Breese am Seißelberge ist ein Ortsteil der Gemeinde Nahrendorf im niedersächsischen Landkreis Lüneburg.
Geografie Das Dorf liegt 2 km südöstlich vom Kernbereich von Nahrendorf. Südwestlich, 2,5 km entfernt vom Dorf, liegt das Naturschutzgebiet Kellerberg. Breese am Seißelberge liegt am nördlichen Rand der Göhrde, die mit 75 km² das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet Norddeutschlands ist.
Das Dorf ist nach dem 95 m hohen Seißelberg benannt, der wenige hundert Meter nördlich des Dorfkerns liegt.
Geschichte Die erste Erwähnung findet Breese 1651 auf der Karte Ducatus Lunenburgensis von Justus Danckerts.
Wichtigkeit erlangt Breese am Seißelberge durch den Bahnhof Göhrde, der sich auf dem Gebiet von Breese am Seißelberge befindet und ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Wittenberge–Buchholz ist. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde im Jahr 1874 erbaut. Es diente bis 1913 als Empfangsstation für kaiserliche Jagden im Staatsforst Göhrde. Der Bahnhof verfügte 1938 über sieben Gleise, noch heute zeugen zwei Güterschuppen nördlich der Gleise von der ansonsten nicht mehr sichtbaren Anlage. Zwischen Bahnübergang und den Überresten der ehemaligen Ladestraße steht heute ein Funkturm für Telefon und Internetempfang.
Durch den Bau der Bahn und des Bahnhofsgebäudes erfolgte eine Neustrukturierung des Ortes. Die parallel zu den Gleisen verlaufende neugebaute Göhrder Bahnhofsstraße (heute Kreisstraße K6) wurde zur ortsbildprägenden Straße und führte um 1880 zur Umorientierung innerhalb des Dorfes und zu einer rechtwinkligen Neuordnung der Hofanlagen des ursprünglichen Rundlingdorfes. Nur noch ein Hof steht noch heute am südlicher gelegenen ehemaligen Rundling. Ein heute primär landwirtschaftlich genutztes Wege- und Straßennetz wurde durch die neue Straße und die Schiene abgelöst. Auf dem zwischen Lüben, Eichdorf und Breese am Seißelberge liegenden Hügel befindet sich seit über 300 Jahren eine Wegekreuzung, die früher wahrscheinlich durch sämtlichen Verkehr genutzt wurde, heute aber nur noch für Freizeit- und Landwirtschafts-Verkehr genutzt wird. Auf diesem Hügel und um diese Kreuzung spielte sich 1813 die Göhrdeschlacht ab.
Auf dem Pommoisseler Kriegerdenkmal werden drei im Zweiten Weltkrieg Gefallene sowie ein 1915 im Ersten Weltkrieg Gefallener aus Breese erwähnt.
Nordöstlich vom Bahnhof Göhrde liegen 12 Grabhügel.
Der heutige Ort besteht aus lediglich sechs Resthöfen, drei Altenteilen und dem Bahnhof. Breese am Seißelberge ist durch die Backsteinbauweise, den großen Abstand der Höfe zueinander und alten Baumbestand geprägt. Das älteste erhaltene Gebäude ist die Nr. 4. Es wurde 1854 noch am ehemaligen Rundling erbaut und 20 Jahre später 140 m nach Norden transloziert. Es steht beispielhaft für die Geschichte des Dorfes.
Den westlichen Abschluss des Dorfes bildet eine bis heute landwirtschaftlich genutzte ehemalige Raiffeisen-Halle, die zur Saatbau Dahlenburg EG gehörte. Der Baukörper besteht aus einem alten aus Backsteinen gemauertem Güterschuppen, zwei fünfgeschossigen Türmen und einer eingeschossigen Lagerhalle (2200 m²).
Am 17. Oktober 1928 wurde Breese nach Pommoissel eingemeindet.Amtsblatt der Regierung Lüneburg 1928, S. 255
Herkunft des Ortsnamens Der Ortsname Breese kommt insbesondere im hannoverschen Wendland mit besonderer Häufung vor (Breese im Bruche, Breese an der Göhrde, Breese in der Marsch). Sprachwissenschaftlich wird der Name überwiegend vom altslawischen breza („Birke“) abgeleitet. Ob diese Herleitung für Breese am Seißelberge gilt, ist fraglich, denn die Schreibweise variierte folgendermaßen: 1651 Preise, 1690 Preiße, 1717 Breise 1774 erstmals Breese am Sei[...]berg aber 1785 wiederum Pretse. Erst kurz vor der Jahrhundertwende entwickelt sich die einheitliche Schreibweise Breese aber noch mit unterschiedlichen Zusätzen. Es existiert sowohl Breese bei der Göhrde als auch Breese am Seißelberg/e. Diese Schreibweisen weisen wiederum starke Parallelen zu den Orten Preetz, Proitze und Breetze auf.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Nahrendorf Kategorie:Ort im Landkreis Lüneburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Lüneburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1928