mini|Porträt von Franz Michael Lutz auf einer historischen Ehren-Schießscheibe, 1912 Franz Michael Lutz (* 16. Juli 1849 in Limbach, Unterfranken; † 12. August 1913 in Wilderswil, Schweiz) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Oberbürgermeister von Bamberg.
Leben und Wirken Franz Michael Lutz wurde am 16. Juli 1849 in Limbach (heute ein Ortsteil der Stadt Eltmann) geboren. Über seine frühen Jahre ist wenig bekannt. Er absolvierte ein Jurastudium, das er mit dem Doktortitel abschloss. Anschließend trat er in den Verwaltungsdienst der oberfränkischen Stadt Bamberg ein. In den Neuesten Bamberger Nachrichten vom 5. Juli 1878 wurde bekanntgegeben, dass der bisherige „geprüfte Rechts-Praktikant“ Franz Michael Lutz durch das Kollegium der Stadtgemeinde-Bevollmächtigten einstimmig zum dritten „rechtskundigen Magistratsrath“ gewählt worden sei.Bamberger Neueste Nachrichten, Nr. 181 vom 5. Juli 1878, S. 4 (Digitalisat) Auch das Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern für das Jahr 1879 führt den damals 30-Jährigen als rechtskundigen Magistratsrat der Stadt Bamberg auf.Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, München 1879, S. 336 (Digitalisat) Am 13. November 1905 wurde Franz Michael Lutz zum hauptamtlichen Ersten Bürgermeister von Bamberg ernannt, 1908 erhielt er den Titel „Oberbürgermeister“. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne. Politisch gilt er als zentrumsnah. In die erste Phase seiner Amtszeit fiel 1905 die Einweihung des neuen repräsentativen Vereinshauses für den Katholischen Arbeiterverein, eines Prestigeobjekts der Stadt mit Versammlungsräumen, Wirtschaftslokal und Volksbibliothek, das vom Bamberger Erzbischof Friedrich Philipp von Abert in Lutz’ Anwesenheit eingeweiht wurde. Im Jahr 1908 übernahm Lutz in seiner Funktion als rechtskundiger Bürgermeister Bambergs das Amt des Präsidenten des Landesorganisationskomitees für den III. Internationalen Kongress für Schulhygiene, der im Frühjahr 1910 in Paris stattfinden würde.Archives internationales d’hygiène scolaire, Band 5, O. Gmelin, 1908, S. 7 (Digitalisat).
Bei der Einweihung der großen neuen Bamberger Synagoge am 11. September 1910 wandte sich Oberbürgermeister Lutz in seiner Ansprache mit folgenden Worten an den Vorstand der jüdischen Gemeinde:
Er erlebte nicht mehr, dass 28 Jahre später ausgerechnet einer seiner Nachfolger im Amt, Lorenz Zahneisen, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 diese Zusage ignorierte und die Zerstörung der Synagoge durch Brandschatzung befahl.
Franz Michael Lutz starb überraschend während eines Urlaubsaufenthalts in der Schweiz am 12. August 1913 im Alter von 64 Jahren. Er wurde auf dem Bamberger Hauptfriedhof bestattet. Die Stadt Bamberg widmete ihm dort ein Ehrengrab, in dem auch seine 1935 verstorbene Ehefrau Barbara Magdalena (geb. Steinheimer, 1859–1935) ruht.
Porträt Das Aussehen von Oberbürgermeister Franz Michael Lutz ist durch ein Porträt auf einer historischen hölzernen Ehren-Schießscheibe überliefert. Diese traditionellen Auszeichnungen für Schießwettbewerbe waren im süddeutschen Raum verbreitet und wurden oft zu Ehren von Persönlichkeiten gestiftet. Die auf den 5. Mai 1912 datierte handbemalte Scheibe zeigt Lutz als Oberbürgermeister und „Schützencommissär“ – ein Jahr vor seinem Tod. Sie entstammt der Sammlung der Vorm. privil. Schützengesellschaft 1306 Bamberg und diente als Preis für ein lokales Preisschießen.
Auszeichnungen und Ehrungen mini|hochkant|Ehrengrab der Stadt Bamberg für Franz Michael Lutz Gemäß dem Deutschen Ordens-Almanach hatte Franz Michael Lutz (Stand 1908) folgende Orden und Ehrenzeichen erhalten:Deutscher Ordens-Almanach. (Deutsche Ordensliste). Herausgegeben unter amtlicher Förderung und nach amtlichen Quellen. Jahrgang 1908/9, S. 935 (Digitalisat, Volltext auf archiv.ub.uni-marburg.de). Bayerischer Verdienstorden vom heiligen Michael 4. Klasse Kriegsdenkmünze für die Feldzüge 1870–1871 Erinnerungsmedaille Zentenarmedaille Päpstliches Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice
Eine ältere Quelle benennt Lutz zudem als Ehrenbürger von Bamberg. Er wird allerdings in einem Flyer, der 2008 begleitend zu einer Ausstellung des Stadtarchivs mit dem Titel Wegen besonderer Verdienste… Bambergs Ehrenbürger herausgegeben wurde, als solcher nicht aufgeführt.
Literatur Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Bd. 18, 1913 (Totenliste 1913, Sp. 107)
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Einzelnachweise
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