Malaika Mihambo (* 3. Februar 1994 in HeidelbergChristian Beister: In: Schwetzinger Zeitung, 9. August 2013, S. 28.) ist eine deutsche Leichtathletin. Neben ihrer Schwerpunktdisziplin Weitsprung geht sie auch in Sprints an den Start. Im Weitsprung wurde sie 2019 und 2022"Wieder Gold" auf Sportschau.de. Abgerufen am 25. Juli 2022 Weltmeisterin, 2020 Olympiasiegerin sowie 2018 und 2024 Europameisterin.
Leben Mihambos Vater stammt aus dem zu Tansania gehörenden Sansibar, ihre Mutter aus Deutschland.Michael Rappe: „Baue mir keine Luftschlösser“. In: Schwetzinger Zeitung, 16. Juli 2013, abgerufen am 29. Juli 2014. Ihr Vorname Malaika bedeutet auf Kisuahili Engel, entlehnt aus dem Arabischen ملائكة.WM-Hoffnung Mihambo: Der „Engel“ fliegt immer weiter. In: Süddeutsche Zeitung, 31. Juli 2019. Mihambo besuchte die Internationale Gesamtschule HeidelbergDieter Heinzmann: In: Rhein-Neckar-Zeitung, 27. Juni 2011, abgerufen am 29. Juli 2014. und legte dort 2012 ihr Abitur ab. In: leichtathletik-rnk.de, 29. März 2012, abgerufen am 29. Juli 2014. Zum Herbstsemester 2012/13 begann sie ein durch das Sportstipendienprogramm der Universität gefördertes Bachelorstudium der Politikwissenschaft an der Universität Mannheim, In: uni-mannheim.de, abgerufen am 29. Juli 2014. das sie 2016 erfolgreich abschloss. Seit April 2019 studiert Mihambo im weiterbildenden Masterstudiengang Umweltwissenschaften an der Fernuniversität in Hagen und arbeitet in einem Sozialprojekt für Kinder mit.Gerd Dapprich: In: fernuni-hagen.de, 2. Oktober 2019, abgerufen 4. Oktober 2019. In: leichtathletik.de, 4. Oktober 2019, abgerufen 4. Oktober 2019.
Sportliche Karriere Jugend Nachdem sie zunächst Erfahrungen im Ballett, Turnen und Judo gesammelt hatte, begann Mihambo im Alter von acht Jahren mit der Leichtathletik.Birgit Schillinger: „Das bin ich nicht gewöhnt“. In: Schwetzinger Zeitung, 9. Juli 2011, abgerufen am 29. Juli 2014.
Auf nationaler Ebene trat Mihambo erstmals bei den deutschen Schülermehrkampf- und Blockmeisterschaften im August 2008 in Rhede in Erscheinung, wo sie in dem aus fünf Einzeldisziplinen bestehenden Block Sprint/Sprung den zweiten Platz der Altersklasse W14 belegte. In: leichtathletik.de, abgerufen am 29. Juli 2014. Im folgenden Jahr erreichte sie bei den gleichen Meisterschaften in Bad Oeynhausen den dritten Platz im Siebenkampf der Altersklasse W15; zusammen mit Carina Frey und Marie Kias gewann Mihambo den Teamwettbewerb im Siebenkampf. In: leichtathletik.de, abgerufen am 29. Juli 2014. Im selben Jahr verbesserte sie mit Carina Frey, Chantal Berg und Marie Kias die deutsche Schülerbestleistung in der 4-mal-100-Meter-Staffel der LG Kurpfalz auf 47,52 s.
Im Weitsprung übertraf sie bei den Deutschen B-Jugendmehrkampf-Hallenmeisterschaften im Januar 2010 in Frankfurt am Main erstmals die Weite von sechs Metern (6,17 m) und wurde Vizemeisterin im Fünfkampf mit 3891 Punkten. Ein Jahr später gewann sie bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Jena den Weitsprung der weiblichen B-Jugend mit 6,40 m. Im selben Jahr trat sie bei den Jugendweltmeisterschaften in Lille an und erreichte im Finale Platz 9. Im Februar 2012 wurde sie in Sindelfingen mit 6,45 m Deutsche Jugendmeisterin in der HalleSilke Bernhart: Malaika Mihambo krönt Tag zwei der Jugend-DM. In: leichtathletik.de, 19. Februar 2012, abgerufen am 5. August 2013. und im Juni 2012 sprang sie bei der Bauhaus-Juniorengala in Mannheim – mit irregulären 3,6 m/s Rückenwind – 6,50 m weit. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2012 in Barcelona schied sie in der Qualifikation aus. mini|Deutsche Meisterschaften 2018 zentriert|rahmenlos|class=notpageimage|150px|Unterschrift Malaika Mihambo (Autogramm) deutsche Leichtathletin
2013 und 2014 Im Mai 2013 erreichte sie, nunmehr als A-Jugendliche, bei der cosinus Kurpfalz Gala in Weinheim – bei ebenfalls irregulären 2,8 m/s – 6,80 m, eine größere Weite als Michelle Weitzel, die Siegerin bei den Erwachsenen.Silke Bernhart: Malaika Mihambo – Sprung in neue Dimensionen. In: leichtathletik.de, 29. Mai 2013, abgerufen am 5. August 2013.Malaika Mihambo setzt echtes Ausrufezeichen. In: Schwetzinger Zeitung, 29. Mai 2013, abgerufen am 5. August 2013. Bei den Junioreneuropameisterschaften in Rieti Ende Juli 2013 gewann sie mit 6,70 m die Goldmedaille.Silke Bernhart: U20-EM – Malaika Mihambo wird zur Überfliegerin. In: leichtathletik.de, 21. Juli 2013, abgerufen am 5. August 2013. Eine Woche später gewann sie im Weitsprung den Titel bei den deutschen A-Jugendmeisterschaften in Rostock mit 6,60 m. Daraufhin wurde sie als jüngstes Teammitglied für die Weltmeisterschaften 2013 in Moskau nominiert.Peter Schmitt: DLV, 30. Juli 2013, abgerufen am 5. August 2013. Dort belegte sie mit 6,49 m den 18. Platz. In: leichtathletik.de, abgerufen am 26. Januar 2014 (PDF, 216 kB) Im Januar 2014 wurde sie zur Jugend-Leichtathletin des Jahres 2013 gewählt.„Leichtathleten des Jahres“ 2013 gewählt. In: leichtathletik.de, 22. Januar 2014, abgerufen am 26. Januar 2014.
Ende Mai 2014 sprang sie wiederum bei der cosinus Kurpfalz Gala eine neue persönliche Bestleistung von 6,81 m, womit sie die Qualifikationsnorm für die Europameisterschaften im August in Zürich übertraf.dpa-Meldung: Reif und Malkus mit Weltklasseweiten in Weinheim. In: Berliner Zeitung, 31. Mai 2014, abgerufen am 31. Mai 2014. Eine Woche später steigerte sie sich bei ihrem Sieg bei der Regensburger Sparkassen-Gala auf 6,88 m.Christian Fuchs: Auch Malaika Mihambo packt 6,88 Meter aus. In: leichtathletik.de, 7. Juni 2014, abgerufen am 7. Juni 2014. Bei der Team-Europameisterschaft in Braunschweig verbesserte sie sich am 22. Juni auf 6,90 m, mit denen sie den Weitsprungwettbewerb gewann. Website der EAA, abgerufen am 22. Juni 2014 (englisch). In: ndr.de, 22. Juni 2014, abgerufen am 22. Juni 2014. Am 27. Juli 2014 gewann Mihambo bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm mit einer Weite von 6,60 m die Bronzemedaille hinter Melanie Bauschke und Sosthene Moguenara. Zwei Wochen später verpasste sie bei den Europameisterschaften 2014 in Zürich nur knapp eine Medaille. Die mit ebenfalls 6,65 m weitengleiche Russin Darja Klischina gewann aufgrund eines besseren zweitbesten Sprunges die Bronzemedaille, Mihambo belegte den vierten Rang.EM Tag 2 – Harting unschlagbar, Bronze für Roleder. In: leichtathletik.de, 13. August 2014.
2015 und 2016 Nach dem Saisonstart im Mai 2015 und dem Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft In: tsv-oftersheim.de, 16. Mai 2015. belegte Mihambo Anfang Juni beim Diamond-League-Meeting in Rom den vierten Rang und übertraf mit 6,79 m die geforderte Weltmeisterschaftsnorm. In: tsv-oftersheim.de, 4. Juni 2015. Noch im selben Monat folgte der Gewinn der deutschen U23-Meisterschaft. In: tsv-oftersheim.de, 15. Juni 2015. Am 12. Juli gewann Mihambo im estnischen Tallinn mit einer Weite von 6,73 m die U23-Europameisterschaft vor Jazmin Sawyers und Alina Rotaru,Martin Neumann: Malaika Mihambo fliegt in Tallinn zum Titel. In: leichtathletik.de, 15. Juni 2015. belegte jedoch zwei Wochen später bei den Deutschen Meisterschaften lediglich den neunten Platz.Mihambo erlebt Debakel bei DM. In: Mannheimer Morgen, 25. Juli 2015, abgerufen am 1. August 2015. Ende Juli wurde Mihambo als Teil des 66-köpfigen deutschen Aufgebots für die Weltmeisterschaften in Peking nominiert.Peter Schmitt: DLV nominiert 66 Athleten – Harting entscheidet kurzfristig über WM-Einsatz. In: leichtathletik.de, 29. Juli 2015. Dort erreichte sie mit neuer Saisonbestleistung von 6,84 m mit ihrem ersten Sprung in der Qualifikation das Finale,Ergebnisse der Qualifikation. Website der IAAF. in dem sie mit 6,79 m den sechsten Platz belegte.Ergebnisse des Endkampfs. Website der IAAF.
Nach einer im Dezember 2015 aufgekommenen beidseitigen PatellasehnenreizungMichael Rappe: Der olympische Traum lebt. In: morgenweb.de, 24. Juni 2016. konnte Mihambo erst Anfang Mai 2016 beim Trainingslager im türkischen Belek in die Saison starten.Pamela Ruprecht: Trainingslager IV: DLV-Springer holen sich optimalen Schliff in Belek. In: leichtathletik.de, 6. Mai 2016. Bei einem von stark wechselnden Winden gekennzeichneten Wettkampf bei den deutschen Meisterschaften in Kassel wurde Mihambo am 18. Juni mit einer Weite von 6,72 m erstmals deutsche Meisterin vor Alexandra Wester und Maryse Luzolo, wegen irregulären Rückenwindes wurde die Siegerweite allerdings nicht als Erfüllung der vom DLV geforderten Qualifikationsnorm (6,70 m) für die Olympischen Spiele anerkannt.Kassel am Samstag – Die DM-Entscheidungen der Frauen. In: leichtathletik.de, 18. Juni 2016. In der Qualifikation der Europameisterschaften in Amsterdam am 7. Juli erreichte sie mit einer Weite von 6,76 m die nationale Olympianorm In: handelsblatt.com, 6. Juli 2016. und gewann am Folgetag mit 6,65 m hinter Ivana Španović und Jazmin Sawyers die Bronzemedaille.Silke Morrissey: Malaika Mihambo fliegt zur Bronzemedaille. In: leichtathletik.de, 8. Juli 2016. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro steigerte Mihambo ihre Bestleistung auf 6,95 m und belegte damit im Weitsprungfinale den vierten Platz.
2017 und 2018 Bei den Deutschen Meisterschaften 2017 in Erfurt belegte Mihambo den dritten Platz. 2018 holte sie sich in Dortmund den Titel bei den Deutschen Hallenmeisterschaften. Ende Februar 2018 wurde sie anhand des Rankingverfahrens des Leichtathletikweltverbandes IAAF zu den Hallenweltmeisterschaften in Birmingham eingeladen, da sie zwar mit einer Saisonbestleistung von 6,72 m die offizielle Norm um vier Zentimeter verpasst hatte, damit aber auf Platz vier der Welt rangierte.Silke Bernhart: , Notizen, auf: leichtathletik.de, vom 22. Februar 2018, abgerufen am 23. Februar 2018 Die Hallenweltmeisterschaften schloss Mihambo mit 6,64 m auf dem fünften Rang ab. In Nürnberg wurde sie Deutsche Meisterin. Am 11. August 2018 gewann sie bei den Europameisterschaften in Berlin mit einer Weite von 6,75 m die Goldmedaille. Beim Continentalcup in Ostrava belegte Mihambo mit der europäischen Mannschaft den zweiten Rang, wozu sie durch einen dritten Platz im Einzel beitrug.
2019 mini|Mihambo beim Eintragen ins Goldene Buch der Stadt Heidelberg im Beisein von OB Eckart Würzner (2021) mini|Eintrag von Mihambo im Goldenen Buch von Heidelberg (2021)
Nachdem Mihambo bereits beim ersten Wettkampf des Jahres in Sindelfingen die Norm für die Halleneuropameisterschaften geschafft hatte,Holger Schmidt: Malaika Mihambo springt Hallen-EM-Norm, Alina Kenzel bestätigt Richtwert. In: leichtathletik.de, 6. Januar 2019. gewann sie am 1. Februar das ISTAF Indoor in Berlin mit einer Weite von 6,99 m und verbesserte dabei ihre persönliche Hallenbestleistung um 27 Zentimeter.Silke Bernhart: 6,99 Meter – Malaika Mihambo begeistert mit Super-Serie. In: leichtathletik.de, 1. Februar 2019. Zwei Wochen später verteidigte sie bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig mit 6,72 m ihren Titel aus dem Vorjahr.Harald Koken: Hallen-DM 2019 Tag 2: Die Finals der Frauen. In: leichtathletik.de, 17. Februar 2019. Bei den Halleneuropameisterschaften in Glasgow belegte sie mit 6,83 m den vierten Platz. Am 6. Juni gewann sie das Diamond-League-Meeting Golden Gala in Rom mit einer neuen persönlichen Bestweite von 7,07 m. Erstmals seit der Jugend trat sie 2019 auch als Sprinterin in Erscheinung und errang bei den Deutschen Meisterschaften den dritten Platz im 100-Meter-Lauf. Die dort erreichte Zeit von 11,21 s lag unter der Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaften in Doha. Im Weitsprung verteidigte Mihambo mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 7,16 m ihren deutschen Meistertitel. Das war zudem neue Weltjahresbestleistung.