Schönau ist eine Gemarkung (099970), die mit ihrer Fläche von etwa 1334 Hektar vollständig auf dem Gebiet der Gemeinde Schönau am Königssee im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land liegt. Bis 1978 war Schönau eine eigenständige Gemeinde.
Geschichte Gemeindegliederung Die ehemalige Gemeinde Schönau gliederte sich in die drei Ortsteile bzw. Gnotschaften: Hinterschönau Oberschönau Unterschönau Hinter-, Ober- und Unterschönau sind nunmehr Ortsteile bzw. Gnotschaften von Schönau am Königssee.
Namensgleiche Urgnotschaft des Berchtesgadener Landes mini|550px|Panorama über das Schönau-Plateau mit den Bergen der Berchtesgadener Alpen Im Zuge des 1377 ausgestellten „Landbriefs“ von Propst Ulrich WulpJoseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 2, ab S. 27 f. wurde Schönau mit den bis 1817 namenlosen acht „Gnotschaftsbezirken“ Faselsberg, Königssee, Hinterschönau, Oberschönau I, Oberschönau II, Schwöb, Unterschönau I und Unterschönau II vermutlich schon ab Ende des 14. Jahrhunderts zu einer der acht „Urgnotschaften“ des Berchtesgadener Landes.Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 2, ab S. 145 f. Die Gebietsfläche des Berchtesgadener Landes entsprach ab 1155 dem Kernland des Klosterstifts Berchtesgaden, das 1380 zur Reichsprälatur Berchtesgaden und 1559 zur reichsunmittelbaren Fürstpropstei Berchtesgaden erhoben worden war. Erste schriftliche Erwähnung als Gnotschaft, deren Zuständigkeitsbereich jedoch die einstigen bäuerlichen Anwesen ungefähr auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Schönau am Königssee umfasste, findet Schönau im ersten Steuerbuch des Berchtesgadener Landes von 1456.Zu „Urgnotschaften“ und Steuerbuch siehe Manfred Feulner: im Auftrag der Blaskapelle Maria Gern. Literatur und Quellen: berchtesgadeninfo.de, Marktarchiv Berchtesgaden, Abt. Maria Gern.Dieter Albrecht: Fürstpropstei Berchtesgaden – Statistische Übersicht nach dem Stand von 1698. I. Land- und Pfleggericht Berchtesgaden. Kapitel: Gnotschaft Schönau. In: Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Heft 7, München 1954, S. 28 und 29. → Siehe zu diesem Absatz auch den Abschnitt: Geschichte in Fürstpropstei Berchtesgaden
Aufteilung der Urgnotschaft in die Gemeinden Schönau und Königssee Nach der Säkularisation von 1803 verlor das Berchtesgadener Land seine politische Eigenständigkeit als Fürstpropstei, darauf folgten kurz hintereinander drei Herrschaftswechsel. 1810 wurde das Berchtesgadener Land schließlich dem Königreich Bayern angegliedertJoseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 3, ab S. 121 f. und Schönau in die Gemeinden Schönau und Königssee geteilt. Die bisherigen Gnotschaftsbezirke der „Urgnotschaft“ werden bis zum heutigen Tag als „Gnotschaften“ bezeichnet. → Siehe zu diesem Absatz auch den Abschnitt: Nach der Säkularisation in Fürstpropstei Berchtesgaden
Die Gemeinde Schönau gliederte sich von 1817 bis 1978 in die drei Ortsteile bzw. Gnotschaften Hinterschönau (vormals 3. Gnotschaftsbezirk), Oberschönau (gebildet aus dem 2. Gnotschaftsbezirk Oberschönau I und dem 6. Gnotschaftsbezirk Oberschönau II) und Unterschönau (gebildet aus dem 7. Gnotschaftsbezirk Unterschönau I und dem 5. Gnotschaftsbezirk Unterschönau II). Die Bezeichnungen „Oberschönau I“ und „Oberschönau II“ sowie „Unterschönau I“ und „Unterschönau II“ für die vormaligen Gnotschaftsbezirke wurden vermutlich 1810 vergeben und 1817 nach deren Zusammenlegungen aufgegeben.
Zeit des Nationalsozialismus Das für die Gemeinde Schönau zuständige Bezirksamt Berchtesgaden wurde 1939 in Landkreis Berchtesgaden mit gleichem Zuständigkeitsbereich umbenannt.
1944 wurden die wertvollen Kunstgegenstände und Gemälde aus dem in Unterschönau am Bahnhof Unterstein abgestellten Göringzug ins Haus Hubertus gebracht, das Ludwig Ganghofer als Vorlage für seinen Roman Schloss Hubertus diente.Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit – Ergänzungsband I. S. 456.
Gebietsreform in Bayern Am 1. Juli 1972 ist im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Schönau in den neuen und, im Vergleich zum darin aufgegangenen Landkreis Berchtesgaden, erweiterten Landkreis Bad Reichenhall angegliedert worden, der am 1. Mai 1973 in Landkreis Berchtesgadener Land umbenannt wurde. Vor der Gebietsreform (1964) hatte Gemeinde Schönau eine Fläche von 1334,34 Hektar.
Nachdem bereits der Gemeinderat von Schönau (westlich der Königsseer Ache) am 18. Dezember 1975 und der Gemeinderat von Königssee (östlich der Königsseer Ache einschließlich der separaten Gemarkung Forst St. Bartholomä) am 22. Dezember 1975 einem freiwilligen Zusammenschluss zugestimmt haben, wurde Ende März 1977 in beiden Gemeinden ein Anhörverfahren durchgeführt, bei dem sich 53 Prozent für den neuen Gemeindenamen „Schönau am Königssee“ aussprachen.Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit – Ergänzungsband I. S. 227. Am 1. Mai 1978 erfolgte dann schließlich die Zusammenlegung der beiden Gemeinden zur Gemeinde Schönau am Königssee. Gemäß einer Quelle des Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung wurde dazu die damalige Gemeinde Königssee in die Gemeinde Schönau eingegliedert und der Gemeindename in Schönau am Königssee geändert.
Politik Wappen Die Gemeinde führte seit 1964 ein Wappen:
Kultur und Sehenswürdigkeiten Naturschönheiten
Bauwerke Hierunter werden soweit bekannt und relevant lediglich alle in der Gemarkung Schönau stehenden Bauwerke gelistet. mini|Hubertuskapelle im Winter, 2011 → Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schönau am Königssee
Sakralgebäude evangelisch-lutherisch Die Hubertuskapelle wurde 1761 und 1797 als römisch-katholisches Gotteshaus geweiht, 1860 jedoch an einen Privatmann verkauft, der sie zweckentfremdet nutzte. Seit 1957 dient sie als Gotteshaus der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Berchtesgaden, die das Gebäude 2010 schließlich auch erworben hat und danach vollständig restaurieren ließ.
römisch-katholisch Mariä Sieben Schmerzen ist die Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarrei Unterstein / Schönau am Königssee. Ihre Grundsteinlegung erfolgte am 21. August 1932 in Anwesenheit des Weihbischofs Johannes Schauer, die Kirchweihe vermutlich am 26. März 1933 durch Kardinal Michael von Faulhaber. Aus der abgebrochenen Graf-Arco-Kirche wurden Bauteile für den Neubau und aus finanziellen, aber auch aus Pietätsgründen die gesamte (alte) Inneneinrichtung übernommen. Zur Geschichte der Pfarrkirche Mariä Sieben Schmerzen mit z. T. widersprüchlichen oder zumindest missverständlichen Jahresangaben
Weitere Kapellen der römisch-katholischen Pfarrei Unterstein / Schönau am Königssee in der Gemarkung Schönau sind: Zu den Kapellen der römisch-katholischen Pfarrei Unterstein / Schönau am Königssee Graben-Kapelle (Kapellenweg in Schönau, Feldkapelle, mit Dachreiter, 18. Jh., mit Ausstattung; zum Grabenlehen gehörig, aufgenommen als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste) Unterartenreitlehen-Kapelle (auch: Zulehen-Kapelle, Artenreitweg in Schönau, erbaut 1972) Vorderbrand-Kapelle (Die die Kapelle „am Vorderbrand“ zählt zu den bekanntesten Kapellen der Pfarrei. Ausgestattet mit Marienfigur, gespendet am 10. Mai 1884 von „Gebirgsfreunden und Verehrern der Madonna“)
Einrichtungen Oberschönau ist Sitz der Gemeindeverwaltung von Schönau am Königssee und des Pfarrhauses der römisch-katholischen Pfarrei.
In Unterschönau befindet sich die weltweit erste Kunsteisbahn für Rennrodeln, Bob und Skeleton (siehe: Kunsteisbahn Königssee).
Von 1909 bis 1965 war auf dem Triftplatz an der Gemeinde- und Schönauer Ortsteilgrenze zu Berchtesgaden gegenüber dem Hauptbahnhof Berchtesgaden der Königsseer Bahnhof, der als Ausgangspunkt für die Königsseebahn zum Königssee diente. Der Triftplatz wurde zudem jahrzehntelang bis zu einem Raumordnungsverfahren von 2009 für einen halbjährlich abgehaltenen Rummelplatz sowie für Flohmärkte und Festzelte genutzt.
Sport und Sportvereine Die SG Schönau (Sportgemeinschaft Schönau), gegründet 1955, ist ein Sportverein mit den Abteilungen Fußball, Eisstockschießen, Turnen, Volleyball, Tischtennis und Leichtathletik.sgschoenau.de Homepage des SG Schönau Hauptvereins Die „Postsport-Gemeinschaft Berchtesgaden“ wurde 1960 mit den Abteilungen Fußball, Ski Alpin, Eisstockschießen und Kegeln gegründet und schloss sich 1961 als selbständiger Zweigverein der SG Schönau an. 1968 erfolgte die Umbenennung in „Postsportverein-Berchtesgaden“, der sich noch um die Abteilungen Leichtathletik, Freizeitsport, Tennis, Langlauf, Triathlon und Bergsport erweiterte.sgschoenau.de Website zum Postsportverein-Berchtesgaden innerhalb der SG Schönau.
Literatur Hellmut Schöner (Hrsg.): Das Berchtesgadener Land im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4; S. 18, 227, 226–234, 456.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Berchtesgadener Land Kategorie:Geographie (Schönau am Königssee) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Berchtesgadener Land) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung in Schönau am Königssee