Die japanische Fußballnationalmannschaft () ist die nationale Fußballauswahl von Japan. Sie wird von der Japan Football Association (JFA) kontrolliert und seit 2018 von Hajime Moriyasu trainiert. Sie zählt seit Beginn der 1990er Jahre zu den stärksten Mannschaften Asiens. Sie gewann bisher viermal die Fußball-Asienmeisterschaft und ist damit Rekordtitelträger.
1998 konnte sich Japan erstmals für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren und nahm seither an jeder Endrunde teil.
Geschichte Obwohl Japan als eines der ersten Länder bereits 1917 ein Fußballländerspiel absolvierte, blieb Fußball nur eine Randsportart und konnte sich nicht gegen den beliebten Volkssport Baseball durchsetzen. Daran änderte auch der Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1968 nichts. Erst 1991 wurde beschlossen, die halbprofessionelle Japan Soccer League zur professionellen J. League umzugestalten. Am 15. Mai 1993 wurden dort die ersten Spiele angepfiffen.
Bereits ein Jahr zuvor hatte die japanische Nationalmannschaft ihren ersten Titel bei der Fußball-Asienmeisterschaft 1992 im eigenen Land gewonnen. Sie gewann das Finale gegen den zweimaligen Titelträger Saudi-Arabien durch einen Treffer von Takuya Takagi mit 1:0. Die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1994 im Oktober 1993 war jedoch ein Rückschlag: Im letzten Qualifikationsspiel gegen den Irak musste die japanische Mannschaft in der 92. Spielminute den Ausgleich hinnehmen und somit Saudi-Arabien und Südkorea den Vortritt lassen. Dieses Ereignis ist bis heute als Tragödie von Doha bekannt. Bei der Fußball-Asienmeisterschaft 1996 gelang es den Japanern nicht, ihren Titel von 1992 zu verteidigen.
1996–1998 Zur ersten Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft kam es dann 1998. In der entscheidenden Qualifikationsphase hatten die Japaner den zweiten Platz hinter Südkorea belegt und mussten nun ein Play-off-Spiel gegen den Iran, den zweiten der anderen Gruppe, bestreiten. In Johor Bahru gewann Japan schließlich mit 3:2 nach einem Golden Goal und qualifizierte sich somit für die Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Dort gab es allerdings je eine 0:1-Niederlage gegen Argentinien und Kroatien sowie eine 1:2-Niederlage gegen Jamaika. Masashi Nakayama erzielte den ersten Treffer Japans bei einer WM-Endrunde.
1998–2005 Bei der Fußball-Asienmeisterschaft 2000 errang Japan erneut den Titel, wiederum wurde Saudi-Arabien mit 1:0 bezwungen. Torschütze war Shigeyoshi Mochizuki.
Den größten internationalen Erfolg feierte man allerdings bei der WM 2002 in Südkorea und Japan, als die Mannschaft von Philippe Troussier nach Siegen über Tunesien und Russland das Achtelfinale erreichte. Dort schied man allerdings nach einer 0:1-Niederlage gegen den späteren WM-Dritten Türkei aus. Beim Konföderationen-Pokal 2001, der zuvor ebenfalls von Japan und Südkorea ausgerichtet wurde, erreichten die Japaner das Finale und unterlagen hierbei nur Frankreich mit 0:1.
Seinen dritten Asienmeisterschaftstitel gewann Japan bei der Fußball-Asienmeisterschaft 2004 in China. Dort wurde China im Finale mit 3:1 besiegt. Beim Konföderationen-Pokal 2005 in Deutschland schied Japan trotz des Sieges gegen Europameister Griechenland (1:0) und einem 2:2-Unentschieden gegen Weltmeister Brasilien aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber den Brasilianern in der Vorrunde aus.
Seit 2006 Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 traf Japan in der Vorrunde auf Australien, Kroatien und Brasilien. Bereits im ersten Spiel gegen die Australier gab es eine 1:3-Niederlage, wobei Japan in der 85. Minute noch geführt hatte. Ein torloses Unentschieden gegen Kroatien und eine weitere Niederlage gegen Brasilien (1:4) reichten nicht mehr zum Weiterkommen aus. Nach der WM übernahm Ivica Osim die Mannschaft vom Brasilianer Zico, der seit 2002 amtierender Trainer war.
Die Qualifikation zur Fußball-Asienmeisterschaft 2007 wurde souverän mit nur einer einzigen Niederlage (0:1 gegen Saudi-Arabien in Jeddah) absolviert. Bei der Endrunde trafen die Titelverteidiger auf Vietnam, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach dem Gewinn der Gruppe gewann man im Viertelfinale durch Elfmeterschießen 5:4 gegen Australien. Im Halbfinale verloren die Japaner dann gegen Saudi-Arabien 2:3. Auch das Spiel um den dritten Platz ging verloren. Südkorea gewann mit 6:5 nach Elfmeterschießen (0:0 nach regulärer Spielzeit).
In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 hatte sich Japan als Gruppenzweiter durchgesetzt und traf in der Vorrunde auf Dänemark, Kamerun und die Niederlande. Durch Siege gegen die in der Weltrangliste besser platzierten Mannschaften aus Dänemark und Kamerun, bei einer Niederlage gegen die Niederländer, qualifizierte sich die japanische Mannschaft erstmals außerhalb Japans für ein WM-Achtelfinale, in dem sie auf Paraguay traf und nach einem torlosen Spiel im Elfmeterschießen mit 3:5 unterlag.
Bei der Asienmeisterschaft 2011 konnte Japan zum vierten Mal den Titel gewinnen und ist damit alleiniger Rekordhalter. Die Teilnahme an der Copa América 2011, zu der Japan als Gast eingeladen war, wurde nach dem Tōhoku-Erdbeben und Tsunami sowie der daraus resultierenden Nuklearkatastrophe von Fukushima wegen der verschobenen Ligaspiele und der Probleme mit der Freistellung der bei europäischen Vereinen tätigen Spieler abgesagt.
Am 4. Juni 2013 qualifizierte sich Japan durch ein 1:1 gegen Australien vorzeitig als erste Mannschaft nach Gastgeber Brasilien für die Weltmeisterschaft 2014. Bei der WM-Endrunde scheiterten sie jedoch bereits in der Gruppenphase: Nach Niederlagen gegen die Elfenbeinküste und Kolumbien sowie einem torlosen Remis gegen Griechenland kamen die Japaner nicht über den letzten Platz in der Gruppe C hinaus.
Am 9. Spieltag der asiatischen Qualifikation zur WM 2018 qualifizierte sich Japan in der Gruppe B vor Saudi-Arabien als Gruppenerster direkt für die Endrunde in Russland. Bei der WM-Endrunde spielte man in der Gruppe H gegen Polen, den Senegal und Kolumbien. Als Zweiter der Gruppe hinter Kolumbien setzte man sich aufgrund der Fair-Play-Wertung gegenüber dem Senegal durch. Im Achtelfinale scheiterten die Japaner trotz einer 2:0-Führung mit 2:3 an Belgien.
Teilnahmen an den Olympischen Spielen 1900 – 1928 nicht teilgenommen 1936 in Berlin Viertelfinale 1948 in London nicht zugelassen 1952 in Helsinki nicht teilgenommen 1956 in Melbourne1. Runde 1960 in Rom nicht qualifiziert 1964 in Tokio Viertelfinale 1968 in Mexiko-Stadt Bronzemedaille 1972 in München nicht qualifiziert 1976 in Montreal nicht qualifiziert 1980 in Moskau nicht qualifiziert 1984 in Los Angeles nicht qualifiziert 1988 in Seoul nicht qualifiziert 1992 in Barcelona nicht qualifiziert 1996 in Atlanta Gruppenphase 2000 in Sydney Viertelfinale 2004 in Athen Gruppenphase 2008 in Peking Gruppenphase 2012 in London 4. Platz 2016 in Rio de Janeiro Viertelfinale 2020 in Tokio 4. Platz 2024 in Paris Viertelfinale
Teilnahmen an der Fußball-Weltmeisterschaft
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: Trainer Bemerkungen und BesonderheitenUnterartikel1930Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht teilgenommen 1938Frankreich nicht teilgenommen 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Südkorea gescheitert 1958Schweden nicht teilgenommen 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an Südkorea gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1966 England nicht teilgenommen 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Australien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Israel gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Südkorea gescheitert, das sich aber ebenfalls wieder nicht qualifizieren konnte. 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Nordkorea gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation im Ostasien-Finale an Südkorea gescheitert. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Nordkorea gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Saudi-Arabien und Südkorea gescheitert (siehe auch „Tragödie von Doha“) 1998 FrankreichVorrunde Argentinien, Kroatien, Jamaika 31. Takeshi Okada Ohne Punkt als Gruppenletzter ausgeschieden.Fußball-Weltmeisterschaft 1998/Japan 2002 Südkorea/JapanAchtelfinale Türkei 9. Philippe Troussier Als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert. Nach Platz 1 in der Gruppenphase Niederlage im Achtelfinale gegen die Türkei.Fußball-Weltmeisterschaft 2002/Japan 2006 Deutschland VorrundeAustralien, Kroatien, Brasilien 28.Zico Als Gruppenletzter ausgeschieden.Fußball-Weltmeisterschaft 2006/Japan 2010 Südafrika Achtelfinale Paraguay 9. Takeshi OkadaNiederlage im Elfmeterschießen (3:5) nach 0:0 n. V.Fußball-Weltmeisterschaft 2010/Japan 2014 Brasilien Vorrunde Elfenbeinküste, Griechenland, Kolumbien 29. Alberto Zaccheroni Ohne Sieg als Gruppenletzter ausgeschieden.Fußball-Weltmeisterschaft 2014/Japan 2018 Russland Achtelfinale Belgien11.Akira NishinoIm Achtelfinal-Spiel gegen Belgien mit 2:3 ausgeschieden.Fußball-Weltmeisterschaft 2018/Japan 2022 Katar Achtelfinale Kroatien 9. Hajime Moriyasu Mit zwei Siegen gegen Deutschland und Spanien und einer Niederlage gegen Costa Rica Gruppensieger geworden. Im Achtelfinale gegen Kroatien im Elfmeterschießen ausgeschieden.Fußball-Weltmeisterschaft 2022/Japan 2026 Kanada, Mexiko und USA Sechzehntelfinale Brasilien Hajime MoriyasuAls erste Mannschaft sportlich qualifiziert.fifa.com: Japan macht Qualifikation für WM 2026 klarFußball-Weltmeisterschaft 2026/Japan
Teilnahmen an den Asienmeisterschaften Japan ist mit vier Titeln Rekordsieger der Asienmeisterschaft, wobei die Mannschaft erst 1988 erstmals an der Endrunde teilnehmen konnte. 1956 in Hongkong – nicht teilgenommen 1960 in Südkorea – nicht teilgenommen 1964 in Israel – nicht teilgenommen 1968 in Iran – nicht qualifiziert 1972 in Thailand – nicht teilgenommen 1976 in Iran – nicht qualifiziert 1980 in Kuwait – nicht teilgenommen 1984 in Singapur – nicht teilgenommen 1988 in Katar – Vorrunde 1992 in Japan – Asienmeister 1996 in den Vereinigten Arabischen Emiraten – Viertelfinale 2000 in Libanon – Asienmeister 2004 in China – Asienmeister 2007 in Südostasien – Vierter Platz 2011 in Katar – Asienmeister 2015 in Australien – Viertelfinale 2019 in den Vereinigten Arabischen Emiraten – Vizemeister 2024 in Katar – Viertelfinale 2027 in Saudi-Arabien – Qualifiziert
Teilnahmen am Konföderationen-Pokal Japan ist mit fünf Teilnahmen dritthäufigster Teilnehmer nach Brasilien und Mexiko.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzter Gegner ErgebnisLaut All-time Ranking 1992–2009 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1992 Saudi-Arabien nicht qualifiziert 1995 Saudi-Arabien VorrundeArgentinien, Nigeria6. Kamo Shu 1997 Saudi-Arabiennicht qualifiziert 1999 Mexikonicht qualifiziert 2001 Südkorea/JapanFinaleFrankreichZweiter Philippe Troussier Erstmals werden beide Finalisten von Trainern aus demselben Land betreut 2003 Frankreich VorrundeFrankreich, Kolumbien, Neuseeland 6. Zico 2005 Deutschland Vorrunde Brasilien, Griechenland, Mexiko5.Zico 2009 Südafrika nicht qualifiziert 2013 Brasilien Vorrunde Brasilien, Italien, Mexiko Alberto Zaccheroni qualifiziert als Asienmeister 2011, nach zwei Niederlagen gegen Brasilien und Italien ausgeschieden 2017 Russland nicht qualifiziert
Teilnahmen an den Ostasienmeisterschaften 2003 in Japan – Zweiter 2005 in Südkorea – Zweiter 2008 in China – Zweiter 2010 in Japan – Dritter 2013 in Südkorea – Ostasienmeister 2015 in China – Vierter 2017 in Japan – Zweiter