Biene Maja, Marianne Weil (Hrsg.), Verlag Ästhetik und Kommunikation, Berlin 1986 (entstanden aus einer Sendereihe bei sfb 3: „Aus dem deutschen Bücherschrank“). Hans Flesch. Radiopionier, edition weilweil, Berlin 2025, ISBN 978-3-00-083954-2 (enthält eine biografische Skizze, die wichtigsten Texte von Hans Flesch und einen Beitrag über seine drei Berliner Intendantenjahre).

Auszeichnungen 1995 Hörspielpreis der Akademie der Künste Berlin für DEM …EUTSCHEN …OLKE (SR/SFB 1995)

2015 Robert-Geisendörfer-Preis für Grandhotel für Alle! (DKultur 2014).

Radiosendungen (Auswahl) 1986: Ein Kabarettist im Verhör. Walter Lieck zwischen Erfolg und Verfolgung, Feature, SFB 1992: Hans Flesch zeigt wegen Beleidigung an. Feature, SFB 1995: DEM …EUTSCHEN …OLKE. Hörspiel (Regie: Stefan Dutt/Marianne Weil), SR/SFB, erschienen im Hörverlag, Auszeichnung mit dem Hörspielpreis der Akademie der Künste „Lautsprecher“. 1998: Das Verhör des Lukullus. Eine kameradschaftliche Diskussion mit dem Zentralkomitee. Feature, SFB Berlin. 1999: Das Märchen von der Wiedervereinigung. Erzählt von Konrad Adenauer und Elke Heidenreich. Hörspiel, DLR Berlin/RB, erschienen im Audio Verlag. 2000: Ein sichtbares Zeichen der Trauer oder Deutschlands größtes Feigenblatt. Die Debatte über ein Holocaust-Denkmal in Berlin, Feature, SFB. 2002: VEB Short Cuts. Ein sozialistisches Gesamthörspiel. Regie: Stefan Dutt / Marianne Weil, DLR Berlin Teil 1: Wir brauchen keine Schokolade Teil 2: Legionäre, Guerilleros, Saboteure 2006: Der Hund war nicht geplant. Hörspiel (Regie: Stefan Dutt/Marianne Weil), DKultur 2007: Ratten. Feature, RBB 2008: Färbt die blaue Blume rot! Institutsbesetzung im Mai 1968. RBB 2009: Wilde Tiere in Berlin. Hörspiel (Regie: Judith Lorentz), DKultur 2011: Lob des Gartens. Feature, RBB 2014: Transitraum – Übergang. Hörspiel, DKultur/RB/SR 2014: Grandhotel für Alle! Flüchtlinge, Künstler und Hotelgäste unter einem Dach. Feature, DKultur 2015: Die Ermittlung (Streit um ein Theaterstück). – Regie: Axel Scheibchen (Feature – DLF) 2020: ticken, flüstern, rauschen. Akustisches Erzählen im Radio. Ein Feature in siebzehn Kapiteln. Dlf Kultur

Weblinks Homepage von Marianne Weil Marianne Weil in der Hörspieldatenbank

Einzelnachweise

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