mini|Das Schloss Gailenbach mini|Südfront des Schlosses Das Schloss Gailenbach in Edenbergen im Landkreis Augsburg (Bayern) stammt vom Ende des 16. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Fachinformationen – Schloss Gailenbach in Edenbergen – Abgerufen am 28. Juli 2013.
Geschichte mini|Gutshof Zacharias Geizkofler, ein Augsburger Patrizier, 1593 mit dem Prädikat von und zu Gailenbach in die Reichsritterschaft inkorpiert und von 1589 bis zum Jahre 1603 Reichspfennigmeister des Heiligen Römischen Reichs, erwarb 1592 von David Haug für 16.000 Gulden das Lehen in dem schon 1283 erstmals urkundlich erwähnten Weiler Gailenbach.Anton Steichele: Archiv für die Geschichte des bisthums Augsburg. Band 2, B. Schmid, 1858; S. 413–415. Noch im selben Jahr begann der Bau eines kleinen Schlosses mit Rüstkammer, Ökonomie, Bräustatt und Gartenanlagen, der etwa 6000 Gulden kostete.Johannes Müller: Zacharias Geizkofler, 1560–1617, des Heiligen Römischen Reiches Pfennigmeister und oberster Proviantmeister im Königreich Ungarn. Veröffentlichungen des Wiener Hofkammerarchivs, 3, Rohrer, Baden bei Wien; 1938.Alexander Sigelen: „Dem ganzen Geschlecht nützlich und rühmlich“. Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler zwischen Fürstendienst und Familienpolitik. Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, 171, Stuttgart; 2009. ISBN 978-3-17-020509-3 Sein Sohn Ferdinand Geizkofler (1592–1653) verkaufte das Schloss 1622 für 11.000 Speciesthaler an den Kaufmann Matthias Koch (1581–1633).Augsburger Stadtlexikon: Koch Im selben Jahrhundert wurde das Schlossgebäude außerdem um den Gutshof erweitert, ein genaues Jahr ist für den Bau nicht überliefert.
Schloss und Gutshof blieben über mehrere Generationen im Besitz der Familie Koch, ehe Markus Christoph Koch von Gailenbach (1699–1768) ohne männlichen Nachkommen starb und das Schloss an seine Schwester Susanna Helena, verwitwete von Paris, und ihren Sohn Johann Christoph Sigmund (1745–1804) überging. Letztgenannter ließ 1816/17 das Schloss gründlich umbauen: Dabei wurden am Schloss das Satteldach mit seinen Zinnengiebeln durch ein geschopftes Mansarddach ersetzt und die Ziergärten zum Landschaftspark umgestaltet.Metzger/Heiß/Kranz 2005, S. 108. In den folgenden Jahrzehnten verblieb das Schloss im Besitz der Familie von Paris, Johann Benedikt von Paris (1781–1838) ließ 1822 anlässlich des 200-jährigen Besitzes des Schlossgutes in der Koch-Paris’schen Familie eine Gedenkmünze prägen. Nach dessen Tod ohne männlichen Nachkommen ging das Schloss 1838 an das protestantische Institut St. Anna aus Augsburg über und gelangte über einen Zwischenkäufer in den Besitz von August von Stetten aus dem Patriziergeschlecht Stetten.Anton von Steichele: Das Bistum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben – Die Landkapitel: Agenwang, Aichach, Baisweil, Bayer-Mänching, Burgheim. Band 2, B. Schmid, 1864. Die Stetten ließen 1955/56 das Schlossgebäude restaurieren und – in Anlehnung an den ursprünglichen Bestand – mit einem Satteldach mit Treppengiebeln decken. 1927 übernahm das Augsburger Kloster der Franziskanerinnen von Maria Stern den Gutshof, der aber Anfang der 1980er-Jahre aufgegeben wurde.Stadt Gersthofen: Edenbergen – Abgerufen am 28. Juli 2013. Das Schloss und der Gutshof befinden sich heute in Privatbesitz.mini|hochkant|Rundbogentor Architektur Beim Schloss Gailenbach handelt es sich um einen zweigeschossigen Satteldachbau mit Treppengiebeln, dessen Kern von 1592 stammt; als Bauherr gilt ein Georg Hebel. Das Gebäude wurde 1816/17 umgebaut und letztmals 1955/56 renoviert. Heute präsentiert es sich mit einer gelb gestrichenen Außenfassade und grünen Fensterläden. Das Schloss ist im Westen durch ein mit einer Putzbosse verziertes Rundbogentor mit dem Gutshof verbunden. Zum Schloss gehört eine weitläufige Parkanlage, die von einer inzwischen äußerst maroden Schlossmauer umgeben ist, bei der es sich im eigentlichen Sinne um einen Lattenzaun mit großen Säulen aus Backsteinen handelt(e).
Das Gelände steht auch als Bodendenkmal unter Denkmalschutz, da sich im Bereich der Anlage Befunde aus der Frühen Neuzeit nachweisen ließen. An der südlichen Umfassungsmauer des Schlossparks findet sich außerdem eine einzelne Linde, die unter Naturdenkmalschutz steht.Landkreis Augsburg: – Abgerufen am 28. Juli 2013.
Bewohner des Schlosses miniatur|hochkant|Zacharias Geizkofler
Die folgenden Persönlichkeiten haben zumindest zeitweise auf Schloss Gailenbach gelebt: Zacharias Geizkofler von Gailenbach und Haunsheim (* 1. November 1560; † 8. Mai 1617) Ferdinand Geizkofler von Gailenbach und Haunsheim (* 19. Juni 1592; † 2. Februar 1653) Matthias Koch der Ältere (* 1581; † 1633) Matthias Koch der Jüngere von Gailenbach (* 1610; † 12. Juni 1680) Johannes Koch von Gailenbach (* 5. Januar 1614; † 1. November 1693) Johann Matthias Koch von Gailenbach (* 1646; † 1713) Johann Christoph Koch von Gailenbach (* 1653 oder 1654; † 26. März 1717) Markus Christoph Koch von Gailenbach (* 1699; † 1768) Johann Christoph Sigmund von Paris (* 1745; † 7. März 1804) Johann Benedikt von Paris (* 13. Juni 1781; † 24. April 1838) August von Stetten (* 9. Dezember 1811; † 14. September 1895)
Impressionen vom Schlossgelände
Literatur Christof Metzger, Ulrich Heiß, Annette Kranz: Landsitze Augsburger Patrizier. München/Berlin 2005, S. 106–109.
Weblinks
Einzelnachweise
Gailenbach, Schloss Kategorie:Edenbergen Kategorie:Bauwerk in Gersthofen Kategorie:Baudenkmal in Gersthofen Kategorie:Bodendenkmal in Gersthofen Kategorie:Erbaut in den 1590er Jahren Gailenbach