mini|Pisten im Gebiet Idalpe mini|Gebiet um Samnaun mini|Elton John bei einem Konzert in Ischgl

Die Silvretta Arena ist ein Skigebiet in Ischgl (Tirol, Österreich) und in Samnaun (Graubünden, Schweiz). Trotz ihres Namens liegt sie nahezu vollständig in der Samnaungruppe. Die erste Seilbahn wurde 1963 eröffnet. Heute befördern 46 Liftanlagen Wintersportler auf bis zu Höhe. Es stehen 239 km Piste zur Verfügung, von denen mit Hilfe von 1100 Schneekanonen bis zu 80 % beschneit werden können. Damit ist sie das drittgrößte Skigebiet Tirols und das viertgrößte in Österreich. Bau und Betrieb erfolgen durch die Silvretta Seilbahn AG.

Saisoneröffnung und -ausklang werden regelmäßig mit großen Popkonzerten gefeiert. So stehen im Rahmen der Top of the Mountain Concerts internationale Stars in Ischgl auf der Bühne., bergfex.at. Im Sommer wird das Gebiet zum Wandern und Mountainbiken genutzt.

Geschichte

Die ersten Pisten und Liftanlagen 1961–1969 Am 18. April 1961 legten 73 Gesellschafter, von denen ein Großteil Bauern aus Ischgl und der näheren Umgebung waren, mit der Gründung der Silvretta Seilbahn AG den Grundstein für die Entstehung der Silvretta Arena. Sie hatten das Ziel, den Bau einer Seilbahn in Ischgl voranzutreiben. Die Aktionäre der noch jungen Seilbahngesellschaft konnten überzeugt werden, ihr Kapital in den Bau einer Seilbahn zu investieren, sodass bereits am 25. Mai die Aufträge für den Bau der Silvrettabahn vergeben werden konnten. Im folgenden Jahr begannen die Bauarbeiten an der Tal- und Bergstation. Die Talstation entstand auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche hinter Ischgl, die Bergstation auf der Idalpe oberhalb des bereits bestehenden Alpenhauses, dessen Betreiber auch schon eine Skischule betrieben. Im August 1962 wurde unter sehr schwierigen Bedingungen das Tragseil der neuen Seilbahn durch das Montafon und über die Silvretta-Hochalpenstraße nach Ischgl transportiert. Ein Transport über die Paznauntalstraße war nicht möglich, da sie zu schmal war.

Bei der Abnahme der Silvrettabahn am 16. März 1963 kam es kurz nach ihrer Fertigstellung zu einem Unfall, bei dem ein Tragseil riss und eine Kabine abstürzte. Die Insassen wurden dabei schwer verletzt, und das Vorhaben einer Seilbahn in Ischgl schien beendet. Doch es wurde umgehend mit dem Wiederaufbau begonnen, sodass die Silvrettabahn am 15. Dezember 1963 ihren Betrieb aufnehmen konnte. Um 10:00 Uhr beförderte die Pendelbahn ihren ersten Gast auf die Idalpe hinauf. Wenige Tage später, am 21. Dezember, ging mit dem Idjochlift auch der erste Skilift im Skigebiet in Betrieb.

Bereits ein Jahr später wurde die Bergstation der Silvrettabahn auf der Idalpe erweitert und um einen Kiosk ergänzt; damit wurde neben dem Alpenhaus eine zweite Verpflegungsmöglichkeit geschaffen. 1966 wurde mit dem Höllbodenlift der zweite Lift gebaut. Er ermöglichte es, vom Höllboden ohne Abfahrt ins Tal wieder auf die Idalpe zu gelangen und ging am 18. Dezember 1966 in Betrieb. In den Folgejahren stieg die Anzahl der Skigäste enorm, sodass in der Saison 1967/68 erstmals Platzkarten für die Fahrt mit der Silvrettabahn vergeben wurden. Später wurde ein Rabatt auf Fahrten in den frühen Morgenstunden sowie auf Wochenkarten, die erst ab 13:00 Uhr galten, gewährt. Für den Erwerb einer Platzkarte mussten am Vortag der Fahrt Wartezeiten von bis zu sechs Stunden in Kauf genommen werden.

Zur Saison 1968/69 pachtete die Seilbahngesellschaft den Edelweißlift nahe dem Ischgler Ortskern und ergänzte das Skiliftangebot im Ort im Folgejahr durch den Madleinlift. Im selben Jahr wurde an der Talstation des Idjochliftes eine Garage für die zwei Jahre zuvor angeschafften Pistengeräte errichtet, die zunächst nur flachere Pistenabschnitte präparieren konnten, wobei es zu diesem Zeitpunkt weder begradigte noch ausgewiesene Pisten gab; auf den Karten waren nur Abfahrtsvorschläge eingezeichnet.

Öffnung des Skigebiets Samnaun und Aufschwung 1970–1985 Im Sommer 1970 wurde die Abfahrt zum Ischgler Ortsteil Prenner geschlägert und planiert. Zudem wurden die beiden bereits veralteten Pistengeräte durch ein modernes ersetzt. Das machte es zur Saison 1970/71 erstmals möglich, auf einer präparierten Piste bis in den Ortskern von Ischgl zu fahren. Im gleichen Jahr wurde das Skigebiet mit der Inbetriebnahme des Velillliftes oberhalb der Idalpe Richtung Bürkelkopf erweitert und damit ein Gebiet mit einigen auch für Anfänger geeigneten Pisten erschlossen. Durch die neuen Abfahrten und Lifte nahm der Andrang an der Silvrettabahn in der Saison 1970/71 noch weiter zu, sodass nach der Saison der Bau der Pardatschgratbahn beschlossen wurde.

Vor der Wintersaison 1972/73 wurde mit der Erschließung des Gebietes um Höllenkar und Paliner Kopf begonnen; hierzu wurden auf dem sehr lehmigen Boden die Trassen für Höllkar- und Palinkopflift angelegt. Zur Saison ging in Mathon der in Ischgl abgetragene Edelweißlift zusammen mit dem gekauften Nederlelift und dem Bruckschlögellift in Betrieb. Im darauf folgenden Jahr wurden zusammen mit dem Bau der Pardatschgratbahn-Bergstation auch der Kiosk und das Restaurant auf dem Pardatscher Grat neu errichtet. Am 8. März 1973 konnte zunächst der Höllkarlift mitsamt der Pisten vom Höllenkar zum Höllboden in Betrieb gehen, ehe am 17. März auch die Pardatschgratbahn mit silbernen 4-Personen-Gondeln ihre Abnahme bestand und von den Skifahrern genutzt werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt war sie die erste Einseilumlaufbahn Österreichs. Gleichzeitig konnte durch die Entlastung der Verkauf von Platzkarten an der Silvrettabahn nach über sechs Jahren wieder eingestellt werden.

Am 22. Dezember 1973 konnte mit der Inbetriebnahme des Palinkopfliftes die Erschließung des Skigebietes zwischen Höllboden und Paliner Kopf zunächst abgeschlossen werden. Ein Jahr später wurde mit der Eröffnung des Sassgalunliftes und der Abfahrt der erste Schritt zur Erschließung des Gebietes im inneren Fimbatal und um die Paznauner Taja gemacht. Im darauffolgenden Sommer 1975 wurden das Restaurantgebäude am Höllboden sowie der Paznauner Tayalift und der Bodenalmlift errichtet. Zudem wurden die Abfahrten ins innere Fimbatal aufgeforstet und die Silvretta Arena um einige Abfahrten rund um Paznauner Taja und Bodenalp reicher. In der Wintersaison 1975/76 stießen die beiden Zubringerbahnen Silvretta- und Pardatschgratbahn bereits wieder an ihre Kapazitätsgrenzen, sodass der Bau der Fimbabahn beschlossen wurde, der im folgenden Sommer begann. Ebenfalls im Sommer 1976 wurde der Pardatschgratlift errichtet, der die Skifahrer von oberhalb der Idalpe auf den Pardatscher Grat befördern sollte, um eine Talfahrt mit der Pardatschgratbahn zu ermöglichen und die Silvrettabahn zu entlasten. Der Pardatschgratlift nahm am 24. Dezember 1976 den Betrieb auf, die Fimbabahn mit bunten 4-Personen-Gondeln am 31. Dezember.

Kurz nach der Gründung der Bergbahnen Samnaun AG im Jahr 1977 beschloss die Silvretta Seilbahn AG, sich mit 51 % zu beteiligen, und sicherte somit die Finanzierung von einer Luftseilbahn, drei Schleppliften, zwei Bergrestaurants und den Abfahrten auf Schweizer Gebiet. Mit den Vorbereitungen für den Bau der Bergrestaurants Alp Trida und Alp Trida Sattel, der Luftseilbahn sowie der Anlegung der Trassen für Alp-Trida-, Viderjoch- und Visnitzlift und mit der Aufforstung der Talabfahrten wurde noch im gleichen Jahr begonnen. Nach einigen Verzögerungen wurde am 14. Dezember 1977 der Sonnenlift im Bereich oberhalb der Idalpe eröffnet. Einen Monat später, am 6. Jänner 1978, nahm der Höllspitzlift den Betrieb auf, der die Paznauner Taja mit der Höllenspitze verbindet. Mit ihm wurden einige neue Abfahrten der Kategorie „mittel“ und „schwer“ in das Fimbatal eröffnet. Ebenfalls noch in derselben Saison wurde am 6. Februar 1978 die 2er-Sesselbahn Höllbodenbahn in Betrieb genommen. Sie war die erste Sesselbahn in der Silvretta Arena und ersetzte den völlig überforderten Höllbodenlift, vor dem sich nach Erschließung von Fimbatal, Paznauner Taja, Höllenkar und Paliner Kopf oft sehr lange Warteschlangen gebildet hatten.

Das grenzübergreifende Skifahren war in der Silvretta Arena ab dem 16. Dezember 1978 möglich, als der Alp-Trida- und der Viderjochlift sowie die Luftseilbahn in Samnaun ihren Betrieb aufnahmen. Zugleich wurde ein Skipass-Verrechnungsschlüssel erarbeitet, der noch im gleichen Jahr Anwendung fand. Vier Wochen später, am 21. Jänner 1979, wurde das Skigebiet auf Schweizer Seite offiziell eröffnet. Am selben Tag ging auch der Visnitzlift in Betrieb. Die Besucherzahlen in der ersten Saison übertrafen jede Erwartung.

Zur Entlastung des Palinkopfliftes wurde im Sommer 1979 hinter dem Restaurant Schwarzwand der Schwarzwandlift errichtet. Zur gleichen Zeit wurde der 1972 gekaufte Nederlelift in Mathon abgetragen und mit dem Bau der neuen Sesselbahn auf das Idjoch begonnen. Am 26. März 1980 nahm die neue kuppelbare 3er-Sesselbahn Idjochbahn den Betrieb auf und ersetzte den 1963 erbauten Schlepplift. Im Sommer 1980 wurden der Muller-, der Viderjoch-II-, der Höllkar-II- und der Blais-Grondalift errichtet und die Restaurants Höllboden und Schwarzwand komplett neu erbaut. Die Talabfahrt vom Zeblasjoch nach Samnaun wurde noch im gleichen Jahr planiert und zur neuen Saison eröffnet. Im Jänner 1981 wurde der Velilllift zum Doppelschlepplift umgerüstet, und der Greitspitzlift ging in Betrieb. Er ermöglicht es, vom Idjoch auf die Greitspitz zu gelangen.

Im Sommer 1982 wurden erstmals Leitungen für eine Beschneiungsanlage im Skigebiet verlegt. Ein Jahr später wurde erneut der Ruf nach Entlastung der Zubringerbahnen in Ischgl wieder laut, da sich bereits zwei Jahre nach Errichtung der Fimbabahn (1978) die Wartezeiten vor den Bahnen im Tal wieder erhöht hatten. Nach langen Diskussionen im Dorf wurde für die Ersetzung der alten Silvretta-Pendelbahn aus dem Jahr 1963 durch eine Einseilumlaufbahn mit 6-Personen-Gondeln entschieden. Bereits am 7. Dezember 1983 nahm die neue Silvrettabahn mit weinroten Gondeln ihren Betrieb auf. Die Beschneiungsanlage wurde zur Wintersaison 1983/84 mit einer Schneekanone am Prennerhang komplettiert und machte in dieser Saison erstmals die künstliche Beschneiung möglich. Noch vor der Saison 1983/84 wurde das Restaurant Alp Trida renoviert und zugleich erweitert. Im darauffolgenden Sommer wurde das Restaurant Alp Trida-Sattel, das zuvor nur provisorisch errichtet worden war, durch das Panoramarestaurant Sattel ersetzt.

Auf der Alp Trida wurden im Sommer 1985 weitere kleine Lifte wie der Milolift errichtet, der nach dem Besitzer der Alp Trida, Milo Bigler, benannt wurde. Zur gleichen Zeit wurde der Palinkopflift durch die Doppelsesselbahn Palinkopfbahn ersetzt. Bereits 11 Jahre nach dem Neubau des Restaurantgebäudes auf dem Pardatscher Grat musste das Gebäude wegen der schlechten Bodenverhältnisse und der dadurch aufgetretenen Risse wieder abgetragen und neugebaut werden. Zudem wurden zwischen 1970 und 1985 insgesamt 17 neue Pistengeräte zur Präparierung der gestiegenen Anzahl an Pisten erworben.

Erneuerung aller Zubringerlifte und erste Konzerte 1986–1999 Nach zwei etwas ruhigeren Jahren wurde im Sommer 1987 die Talabfahrt von der Alp Trida nach Laret verbreitert und zugleich neu planiert. Im darauf folgenden Sommer wurde das Großprojekt Gampenbahn realisiert. Der Bau der damals längsten kuppelbaren 4er-Sesselbahn Österreichs von der Gampenalpe auf den Paliner Kopf konnte in nur fünf Monaten realisiert werden. Mit der Gampenbahn wurde das Skigebiet zur Saison 1988/89 weiter Richtung Süden um weitere Pisten, davon einige durch das Vesiltal, erweitert. Nach der Saison wurden die Beschneiungsanlagen im unteren Teil des Skigebiets zwischen Ischgl und der Idalpe noch einmal deutlich erweitert. Zugleich wurden weitere Frisch- und Abwasserleitungen verlegt und alle Bergrestaurants an das örtliche Abwassersystem angeschlossen. Ebenfalls noch im Sommer 1989 wurde die Doppelsesselbahn Höllboden aus dem Jahr 1978 durch eine 4er-Sesselbahn ersetzt.