mini|Moritz August von Rochow (1649). Moritz August von Rochow (* 28. Juni 1609; † 25. August 1653 in Dittmannsdorf, Herzogtum Schweidnitz) war ein kurbrandenburgischer Obrist über ein Regiment zu Fuß, danach kaiserlicher Generalwachtmeister und Obrist, zudem Landesältester des Fürstentums Jauer und des Fürstentums Schweidnitz. Er war zudem Erbherr auf Goltzow in der Mark Brandenburg sowie Erbherr und Lehnsherr der Herrschaft Königsberg zudem Herr von Gastershausen und Raben im Fürstentum Schweidnitz. Er war der „Behende“ in die „Fruchtbringende Gesellschaft“.

Sein Vater Wichmann von Rochow (1603–1632) war kurbrandenburgischer Oberjägermeister und (Amts)-Hauptmann von Lehnin. Seine Mutter war dessen Ehefrau Hedwig von Röbel (* 1581; † 10. Mai 1631), sie war die Tochter von August Moritz von Röbel (* 1548; † 3. September 1606) und Ursula von Burgsdorff († 1596).

Leben Schon 1631 war er kurbrandenburgischer Major, später wurde er zum Kommandanten der Festung Peitz ernannt. Nach dem Prager Frieden vom 12. Juni 1636 sollte zur Rückeroberung von Pommern von den Schweden ein Heer von 6000 Mann zu Fuß und 1000 Reitern aufgestellt werden. Eines der Regimenter gehörte Rochow. Er zog mit diesem gegen den bei Küstrin stehenden General Wrangel und wurde gefangen genommen, aber bald wieder gegen den schwedischen Obrist Hardenstruck ausgetauscht. Als Nächstes versuchte er mit 2000 Mann Frankfurt an der Oder zu erobern, was misslang. Dafür konnte er dann Landsberg an der Warthe entsetzen. Im Jahr 1638 wurde er Obrist und KommandantJulius Mebes: Beiträge zu Geschichte des Brandenburgisch-Preußischen Staates und Herres. Erster Band, Verlag In Commission der Lüderitz’schen Verlagsbuchhandlung (A. Charisius), Berlin 1861, S. 919. (Digitalisat) von Spandau, wo er die Festung erst wieder verteidigungsbereit machte. Er beantragte beim Kaiser die Genehmigung zur Hochzeit und den Freiherren Titel. Am 17. Januar 1640 wurde er vom Kaiser in den Freiherrenstand erhoben, es wurde ihm beides gewährt und auch die beachtlichen Gebühren wurden erlassen. 1641 wurde er als „der Behende“ in die „Fruchtbringende Gesellschaft“ aufgenommen.

Er gehörte zur Partei des Grafen Adam von Schwarzenberg, der als Unterstützer des Kaisers gegen den brandenburgischen Kurfürsten stand. Als Kurfürst Friedrich Wilhelm an die Macht kam, sollte Rochow mit seinem Regiment dem Kurfürsten die Treue schwören. Rochow verweigerte dieses, mit der Begründung, er und sein Regiment hätten dem Kaiser geschworen. Dafür wurde er 1641 abgesetzt und zunächst in Spandau arrestiert. Nach einiger Zeit durfte er sich wieder in der Stadt bewegen und nutzte die Gelegenheit mit dem Grafen von Schwarzenberg zur Flucht. Mit Hilfe seines Vetters, dem Rittmeister Adolph Ehren(t)reich von Rochow, konnte er zusammen mit seinem Pagen von der Marwitz sowie zwei Kammerdienern zum Kaiser nach Regensburg. Der Kaiser gab ihm am 14. September 1641 das Patent als Obrist. Er begann gleich danach ein Regiment zu werben, das bis 1643 bestehen sollte. Der Kaiser schickte ihn als Kommandant nach Glogau, das er mit 500 Mann und 200 Kroaten verteidigt. Dem General Lennart Torstensson verlangt die Übergabe, die Rochow verweigert. Den nachfolgenden Sturm kann er aber nicht abwehren und geriet wieder in Gefangenschaft. mini|Zeitweiliger Wohnsitz: Die Kynsburg. Der Kurfürst versuchte in der Zwischenzeit (1644) Rochow anzuklagen, musste den Prozess auf Druck des Kaisers aber einstellen. So erhielt er im November 1647 einen Geleitbrief, um wieder in die Mark Brandenburg zu kommen. Dafür musste er seine Vergehen gestehen und die Strafe annehmen, so kam es zur Aussöhnung mit den Kurfürsten und durfte weiter in kaiserlichen Diensten bleiben. 1646 bis 1649 war er somit nochmals Inhaber eines kaiserlichen Regiments zu Fuß. Im Jahr 1651 wechselte er mit einer Empfehlung von Kaiser Ferdinand III. als Obrist-Feldwachtmeister in kurbrandenburgische Dienste. Er starb am 25. August 1653 in Dittmannsdorf in Schlesien.

Familie Er heiratete am 6. November 1640 die Gräfin Anna Katharina von Hohenzollern (* 4. Mai 1618; † 15. Februar 1670). Sie war ursprünglich mit dem Obristen Freiherr Eberhard von Mannteuffel gen Szoege (* 1590; † 24. Dezember 1637) verlobt gewesen, der aber kurz vor der Hochzeit starb. Sie war die Tochter desDr. Geistheim: Nachrichten von dem Leben des Grafen Johann Georg von Hohenzollern-Sigmaringen (Schluß), In: A. E. Brachvogel: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley. 1863. Nr. 15, Verlag G. Hickethier-Comm. Behr (E. Bock), Berlin, den 8. April 1863, S. 94. (Digitalisat) Grafen Johann Georg zu Hohenzollern-Sigmaringen (1580–1622) und dessen erster Ehefrau Freiin Eleonore von Promnitz. Das Paar hatte folgende Kinder: Ferdinand Wilhelm Anton, kaiserlicher Hauptmann, ⚭ Anna Catharina Gräfin von HohenthalAdolph Friedrich Riedel (Hrsg.): Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken, und sonstigen Geschichtsquellen für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten. Hauptt(h)eil 1/Band 10, Verlag G. Reimer, Berlin 1856, S. 117 f. (Digitalisat) Anna Ursula ⚭ Freiherr von Leftwitz Erbherr auf Ottendorf, Thiergarten und Rosen Ester (* 8. Januar 1652; † 28. Juli 1692), Liederdichterin ⚭ Johann Wenzel von BaruthC. Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neu-Auflage, Band 6/8: Der abgestorbene Adel der Preussischen Provinz Schlesien. Band 1, Bauer und Raspe E. Küster, Nürnberg 1887, S. 5. (Digitalisat)

Sein Wappen und das seiner ersten GemahlinAugust Zemplin: Beschreibung und Geschichte der Burg Kynsberg im Schlesierthale des Fürstenthums Schweidnitz bis zum Jahre 1823. 2. Auflage, Verlag der Kunst- und Buchhandlung J. D. Gruson und Co., Breslau 26. Oktober 1826, S. 16. (Digitalisat) fand sich nachweislich noch 1823 an der schlesischen Burg Kynsburg.

Nach dem Tode von Rochow heiratet 1659 die Witwe den Grafen Heinrich Christoph von Hochberg († 6. November 1675).

Literatur Moritz August v. Rochow, In: Anton Balthasar König: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen. Band III, Verlag Arnold Wever, Berlin 1790, S. 294 f. Digitalisat Moritz August v. Rochow, In: Adolph Friedrich August von Rochow-Stülpe: Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts derer von Rochow und ihrer Besitzungen. Ernst und Korn, Berlin 1861, S. 87 ff. Digitalisat Moritz August(us) von Rochow, In: C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley. Jahrgang 27, Nr. 43, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin, den 27. Oktober 1886, S. 253 ff. Digitalisat

Quellen Moritz August von Rochow an Fürst August von Anhalt-Plötzkau Slg. 15, Nr. 89. 1641 (Akte)Vgl. Moritz August von Rochow an Fürst August von Anhalt-Plötzkau Archivportal-D./ Landesarchiv Sachsen-Anhalt/Slg. 15, Nr. 89 (Benutzungsort: Dessau) 2933.

Weblinks Rochow, Moritz August v. bei Käiser und Höfe/LMUniv.M. Moritz August von Rochow bei 30jaehrigerkrieg.de. v. Rochow bei Zeno.org

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft Kategorie:Oberst (Brandenburg-Preußen) Kategorie:Infanterist (Brandenburg-Preußen) Kategorie:Militärperson im Dreißigjährigen Krieg (Brandenburg-Preußen) Kategorie:Oberst (HRR) Kategorie:Infanterist (HRR) Kategorie:Militärperson im Dreißigjährigen Krieg (HRR) Moritz August Kategorie:Adliger Kategorie:Geboren 1609 Kategorie:Gestorben 1653 Kategorie:Mann