mini Salzglasur ist eine alte Glasurtechnik für Keramik, Steinzeug. Die ersten Nachweise dafür datieren etwa auf das 15. Jahrhundert. Sie zeigen, dass um diesen Zeitpunkt herum schon salzglasierte Gefäße im Rheinland gefunden wurden. Im Laufe der Zeit ließen sich immer mehr Töpfer im Westerwald nieder. Hier waren hochwertige Tonerden zu finden. Die Glasurtechnik wurde laufend weiterentwickelt. Die Gegend wird heute auch Kannebäckerland genannt. Die Brennweise ist anders als bei normaler Glasur: Dazu fand erst der Vorbrand, der Schrühbrand statt, bei niederer Temperatur dann wird die Glasur aufgetragen und mit höherer Temperatur der Glattbrand durchgeführt. Bei der Salzglasur ist das anders: es reicht ein Brennvorgang, aber mit sehr hohen Temperaturbereich, von 1200^° bis 1300 °C. Die Verzierungen werden auf den getrockneten, lederharten Scherben aufgetragen. Ein Brand kann bis zu zehn Stunden dauern.
Das Steinsalz (NaCl) wird bei Höchsttemperatur in den Brennraum eingeführt, wo es schlagartig in Natriumgas (plus Feuchtigkeit vom Ton in Natriumdampf) und Chlor zerfällt. Der Natriumdampf schlägt sich auf dem Gefäß nieder und verbindet sich dort mit dem Quarz des Scherbens zu einem Silikat. Dieses Silikat ist die Salzglasur und verleiht den Gefäßen ihr charakteristisches Aussehen sowie einige wichtige Eigenschaften. Salzglasierte Gefäße sind somit robust, widerstandsfähig, wasserdicht und säurebeständig. Typische Farben sind Grau mit blauen Dekoren, aber auch das Farbspektrum Rot bis Braun. Die Oberfläche hat eine glänzende, feine bis orangenhautähnliche Struktur.
Hervorzuheben ist, dass das Gefäß durch die Salzglasur sehr robust wird, absolut geschmacksneutral ist, natürlich wasserdicht, gegen jede Art von Säuren beständig und aufgrund seiner Ungiftigkeit auch ideal zum Aufbewahren von Lebensmitteln. Typisch für Gefäße mit Salzglasur sind relativ dickwandige Töpfe, Krüge, Vasen, Schalen und Haushaltsgeschirr zur Aufbewahrung von Speisen sowie zum Beispiel Gärtöpfe zur Herstellung von Sauerkraut.
Das Problem des Brennvorgangs für die Umwelt Heutzutage wird Salzglasur nur von wenigen durchgeführt werden, da die Emissionen gefährlich sind. Kochsalz zerfällt nicht nur in Natrium, sondern auch in Chlorgas. Dieses verbindet sich in der Atmosphäre mit Wasser zu Salzsäure. Es gibt deshalb Projekte, die das verhindern sollen, indem andere Stoffe verwendet werden. Beispielsweise wurden Versuche mit Natronlauge gestartet. Beim Glasieren mit NaOH entweicht offenbar Wasser als Reaktionsprodukt. Die Abgase sind durch das ausgetragene NaOH zwar nicht völlig neutral, aber deutlich unkritischer als die massiven HCl- und NaCl-Emissionen beim Einsatz von Kochsalz. Einzelnachweise
Kategorie:Beschichtungsverfahren Kategorie:Stoffeigenschaften änderndes Fertigungsverfahren Kategorie:Brennen oder Sintern Kategorie:Töpferei Kategorie:Keramischer Werkstoff