Bei dem Referendum in Südafrika am 17. März 1992 hatten die Abstimmenden darüber zu entscheiden, ob Präsident Frederik Willem de Klerk seine auf eine Abschaffung des Systems der Rassentrennung (Apartheid) in Südafrika zielende Politik fortsetzen sollte. Abstimmungsberechtigt waren ausschließlich Weiße. Im Ergebnis sprach sich eine deutliche Mehrheit von knapp 69 Prozent der Abstimmenden für eine Unterstützung der Politik de Klerks aus.

Vorgeschichte Die Parlamentswahl in Südafrika 1989 war durch die Nationale Partei unter F. W. de Klerk gewonnen worden. Vor der Wahl hatte de Klerk angekündigt, dass er den Prozess in Richtung Abschaffung der Apartheid auf dem Verhandlungsweg weiter vorantreiben wolle. Nach der Wahl kündigte de Klerk an, dass der prominenteste politische Gefangene des Apartheid-Regimes, Nelson Mandela bedingungslos freigelassen würde, was am 11. Februar 1990 auch geschah. Die Todesstrafe wurde suspendiert und das gegen internationales Recht unter südafrikanischer Herrschaft stehende Südwestafrika wurde am 21. März 1990 unter dem Namen Namibia ein unabhängiger Staat. Im Mai 1990 trat die Regierung de Klerk in offizielle Verhandlungen mit dem bisher verbotenen African National Congress (ANC) ein, der ANC erklärte einen Waffenstillstand und seitens der Regierung wurde der Ausnahmezustand aufgehoben. Allerdings stieß die Politik de Klerks bei der bisher privilegierten weißen Bevölkerung nicht auf einhellige Zustimmung. Ende 1991 und Anfang 1992 unterlag die National Party in mehreren Nachwahlen der oppositionellen Konserwatiewe Party. Von Seiten der politischen Gegner de Klerks wurde argumentiert, dass die National Party offensichtlich ihr Mandat zu Verhandlungen mit dem ANC verloren habe. (englisch) Daraufhin kündigte der Staatspräsident ein Referendum über seine Politik an. Die Frage, über die zu entscheiden war, lautete:

Ergebnisse nach Regionen mini|Ein Stempel in einem südafrikanischen Pass über die Teilnahme am Referendum Landesweit ergab sich in fast allen Regionen ein überwiegendes ‚Ja‘-Votum. Nur im ländlichen Bezirk Pietersburg im nördlichen Transvaal überwogen die ‚Nein‘-Stimmen mit 57 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 85,1 Prozent. Somit hatte auch eine Mehrheit der Wahlberechtigten (d. h. einschließlich der Nichtwähler) mit ‚Ja‘ gestimmt. mini|Ergebnisse des Referendums nach Regionen ProvinzGebietGültige StimmenStimmen%Stimmen%KapprovinzBeaufort WestKapprovinzKapstadtKapprovinzEast LondonKapprovinzGeorgeKapprovinzKimberleyKapprovinzPort ElizabethNatalDurbanNatalPietermaritzburgOranje-FreistaatBloemfonteinOranje-FreistaatKroonstadTransvaalGermistonTransvaalJohannesburgTransvaalPietersburgTransvaalPretoriaTransvaalRoodepoortSüdafrika gesamt1.924.18668,73875.61931,272.799.805 In seiner Rede nach dem Wahlsieg formulierte de Klerk:

Die weiteren Verhandlungen mit dem ANC führten schließlich zu einer Einigung über die ersten allgemeinen Wahlen, bei denen alle Bevölkerungsteile Südafrikas wahlberechtigt waren. Diese Wahlen fanden am 27. April 1994 statt und wurden durch den ANC mit knapp zwei Drittel der Stimmen gewonnen.

Weblinks The 1992 Whites only referendum 'For' or 'Against' a negotiated constitution auf South African History Online (englisch) Einzelnachweise

#1992 Sudafrika Kategorie:Südafrikanische Geschichte (20. Jahrhundert) Sudafrika 1992