Ernst Leichtenstern, auch Ernst von Leichtenstern (* 22. April 1895 in Erlangen; † 2. April 1945 in Breslau), war ein deutscher Oberbürgermeister, NS-Propaganda- und Filmfunktionär zur Zeit des Nationalsozialismus.

Biografie Leichtenstern verließ im März 1914 vor dem Abitur das Wilhelmsgymnasium MünchenJahresbericht vom K. Wilhelms-Gymnasium zu München 1913/14. und nahm als Offizier der Kaiserlichen Marine am Ersten Weltkrieg teil; anschließend betätigte er sich in einem Freikorps.Hans-Christoph Blumenberg: Das Leben geht weiter. Der letzte Film des Dritten Reichs, Rowohlt-Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-87134-062-6, S. 47 Er war als Ingenieur tätig. Der NSDAP trat er zum 1. Juni 1930 bei (Mitgliedsnummer 257.343).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/25321650Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007, S. 364 Er war für die Partei Ortsgruppenleiter in Gilching.Helmut Heiber (Bearbeiter), Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Akten der Parteikanzlei der NSDAP, Teil 1 Regesten, Oldenbourg, München 1983, S. 73 Durch seine Beschäftigung als Elektriker im Braunen Haus knüpfte er Kontakte zur NS-Prominenz und stieg innerhalb der NS-Hierarchie auf.Bei der UFA machte man das so ... Kino - Das große Traumgeschäft. In: Der Spiegel, Ausgabe 3/1951 vom 17. Januar 1951, S. 21 Ab 1934 war er Gaupropagandaleiter bei der Gauleitung München-Oberbayern. Er wurde 1934 am Volksgerichtshof Laienrichter. Im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) leitete er zum Ministerialrat befördert von Januar 1938 bis August 1939 die Abteilung Film.Ingo Schiweck: "(...) weil wir lieber im Kino sitzen als in Sack und Asche." : der deutsche Spielfilm in den besetzten Niederlanden 1940–1945. Waxmann, Münster/New York 2002, S. 19. 1939/40 war er auf Wunsch von Joseph Goebbels als Nachfolger von Alfred Greven zeitweise Produktionschef der UFA. Da Leichtenstern jedoch über keine Erfahrung mit Filmproduktionen verfügte, wurde er nach kurzer Zeit wieder von diesem Posten entbunden.

Ab dem 7. April 1940 war er Oberbürgermeister von Görlitz.Joachim Lilla: Leitende Verwaltungsbeamte und Funktionsträger in Westfalen und Lippe (1918–1945/46). Biographisches Handbuch. Aschendorff, Münster 2004, ISBN 3-402-06799-4, S. 295. Von Görlitz wechselte er offiziell zum Juli 1944 nach Breslau, wo er bis zu seinem Tod im April 1945 Oberbürgermeister dieser Stadt war. Leichtenstern starb bei Kampfhandlungen während der Schlacht um Breslau.

Literatur

Weblinks Kurzbiografie – Projekt „Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien“

Einzelnachweise

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