Pro Tell (Eigenschreibweise: PROTELL) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für eine liberale Waffengesetzgebung in der Schweiz engagiert.

Ziele Der Verein Pro Tell setzt sich gemäss eigenen Statuten für das «unabdingbare Recht auf Waffenbesitz, Waffenerwerb und Waffentragen» ein.Statuten von Pro Tell (PDF; 279 kB), abgerufen am 22. Januar 2019 In der Presse wurde der Verein in der Vergangenheit wiederholt mit der amerikanischen NRA verglichen.Thomas Ley (22. Dezember 2012): Die Waffenbrüder auf der anderen Seite des Atlantiks, in: tagesanzeiger.ch, abgerufen am 6. August 2013Neue Zürcher Zeitung (9. März 2003): Wie Tell gegen Vogt Gessler, in: nzz.ch, abgerufen am 6. August 2013 Als ständiger Vernehmlassungsadressat gibt der Verein Stellungnahmen zu neuen Gesetzesbestimmungen ab und lobbyiert für die Erhaltung des Schiesswesens und des Milizsystems in der Schweiz.Schweizerische Bundeskanzlei (24. Juni 2013): Liste der ständigen Vernehmlassungsadressaten (PDF; 0,3 MB), abgerufen am 6. August 2013Elmar Plozza (4. Januar 2013): Pro Tell: Kein Verständnis für ein schärferes Waffenrecht, in: Radio SRF 4 News, abgerufen am 6. August 2013Katharina Bracher: Waffenschutz-Initiative findet Unterstützung bei Jäger-Gruppe auf nzz.ch vom 26. Dezember 2010; abgerufen am 5. August 2013 In der Öffentlichkeitsarbeit bemüht sich der Verein, der – aus seiner Sicht – zunehmend negativen Wahrnehmung und Stigmatisierung der Schützen entgegenzuwirken.Schweizer Schiesssportverband (16. April 2007): Bürger und Soldaten nicht kriminalisieren, abgerufen am 6. August 2013

Der Verein tritt insbesondere durch den Kampf gegen eine Anpassung des Schweizer Waffenrechts an die Waffenrichtlinie der Europäischen Union in Erscheinung. 2005 erzwang er per Referendum eine Abstimmung zur Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dublin.Pro Tell (8. Januar 2005): Waffenrecht - proTELL ergreift Referendum gegen Schengen In: presseportal.ch, news aktuell (Schweiz) AG, abgerufen am 5. August 2013Schweizerische Bundeskanzlei (6. April 2005): Referendum gegen Schengen / Dublin zu Stande gekommen In: admin.ch, abgerufen am 5. August 2013 2019 unterstützt er das Referendum gegen die Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie im Schweizer Waffenrecht.

Organisation Der Name und das Logo des Vereins beziehen sich auf Wilhelm Tell, der als Freiheitskämpfer mit Armbrust für den Verein ein Symbol für den «freiheitlichen Waffenbesitz» darstellt. Dem Verein können gemäss Statuten Einzelpersonen und Kollektivmitglieder beitreten. Die Mitglieder werden zu praktischen und juristischen Fragen zum Waffenrecht beraten.Pro Tell (15. März 2010): Wer ist proTELL? (PDF; 0,3 MB), abgerufen am 6. August 2013

2016 kam es zu einem Eklat und Personalwechsel an der Vereinsspitze. Der bisherige Präsident, Willy Pfund, trat per sofort von seinem Amt zurück und sprach von einem «Putsch».Daniel Foppa: Eklat bei Waffenlobby Pro Tell. In: Tages-Anzeiger vom 11. September 2016 Der nachfolgende Präsident, Hans-Peter Wüthrich, trat nach acht Monaten ebenfalls abrupt ab. Aktueller Präsident ist der St. Galler Nationalrat Walter Gartmann.

Kontroversen Im Oktober 2017 geriet Pro Tell in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass Ignazio Cassis kurz nach seiner Wahl in den Bundesrat dem Verein beigetreten war. Aufgrund heftiger Kritik kündigte Cassis seine Mitgliedschaft bei Pro Tell nach einem Monat wieder.

Verschiedene Schweizer Medien, darunter die NZZ am Sonntag, berichteten im April 2018, dass sich der Verein zunehmend radikalisiere. In der Folge distanzierten sich einige bürgerliche Politiker von Pro Tell, darunter der Urner Ständerat Josef Dittli und die Aargauer Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni.

Siehe auch Waffen-Lobby Waffengesetz (Schweiz)

Weblinks Website von Pro Tell

Einzelnachweise

Kategorie:Interessenverband (Waffenbesitz) Kategorie:Interessenverband Kategorie:Verein (Bern) Kategorie:Vereinsgründung 1978